Ruhe umfängt uns, leise Akustik-Gitarren Harmonien - eine melancholische Weise am sehnsüchtig lauschenden Ohr.
Doch dann - Break, schwere Riffs, fordernder Rhythmus - eine kreischende, keifende Stimme durchschneidet das Band - wild und ungestüm. Danach folgt eine feine Gitarrenharmonie, die den Refrain unterstützt - "Suffocated", der Eröffnungshammer der Scheibe weist den Weg.
Im zweiten Song "My heart is a tomb", wird dann der Klargesang ausgepackt, Erinnerungen an OPETH werden wach.
Ein ruhiger Beginn, mit einer weiteren Akustik-Gitarren Einleitung, die melancholische Stimme erzählt von Schwermut, von Befreiung und dem eigenen Schicksal, welches es gilt zu meistern.
Verlasse Dich nicht auf Andere, lass Dich nicht fallen - hilf Dir selbst.
Überhaupt zeigt dieses Werk der jungen Finnen immer auch Auswege auf, erzählt vom Leben selbst - depressiv, aber mit den nötigen Sonnenstrahlen verbunden.
Bei einem der Highlights des Albums "Into the black light", dann eine große Portion KATATONIA.
Ruhige Strophen, schwermütig vorgetragen, fast kombiniert mit einer PORCUPINE TREE artigen Stimmung, dann aber wütende Ausbrüche, heftig bratende Gitarren, nur um nach 3,30 min urplötzlich auf ein neues Niveau gehoben zu werden.
Eine feine Lead-Gitarre spielt eine prägnante Melodie in den Gefühlsorkan des Liedes - gibt Halt, wirkt episch, führt Dich immer weiter zum Refrain ... zum Ende.
"From the shadows - Into the black light." - pure Emotion, unverfälscht und mitreissend.
Hier wird vieles verwoben, was gut und richtig ist.
Wir haben emotionale Momente, hauptsächlich dunkel gefärbt, melancholisch, wie Sie Bands wie Opeth groß gemacht haben. Dazu ein Melodien-Verständnis, meist durch die Leadgitarre ausgedrückt, wie Sie bei Bands, wie der alten PARADISE LOST Schule, SENTENCED oder AMORPHIS angefunden wird.
UND die MACHT - verzerrte, schwere Riffs der härteren MelodicDeath Schule.
Es werden Cello, wie bei "Lost in a loop" eingesetzt. Dezente Keyboards unterstützten ab und an die Songs, um sie atmosphärischer werden zu lassen. Dies ist doch recht vielschichtig geraten, meist tieftraurig, immer jedoch mit einer Spur Hoffnung versehen.
Interessant der Track "22:22 - Nihil", eine Instrumental-Nummer, die im Booklet seltsamerweise einen eigenen Text aufweist. Es sind sehr persönliche, interpretierbare Gedanken des Sängers, die er hier niederschrieb.
Eine starke Nummer, die auch auf die extrem gut geratene Produktion hinweist - die Gitarren klingen einfach famos, fräsen sich unaufhaltsam durchs Kleinhirn.
Dann das nächste Highlight "Architect of new beginning", wieder diese führende Lead-Gitarre, die sich durch den Song windet, episch-melodiös. Zwingendes Songwriting, spannungsgeladen und mit mehreren Ebenen versehen.
Dann "Birth", das längste Stück des Albums.
Eine schwere Nummer, brachial - und wieder diese durchschimmernden Gitarrenharmonien.
Nach langsamen und ruhigem Beginn, wird an der Härteschraube gedreht, die Growls des Sängers erschaffen ein mächtiges, ungezähmtes Wesen.
Die Akustik-Breaks, der ruhige Mittelteil, der nur von wenigen Akustik Tönen und leisen Keyboard-Sounds untermalt wird, die sehnsüchtige Gitarrenmelodie und das ausufernde, melodische Finale des Songs zeigen die Klasse der Band - so spannend kann ein Klang-Monolith sein.
Dieses Songwriting geht bei der Zielgruppe unweigerlich unter die Haut, fesselt und birgt eine phantastische, düstere Atmosphäre in sich. Viele ruhige Momente schaffen Kontrast, kontrapunktieren die Kraft und die Macht der wuchtigen Eruptionen des Band-Sounds.
Zusammen mit der, scheinbar ureigenen, finnischen Melancholie erzählt dieses Album in unnachahmlicher Art von den Tiefen der Seele.
Gebündelt findet man all diese Trademarks noch einmal in der eigentlichen Abschluss-Nummer
"A storm inside" - wunderhübsch, ergreifend, zu Tränen rührend und doch voller tröstlicher Momente.
Diese Band wird groß - nein, sie ist es schon ...
FAZIT
Eines der stärksten Düster-Alben des Jahres 2009
Melancholisch - Hoffnungsvoll - Tieftraurig - Erhaben - Einfach Vielschichtig
Voll dunkler Schönheit ... ergreifender, vertonter Seelenschmerz
DARKEN TOM from darkenstorm.com