Inhalt:
Ein Spiel. Eine einsame Insel und 12 Jugendliche. Darum geht es. Diese 12 Jugendlichen werden aus den unterschiedlichsten Bereichen heraus eingeladen. Theater, Film, Musik. Sie wurden angesprochen und bei einem Casting ausgewählt. Und nun ist es soweit, es geht auf eine Reise. Ziel ist die Insel "Isola". Hier sollen die Jugendlichen eine Zeit verbringen. Das einzige, das sie vor Reisebeginn wissen ist: Es wird eine TV-Show. Alles, was auf der Insel geschieht, wird aufgezeichnet. Jeder Teilnehmer darf 3 persönliche Dinge mitnehmen (Handys und ähnliches sind natürlich ausgeschlossen). Sie werden alles vorfinden, was sie brauchen. Und so beginnt der Roman. Wir lernen die einzelnen Teilnehmer kennen. Kurz vor und auf ihrem Flug nach Isola. Bzw. in die Nähe. Sie sind wirklich bunt zusammengewürfelt. Jeder für sich irgendwie eine starke Persönlichkeit. Auf der Insel angekommen, erfahren sie, daß nicht nur das Leben dort eine Aufgabe ist. Vielmehr gibt es noch ein "Spiel". Über das sie nicht wirklich begeistert sind. Aber ohne das Spiel wird das Projekt sofort abgebrochen. Und so stimmen sie alle zu. Und was mit Freude beginnt, verwandelt sich in einen Alptraum.
Meine Meinung:
Ich war doch etwas skeptisch. In Gedanken stellte ich mir vor, daß es hier um ein Projekt geht, das aus einer Mischung von "Big Brother" und "Lost" ist. Aber wer die Autorin kennt, weiß, daß das zu einfach gewesen wäre. Und genau so entpuppt es sich auch. Es geschehen Dinge, die ich hier nie erwartet hätte.
Die einzelnen Charaktäre mochte ich eigentlich fast auf Anhieb alle. Nun gut ... bis auf 2-3 Ausnahmen und mein Riecher erwies sich da auch als erfolgreich. Aber das wahrscheinlich, weil die Autorin es auch genau so steuerte. Geheimnisvolle, verschlossene, schillernde, märchenhafte Charaktäre. Es war einfach wundervoll jeden einzelnen Stück für Stück näher kennenzulernen.
Die Hauptperson in diesem Buch ist zweifelsfrei Vera - oder sollte ich Joy sagen? Denn Joy ist ihr eigentlicher Name. Vera der, den sie sich für die Insel gegeben hat. So wie jeder der Teilnehmer sich einen Namen ausdenken mußte und seinen wirklichen nicht verraten durfte. Vera ist der stille, sich gekehrte Charakter. Sie steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Isola ist eine Insel, die vor Rio de Janeiro liegt. Und genau dort kommt Vera eigentlich her, bevor sie von ihren Stiefeltern adoptiert wurde. Und genau dorthin zieht es sie auch zurück. Nur deshalb hat sie sich auf dieses Spiel eingelassen. Sie weiß nicht, was sie von Isola halten soll. Von dem Spiel, von den anderen Teilnehmern. Und sie fühlt sich von Anfang an zu Solo hingezogen, der fast noch stiller scheint als sie. Doch ist Solo wirklich der, für den sie ihn hält?
Das Buch beginnt eigentlich sehr ausgeglichen, sehr unterhaltsam. Doch es nimmt schnell an Fahrt auf und man möchte es nicht mehr aus der Hand legen. Unvorhergesehene Dinge geschehen, die man eigentlich nie erwartet hätte. Wie werden die Jugendlichen damit umgehen. Wer zieht hier an den Strippen, die dieses Spiel ausmachen? Und haben sie wirklich eine Chance?
So furchtbar wie manches auf der Insel auch ist, so gerne wäre ich doch auch dort gewesen. Hätte mir wie Neander die Vögel dort anschauen und anhören möchten. Hätte die Bilder sehen wollen, die Moon von allen zeichnet, hätte mit Mephisto Stöckchen werfen spielen wollen, oder einfach nur das Bad im Meer mit Solo.
Es ist ein Buch voller Unterschiede, voller Abenteuer, voller Liebe, Angst, Grauen und Freude. Ich glaube, jede Stimmung erscheint in dem Buch, was es so abwechslungsreich macht.
Ich kann es wirklich nur empfehlen. Und keine Angst, es ist kein Horror-Roman. Nicht einmal Ansatzweise - nur falls meine Beschreibung so rüberkam. Aber es ist schwer zu erklären, ohne wichtige Inhalte zu verraten, die man hier auf jeden Fall selbst erfahren sollte. Es hat mir ein paar sehr kurzweilige Stunden geschenkt!
Einen Satz hab ich Euch noch mitgebracht: "Vielleicht ist es mit der Liebe so wie mit der Musik, man kann sie nicht erklären, sie trifft einen wortlos - mitten ins Herz."