Die Autoren überraschen mit einer kritischen Haltung gegenüber dem Christentum und Judentum. Das ist schade für den Reisenden, zumal sich die touristisch interessanten Stätten nicht im palästinensischen Zuständigkeitsbereich befinden. Für christliche Pilger wird der unterkühlte Stil Jesus soll dort Wunder gewirkt haben", mit Unterlassung von detaillierter Hintergrundinformation, die sich ja zumindest für Angehörige des Kulturkreises der westlichen Hemisphäre in Israel geradezu aufdrängt, eher irritieren. Israel ist von großer weltgeschichtlicher und religionsgeschichtlicher Bedeutung und hat eine Vielzahl von Monumenten und archäologisch interessanten Örtlichkeiten zu bieten.
Dennoch ist der Führer dünn und auch oft nichts sagend, lieblos zusammengestellt. Wenn man damit die von Lonely Planet voluminöse Ausgabe über Tibet vergleicht, in der auch die unbedeutendsten Klöster als sehenswert gepriesen werden, dann fragt man sich, ob es einen Mangel an Ausgewogenheit gibt.
Reiseführer sollen unparteiisch, unpolitisch sein, aber auch einen Sinn für die Bedeutung der Sehenswürdigkeiten haben. Klöster in Tibet haben eine geringe Bedeutung für die Weltgeschichte. Das kann man schwerlich für Nazareth oder Kapernaum behaupten. Gerade Länder mit einem großen kulturgeschichtlichen Erbe, erfordern von Autoren von Reiseführern mehr als nur Kommentare wie: this café is a nice hangout. Der Reiseführer Israel erweckt den Eindruck, das er nur eine Lücke bei Lonely Planet füllen sollte nach dem Motto: ok. lasst uns auch einen Führer über Israel anbieten! Eine Chance wurde vertan.