Mit diesem Text legt der britische Menschenrechtsexperte und Demokratieforscher Todd Landman (Universität Essex) ein Lehrbuch vor, das sich aus zumindest zwei Gründen auf besondere Art und Weise als Einführungstext zur vergleichenden Politikwissenschaft eignet. Zum einen findet der Autor hier eine gute Balance zwischen der Darstellung der methodologischen Probleme einerseits sowie der inhaltlichen Schwerpunkte der politischen Komparatistik andererseits. Die Kapitel beschäftigen sich zunächst mit den Fragen, warum und wie man adäquate Vergleiche anstellt. Sie behandeln im weiteren die wichtigsten Forschungsfragen, mit denen sich Komparativisten heute auseinandersetzen: die kausalen Verknüpfungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Demokratie, die Gründe für Rebellionen und Revolutionen sowie für gewaltfreien Widerstand durch soziale Bewegungen, der Ablauf von Demokratisierungen, die Vor- und Nachteile bestimmter institutioneller Arrangements (Präsidial- versus parlamentarische Systeme, Mehrheits- versus Proportionalwahlrecht) sowie Menschenrechte. Abschließend kommt Landman auf neue Herausforderungen" für die Komparatistik zu sprechen und kehrt zu den spezifischen methodologischen Problemen vergleichender Analyse zurück.
Alleine schon die Kombination methodologischer, theoretischer und inhaltlicher Themen der vergleichenden Politikwissenschaft in einem geschlossenen Text ist als wertvoll zu bezeichnen, da dies in der Literatur bisher nicht allzu häufig anzutreffen war. Oft waren Einführungstexte zur Komparatistik entweder reine Überblicksdarstellungen zu den Forschungssubjekten (politische Kultur, Institutionen usw.). Oder es handelte sich um explizite Methodenlehrbücher, wie zum Beispiel die Werke Przeworski/Teune The Logic of Comparative Social Inquiry", Ragin The Comparative Method" oder King/Keohane/Verba Designing Social Inquiry".
Im Gegensatz auch zu einigen weiteren, teils sammelbandartigen Einführungstexten, die man auf dem Büchermarkt findet, kombiniert Landman in seiner Einführung nicht nur methodologische und inhaltliche Themen; er synthetisiert auch beide Bereiche miteinander. Das heißt er bietet hier einen sowohl empirisch reichhaltigen als auch methodenkritischen Überblick über die verschiedenen Projekte der vergleichenden Politologie der letzten Jahrzehnte, wobei sich seine Kritik der vorgestellten Forschungsergebnisse an den im Einführungsteil dargelegten Richtlinien für eine stringente Komparatistik orientiert. Man bekommt mit diesem Text dadurch einen ganz besonders guten Eindruck von dieser Subdisziplin der Politikwissenschaft und den spezifischen Herausforderungen, mit denen sie in der Forschungspraxis zu kämpfen hat.
Der zweite Grund weshalb dieses Buch als Einführungstext zu empfehlen ist, besteht in der beispielhaften didaktischen Aufarbeitung der behandelten Fragen. So unterteilt Landman seine Kapitel zu den inhaltlichen Fragen stets einheitlich in Literaturüberblicke zu den veröffentlichten Studien von vielen, einigen und einzelnen Ländern. Außerdem enthält das Lehrbuch eine Vielzahl unkomplizierter Tabellen, Graphiken und sogenannter briefing boxes", welche wichtige Erkenntnisse übersichtlich komprimieren. Auch die Bibliographie ist sorgfältig zusammengestellt.