"Israel und Palästina" ist die im Januar 2010 veröffentlichte zweite, komplett aktualisierte Ausgabe und Fortführung des ursprünglichen Titels "Israel, palästinensische Gebiete und Ostsinai". Mit seinen mehr als 450 Seiten ist es das derzeit aktuellste und umfangreichste Reisehandbuch für das "Heilige Land".....
.....das von den Autoren Wil Tondock und Burghard Bock in neun Kapitel und einen Anhang untergliedert wurde. Während die Kapitel 1 "Alles über Reisen in Israel und Palästina" und 2 "In Israel und Palästina zurechtkommen" allgemeinen Hinweisen (z. B. Termine für die jüdischen Feiertage bis zum Jahr 2013) und Tipps gewidmet sind, befasst das dritte Kapitel auf 39 Seiten mit "Land und Leuten". Hierzu zählt die Geschichte seit der "grauen Vorzeit" bis zum heutigen Staat Israel und zu Palästina als künftigen Staat der Palästinenser. Neben den Menschen in Israel werden die drei monotheistischen Weltreligionen, die Landschaften, Flora und Fauna, Kultur und Wirtschaft einer näheren Betrachtung unterzogen.
Während die Kapitel 4 "Jerusalem und Umgebung" und 5 "Tel Aviv und Umgebung" beschreiben, sind in Kapitel 6 "Die Mittelmeerküste", 7 "Galliläa und der Golan" und 8 "Der Süden" zusammengefasst. Der im Unterkapitel "Haifa - schönste Stadt Israels" als eines der besten Schawarma-Lokale im Land empfohlene "Scharwarma Emil" in der Allenbystreet 33 (Seite 255) war, wie timediver® am 14. März 2010 feststellen musste, bereits nicht mehr existent. Beim empfohlenen Besuch des 1952 ausgerufenen, "Unabhängigen Staates Akhsivland" am Rande des gleichnamigen Nationalparks (S. 271) erhielt timediver® tatsächlich ein Einreise- und Ausreisevisum in Form eines Stempels im Reisepass. Entgegen den Ausführungen im Reisehandbuch, ist der mittlerweile über 80jährige "Staatschef" Eli Avivi jedoch noch am Leben und erfreut sich bester Gesundheit. Auch führte die "Visa" nicht zu dem angekündigten längeren Gespräch bei der Ausreise aus Israel. Leider entsprechen die im Reiseführer genannten Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten nicht immer der örtlichen Realität. So war das Tor der Kreuzfahrerburg Belvoir (Kokhav HaYarden) bereits um 15.00 Uhr verschlossen, obwohl es in der Winterzeit bis 16.00 Uhr geöffnet sein sollte. Nur durch die Überredungskünste meiner Ehefrau hatte die zweistündige Anreise nicht ihren Sinn verloren. Beim Grab Oskar Schindlers auf dem Friedhof des Jerusalemer Berg Zion (S. 142) blieb das Tor nach 14.00 Uhr jedoch verschlossen, so dass ein erneuter Anlauf am nächsten Tag erforderlich war. Einen hervorragenden Tipp gibt es zur Besichtigung der Grabeskirche, der zu einem Besuch nach 18.00 Uhr rät (S. 133).
Das gesamte neunte Kapitel ist politisch korrekt "Palästina - künftiger Staat der Palästinenser" gewidmet. Neben den Beschreibungen zur Geburts- und Milchgrotte (S. 406) und dem "antipalästinensischen Schutzwalls" in Bet Lekhem (Bethlehem) lockte auch das nehegelegene "Herodeion" (S. 411) zu einem Besuch der palästinensischen Autonomiegebiete im Westjordanland. Obgleich ein Besuch des Gazastreigfens infolge des Krieges von 2008/2009 derzeit nicht möglich ist und auch Jerusalemer Moslems keinen Grund für einen Besuch nennen können, wird er zum Abschluss des Kapitels beschrieben. Der einzige Zugang zum Tempelberg für Nichtmuslime, südlich der Westmauer über eine Stelzenkonstruktion zum Bab AlMughrabi (S. 126) ist derzeit jedoch geschlossen.
Mit der Vergabe von bis zu vier Sternen wurde der archäologisch-historischen und religiös-kulturellen Bedeutung der einzelnen Stätten Rechnung getragen. Bei einer Dichte von bedeutenden Stätten, wie sie wohl sonst nirgends auf Welt zu finden ist, hilft die Sterneklassifizierung auch bei der Priorisierung der Besichtigungen. In den einzelnen Abschnitten sind die jeweiligen Objekte unter der Überschrift "Sehenswertes" in einem übersichtlichen, hellgelb unterlegten Kasten zusammengestellt. Neben einer Vielzahl nützlicher Karten, Stadtpläne und Übersichtsskizzen gibt es, ebenfalls in hellgelb unterlegte, Essays zu Themen wie "Der Präsident und sein Land" (S. 68 ff.), "Die Kreuzritter erobern Jerusalem" (S. 112), "Weihnachten in Bethlehem" (S. 404), "Hass auf allen Seiten" (S. 412) usw.
Ab Seite 423 bietet ein Anhang noch ein Glossar, ein Minilexikon mit den wichtigsten allgemeinen Ausdrücken in Hebräisch und Arabisch, zwei Tabellen mit jeweils einem Bibelstellenverzeichnis, einem Index und einer Tabelle mit Ortsnamen in hebräischer und arabischer Schrift.
Die geballten, gut strukturierten Informationen des derzeit aktuellsten Reisehandbuches lassen nur eine Bewetung mit 5 Amazonsternen zu.