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Ist Deutschland noch zu retten?
 
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Ist Deutschland noch zu retten? (Taschenbuch)

von Hans-Werner Sinn (Autor)
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (55 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Ullstein Tb; Auflage: 3. Aufl. (Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548367119
  • ISBN-13: 978-3548367118
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (55 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 252.912 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer sich gegenwärtig über den Zustand des deutschen Gemeinwesens mit den Worten "So darf es nicht weitergehen" äußert, braucht nicht zu befürchten, auf großen Widerspruch zu stoßen. Gewiss, unsere öffentlichen Kassen sind leer, und wir stehen vor einem minütlich in immer unermesslichere Dimensionen anwachsenden Schuldenberg. Unser Rentensystem ist nach dem Krieg auf Sand gebaut worden, jetzt steht es vor dem Zusammenbruch. Auch unser Bildungssystem ist ganz sicher alles andere als ein Erfolgsmodell. Ob man es gleich in Bausch und Bogen als "miserabel" verwerfen muss, sei dahingestellt. Unabweisbar jedenfalls ist, dass unsere Schüler im internationalen Vergleich keine besonders gute Figur machen. Die Liste unserer Unpässlichkeiten ließe sich fortsetzen.

"Wir müssen radikal umdenken", bringt Hans-Werner Sinn seine düstere Gegenwartsdiagnose auf den Punkt, und wieder nicken wir und heißen den Münchner Wirtschaftsprofessor willkommen in der großen Schar derer, die endlich Klartext reden wollen. Aber mit welchen Rezepten will er uns denn nun den Weg aus der Malaise weisen? Mit einem "6+1-Programm", das manches Richtige, aber nichts Neues enthält. "Weniger Macht für die Gewerkschaften", schallt der Ruf aus der Münchner Studierstube. Dem wollen wir gerne zustimmen. Wie aber soll man das erreichen? Und wieso sollte nach Jahrzehnten gleichlautender Forderungen ausgerechnet jetzt eine wirklich radikale, also an die Wurzel gehende Steuerreform gelingen?

Und wieso, so fragen wir, sollten die Deutschen der Sinn'schen Aufforderung folgen, wieder mehr Kinder in die Welt zu setzen? Nur um die Richtigkeit seiner Gleichung "Mehr Kinder, mehr Rente mehr Fortschritt" in der Praxis zu beweisen? Oder um sich ohne Not dem Risiko der Verarmung auszusetzen, währenddessen sich die Kinderlosen in all dem Schlamassel weiterhin recht behaglich einrichten? Antworten auf diese Fragen zu finden, ist keine leichte Aufgabe; sie müssen wahrscheinlich sogar immer spekulativ bleiben. Der wirtschaftswissenschaftliche Ansatz bietet sicherlich interessante Anregungen, kann aber wohl für dieses komplexe Thema leider auch keinen Königsweg aufzeigen. --Hasso Greb -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Kurzbeschreibung

Deutschland ist zum kranken Mann Europas geworden. Das Bildungssystem ist miserabel, die Wettbewerbsfähigkeit katastrophal. Die demografische Entwicklung lässt uns einknicken, die sozialen Sicherungssysteme sind marode und produzieren noch mehr Arbeitslosigkeit. Politiker, Wirtschaft und Gewerkschaften schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Wie konnte es so weit kommen? Hans-Werner Sinn gibt aufrüttelnde Antworten und zeigt in einem wegweisenden "Zehn-Punkte-Programm für die Erneuerung der Wirtschaft", was sofort getan werden muss, um Deutschland zu retten.

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22 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Der Monetarismus der Chicagoer Schule der Volkswirtschaft..., 17. November 2004
Von Edessa - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
...ist auch bei Hans-Werner Sinn gescheitert, auch wenn der verbissen und ideologisch-realitätsblind weiterhin eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik ablehnt, und einseitig eine exportorientierte "Angebotspolitik" auf Kosten des Binnenmarktes propagiert. Diese Schwächung der Binnennachfrage durch die einseitige Angebotspolitik schwächt Mittelstand und Handwerk, die grössten Arbeitgeber in Deutschland!
Die sechs Wachstums-Thesen von Ifo-Chef Sinn:

1) Tarifwende: "Deutschland ist bei den Lohnstückkosten im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig. Um dies zu ändern, müssen die Stundenlöhne fallen. Dazu sollte die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängert werden - auf mindestens 42 Wochenstunden, wo sie vor 30 Jahren bereits einmal lag."

2) Weniger Macht den Gewerkschaften: "Mit Hilfe der Tarifautonomie wurden Lohnkartelle durchgesetzt. Die Löhne haben das Niveau von Angebot und Nachfrage überschritten. Die Gewerkschaften versuchen, höhere Löhne zu erzwingen, als der Markt sie hergibt. Es muss wirksame Öffnungsklauseln in Tarifverträgen geben und der gesetzliche Kündigungsschutz sollte abgeschafft werden, weil er neue Arbeitsplätze verhindert."

