Anfang der 80’er Jahre beherrschte das Wunderkind die Charts mit einer ganzen Reihe Pop-Perlen, u.a. die etwas vergessenen „Pictures in the dark“ oder „Tricks of the light“. Wurden schon die letzten Instrumental-Alben „Platinum“ und „QE2“ zum Dekadenwechsel gut verkauft, zahlte sich die Unterbringung einer Schallplattenseite Gesang auf der 82’er „Crisis“ voll aus : Oldfield wurde in Radio und Fernsehen rauf und runter gespielt. Und das nicht ganz zu Unrecht, standen die Kleinode vierminütiger Komponierkunst den Intrumental-Epen seiner Frühzeit doch in nichts nach. Bis „Islands“ 1987 blieb Oldfield dem Kompromiss der Mischung von Instrumental- und Gesangstiteln treu. Doch war der Vorgänger „Discovery“ noch ein wahres Pop-Wunder verließ dem Meister danach die Inspiration. Sicher war der Anspruch der Fans nach mehr als 10 Jahren überirdischer Musik zu hoch gesteckt, doch auch die Folgewerke werden zeigen : Der Multiinstrumentalist hatte sein Pulver verschossen.
„Islands“ wirkte behäbiger, einfallsloser und langweiliger als die Vorgänger. Die Gitarren weichen größeren Synthesizer-Flächen, viele Melodien scheinen nur oberflächlich variiert von früheren Themen. Es wird auch keine wirkliche Hitsingle von „Islands“ geben.
Obwohl „Islands“ keinen wirklichen Bruch im Oldfield’schen Schaffen darstellt, wird er nie wieder an seine früheren Erfolge anschließen können. Sowohl auf „Islands“, wie auch auf „Tubular Bells II“ schafft er immer noch magische Momente, es werden noch tolle Hits wie „Innocent“ oder „Man in the rain“ (vom Tubular Bells III – Album) folgen und doch spaltet Oldfield nach „Islands“ mehr und mehr seine Fangemeinde mit Experimenten wie „Amarok“ oder der X-ten „Tubular Bells“ – Auflage, welche die Authenzität des Orginals doch nie erreichen kann.
Heute produziert der einstige „Mozart des Pop“ belanglose Computermusik für Esoterik-Anhänger. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Inspiration und Keativität verloren gehen können.