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Israels Irrweg: Eine jüdische Sicht
 
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Israels Irrweg: Eine jüdische Sicht [Broschiert]

Rolf Verleger
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Pressestimmen

Dieses Buch eignet sich hervorragend als Orientierungsrahmen für eine Debatte, in der die Schwarzweissmalerei überwiegt; Grautöne findet der Leser bei Rolf Verleger. --Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2008

Süddeutsche Zeitung, 23.03.2009

Sein Ansatz schlägt Brücken zum palästinensischen Volk, in einer Zeit, in der das bitternötig ist. Und vielleicht sogar erhalten deutsche Politiker hier Anstöße für eine ausgewogenere Nahostpolitik.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Rolf Verlegers schmaler Band "Israels Irrweg" ist nicht etwa eine gerade rechtzeitig zum 60sten Jahrestag der Staatsgründung Israels verfaßte Abrechnung des Autors mit der Politik der israelischen Regierung, wie es der Titel eventuell suggerieren könnte, sondern die Publikation ist vielmehr ein sehr engagierter, weil persönlicher Rechenschaftsbericht des in die Schlagzeilen geratenen Lübecker Universitätsprofessors, Neurologen und Präsidiumsmitglieds des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Im Juli 2006 kritisierte Verleger in einem "Offenen Brief" die einseitige Parteinahme des Zentralrats für die militärischen Maßnahmen der israelischen Regierung gegen den Libanon, was zur Konsequenz hatte, daß er zwar Präsidiumsmitglied des Zentralrats blieb, aber von seiner jüdischen Gemeinde Schleswig-Holstein als deren Vorsitzender abgelöst wurde.
In einer anschließenden Onlinepetition "Schalom 5767 - Berliner Erklärung" bezeichnete er die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischer Gebiete und die daraus resultierende Entwürdigung und Entrechtung der Palästinenser als Grundübel für den israelisch/ palästinensischen Konflikt. Ziel dieser Petition war es, die deutsche Politik und damit auch die der Europäischen Union zu einem Kurswechsel in deren Verhalten gegenüber Israel zu bewegen, denn, so Verleger "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" sei nicht nur eine christliche Errungenschaft, sondern finde sich auch in der Tora, 3. Buch, Kapitel 19, Vers 18 wieder.
Allerdings, so Verleger, sei das Judentum, seine Heimat, in die Hände von Leuten gefallen, für die Volk und Nation die höchsten Werte seien anstatt Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Daraus ergibt sich für ihn die Frage, ob er "...als stolzer Jude die Schändung des jüdischen Selbstbildes durch die Schamlosigkeiten der israelischen Politik übergehen kann." Seine Antwort lautet folgerichtig, er könne es nicht mehr und er wolle es auch nicht mehr.
Da Verleger hinsichtlich der Wahrnehmung der israelischen Politik sein Judentum - offenbar im Gegensatz zum Zentralrat der Juden in Deutschland - nicht zum Maß aller Dinge macht, sondern seine Gradmesser vielmehr Gerechtigkeit und Nächstenliebe sind, vermittelt er glaubhaft, daß es ihm darauf ankommt, "...das Judentum aus der Geiselnahme durch die völkischen Nationalisten zu befreien und unsere Tradition als eine Religion der Befreiung zur moralischen Erneuerung wieder ans Tageslicht zu bringen."
Daß er sich mit solchen Äußerungen nicht nur Freunde macht, belegt die im Kapitel "Diskussion ist möglich, aber unerwünscht" dokumentierte Email-Diskussion. Sie ist zugleich Beweis dafür, wie weit der Weg noch bis zu einer sachlich geführten Debatte ist. Ein ausgesprochen lesenswertes Buch, das, getragen von einer tiefen Sorge um den Staat Israel, gerade deshalb rechtzeitig zu dessen 60. Jahrestag erscheint.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr positive Ansicht 24. Mai 2010
Von dirtsc
Format:Broschiert
Zum Inhalt steht hier schon sehr viel, besonders die Rezension von L. Brenne-Wegener vom 03. Mai 2008 ist sehr treffend. Daher versuche ich nur einmal die Zielrichtung des Buches knapp auf den Punkt zu bringen.

Herr Verleger argumentiert aus einer jüdisch-religiösen Sicht zur Politik Israels und seiner Haltung im Nahost-Konflikt. Dabei kann er hervorragend den heutigen Gegensatz zwischen Nationalismus und ethischem Verhalten herausarbeiten. Für mich war sehr schön, einmal zu lesen, welche äußerst positiven Grundhaltungen man aus der jüdischen Religion ableiten kann. Und sehr schön ist es auch, dass hier einmal eine deutliche Abgrenzung zwischen Judentum und israelischem Nationalismus gelingt.

Das Buch ist leicht und schnell lesbar, die Argumentation ist sehr verständlich. Es ist aber ohne Grundkenntnisse im historischen Ablauf des Nahost-Konflikts wohl nur schwer zu verstehen. Der kurze Abriss, den Verleger selbst liefert, dürfte für einen Einsteiger kaum ausreichen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Ein religiöser, jüdischer, deutscher Psychologe von heute, dessen Familienmitglieder (natürlich) Holocaust-Opfer sind und dessen Familie zum Teil in Israel lebt, übt scharfe Kritik an Menschenrechtsverletzungen, die der Staat Israel begeht und die von Anhängern des Staates Israel gerechtfertigt werden. Warum tut er das? Weil er als ehrlicher und moralisch denkender Mensch gegen ALLE MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN eintritt, auch wenn sie von "seinen Leuten" (die denselben Glauben oder dieselbe Kultur haben) verübt werden, und gerade dann, wenn sie im Namen des Judentums geschehen. Der Holocaust - und darin stimmt er mit Norman Finkelstein, Noam Chomsky und anderen überein - darf nicht andere Verbrechen rechtfertigen. Rolf Verleger erklärt den Lesern vieles über das eigentliche Judentum und die Vielfalt der jüdischen Meinungen, auch und gerade zum Thema Israel. Respekt, Professor Rolf Verleger. Luay Radhan
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