3)Weniger Geld fürs Nichts-Tun, mehr Geld für Jobs: "Die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe steht zwar schon auf der Agenda. Das reicht aber bei weitem nicht, denn die Sozialhilfe ist viel zu hoch. Wer als Sozialhilfeempfänger einen Job annimmt, darf bis zu 400 Euro dazuverdienen."

4)Zuwanderung begrenzen: "Die staatliche Umverteilung lockt mehr Zuwanderer nach Deutschland, als wir gebrauchen können. Die europäische Sozialunion wird nicht funktionieren, denn die deutsche Sozialhilfe liegt derzeit beim Drei- bis Sechsfachen der Nettolöhne von Industriearbeitern in den osteuropäischen Beitrittsländern."

5) Radikale Steuerreform: "Bei Gehaltserhöhungen fließen für jeden weiteren verdienten Euro 66 Cent an den Staat. Gegenvorschlag: Es gibt nur noch vier Steuersätze: 0, 15, 25 und 35 Prozent. Für Kapitalerträge 20 Prozent. Gewinne von Unternehmen einheitlich 35 Prozent, worin 10 Prozent Gewerbesteuer für die Kommunen enthalten sind. Eine Gegenfinanzierung erfolgt durch eine radikale Kürzung der staatlichen Subventionen."

6)Mehr Kinder, mehr Rente, mehr Fortschritt: "Wegen der demografischen Krise muss das ökonomische Motiv, Kinder in die Welt zu setzen, gestärkt werden. Bis zu einem Maximum von drei Kindern bekommt man pro Kind eine Zusatzrente. Wer weniger als drei Kinder großzieht, muss einen Sparvertrag für die Riester-Rente abzuschließen."

Wahr ist aus meiner Sicht daran nur, dass die hohe Arbeitslosigkeit vom Gross-Kapital aus Gründen der Erzeugung eines Arbeitskräfteüberschusses von Lohndrückern und Streikbrechern gewollt ist. Also auch von ihm zu verantworten.

Die sechs Gegenthesen von Professor Hickel:

1) Deutschland ist Exportweltmeister: Um die Konkurrenzfähigkeit zu messen, muss man die Arbeitskosten je Arbeitnehmer ins Verhältnis zur Produktivität setzen: Dieser Index steigt in den anderen EU-Ländern stärker als bei uns. Gleichzeitig ist Deutschland ein Hoch-Produktivitätsland. Die deutsche Konkurrenzfähigkeit steigt also. Trotz des starken Euro haben die Deutschen im Jahr 2003 ihren Anteil am Welthandel auf zehn Prozent gesteigert - von wegen nicht wettbewerbsfähig!

2) Sehschwäche auf dem "Nachfrage-Auge": Lohnzurückhaltung bringt nichts, das zeigt die Vergangenheit. Trotz Nullrunden sind Stellen abgebaut worden. Das wirkliche Problem: Wegen der flauen Nachfrage sind die Kapazitäten der Betriebe nicht ausgelastet. Deshalb investieren die Unternehmer nicht, der Job-Motor springt nicht an. Lösung: Die Binnennachfrage stärken!

3)Existenzsichernde Sozialhilfe: Die Sozialhilfe sei zu üppig - das ist eine Stammtisch-Parole. Es lohne daher nicht, eine gering bezahlte Arbeit anzunehmen. Der Abstand zwischen Stütze und Lohn ist keineswegs zu gering: Mehr als 600 000 Menschen haben nur rund 375 Euro im Monat. In Wirklichkeit sind die Jobs des Niedriglohnsektors zu schlecht bezahlt. Übrigens: Etwa die Hälfte der 1,2 Millionen Stütze-Bezieher sind Kinder.

4)Zuwanderung gestalten: Es stimmt: Die deutsche Sozialhilfe ist höher als die Nettolöhne von Industriearbeitern in den osteuropäischen Beitrittsländern. Sollten deswegen Sozialhilfe und Löhne in Deutschland an den dortigen Verhältnissen ausgerichtet werden? Das wäre "Sinn"-los. Und: Mit dem EU-Beitritt wird es in Osteuropa zu einem ökonomischen Aufschwung kommen, in dessen Zuge Löhne dort ebenfalls steigen werden.

5)Ökonomisch gerechte Besteuerung: Das Sinnsche Steuer-Einmaleins übersieht drei Ziele: Erstens müssen die Steuereinnahmen reichen, um die wichtigen öffentlichen Aufgaben zu finanzieren. Es sollten mehr Steuern für kommunale Investitionen verwendet werden. Zweitens muss die Steuerlast nach der ökonomischen Leistungsfähigkeit (gerecht) verteilt werden. Drittens gibt es gut begründete Steuerausnahmen.

6)Mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Der Vorschlag, mit einer Zwangsabgabe den Geburtenrückgang einzudämmen und die Finanzierung der Rente zu sichern, ignoriert die wirklichen Belastungen von Familien. Familie und Beruf müssen in Zukunft besser zu vereinbaren sein. Es muss mehr Kindergartenplätze und betreuende Ganztagesschulen geben. Die Bedingungen für einkommensschwache Alleinerziehende müssen verbessert werden.

Die Chicagoer Schule der Volkswirtschaft wurde übrigens von Milton Friedman begründet, dem inoffiziellen Vater der spekulativen Freihandels- und Hedge-Fond Ära mit ihrer Deindustrialisierung. Die University of Chicago wurde von John D. Rockefeller gegründet. Ich empfehle zu lesen "Wie kann der Mittelstand die Globalisierung bestehen?" von William Engdahl (auch sonstige Bücher der Mitautoren Eberhard Hamer - vom Mittelstandsinstitut Hannover - und Gerhoch Reisegger, Unternehmensberater).


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70 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Warum hab ich mir das nur angetan?, 11. Oktober 2004
Nachdem ich mich nun tagelang durch das 500seitige Buch gequält habe frage ich mich, warum eigentlich? Habe ich etwas Neues erfahren? Eigentlich nicht! Sinn spricht auch nur das aus, was seit Jahren durch die Medien geistert, egal, ob es nun richtig oder falsch ist. Dass ein gutsituierter Wohlstandsmensch das Heil im Sozialabau sieht, kann auch nicht wirklich verwundern. Dass Sinn immer noch meint, ein „reformiertes" Deutschland kann im freien Markt auf Dauer mit den Billiglohnländern konkurrieren, sollte auch den letzten Leser stutzig machen.
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80 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine brillante Diagnose für einen kranken Staat., 18. November 2003
Von Volkmar Weiss - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
In „Wer ist John Galt?" („Atlas Shrugged") schildert Ayn Rand einen Staat, der alle kreativen Kräfte immer stärker drangsaliert und die Gewinne der Unternehmen sozial umverteilt. Die Unternehmer fliehen schließlich nacheinander alle in ein entlegenes Gebirgstal, dorthin - wo nur noch die Leistung zählt. Das führt zum Zusammenbruch des Sozialstaats. - Der Rezensent hat im Osten 15 bis 20 Jahre lang den wirtschaftlichen Niedergang erlebt, die ersten 5 Jahre fast unmerklich, dann immer fühlbarer und schließlich mit dem Untergang des staatswirtschaftlichen Systems endend. Nach der Wiedervereinigung kann er seit etwa 10 Jahren erneut alle Zeichen des Niedergangs beobachten, die ersten fünf Jahre fast unmerklich, inzwischen schon für jedermann erkennbar. Die kreativen Kräfte verlassen das Land. Oder sie haben sich, wie in den neuen Bundesländern, gar nicht erst ausreichend angesiedelt. Das Kapital flieht den Standort Deutschland. „Nicht weniger als 59% der mittelständischen Unternehmen haben bereits Standorte in anderen EU-Ländern errichtet ... 40% des ungarischen Bruttoinlandsprodukts werden mittlerweile in Unternehmen mit deutschen Eigentümern erarbeitet.", lesen wir bei Sinn.
Die Ursachen macht der Verfasser in der Hochlohnpolitik der Gewerkschaften, in einem überzogenen Sozialstaat und einer ausufernden Steuerbelastung fest. Die Höhe der deutschen Sozialleistungen lockt Einwanderer und Familiennachzug an und drängt im Niedriglohnsektor geringqualifizierte und ältere deutsche Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit. Das Rentensystem vollbringt eine gigantische Umverteilung der Leistungen der Familien mit Kindern zugunsten der Kinderlosen. Deshalb ist ein dringender Reformvorschlag von Sinn, die Kinderlosen aus der Rentenversicherung weitgehend herauszunehmen und zu einer Kapitalansparung zu veranlassen. Noch dürfte es dem Durchschnitts-Westdeutschen schwer fallen zu begreifen, wohin die Reise längst geht, noch geht es ihm viel zu gut. Noch. Jahrzehntelang hatte man sich daran gewöhnt, in Europa Spitze zu sein. So wird möglicherweise ein politisches Umsteuern schwer oder unmöglich sein. (Jetzt müßte man sich z.B. auch weigern, weiterhin der Hauptzahlmeister der EU zu sein.) Es ist zu befürchten, daß das deutsche Einzelkind erst in den Brunnen gefallen sein muß, ehe diese Sinn-Botschaft verstanden wird. - Das Buch ist in einfachen und verständlichen Worten geschrieben und vom Verlag gut aufgemacht, mit farbigen Diagrammen, Sachregister und Quellenhinweisen. Es ist so gut, daß es zur Pflichtlektüre eines jeden Politikers gehören und von Studenten und politisch Interessierten aller Richtungen diskutiert werden sollte. Als ergänzende Literatur können „totgedacht" von Baader, „Die IQ-Falle" und „Die demographische Zeitenwende" empfohlen werden.
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