Mit Islands endet eine Ära. Es ist das letzte Studioalbum in Originalbesetzung von The Band. Es ist zwar gegenüber allen The Band-Alben wohl das schlechteste, doch wäre der Maßstab damit zu hoch angesetzt und jede andere Band wäre froh sein, ein solches jemals gemacht zu haben. Es hat nicht die genialen Songs, aber die Platte enthält dennoch lauter schöne Songs, die man sich gerne anhört.
Right as rain ist ein typisch für Richard Manuel geschriebener Song, eine schnellere Ballade. Street Walker, eine Zusammenarbeit von Danko und Robertson, ist ein rockig-bluesiger Song mit Bläsersatz. Let the night fall wie Song 1 eine Richard Manuel Ballade mit schöner, eingängiger Melodie. Der Cover-Rock'n Roll-Song Ain't that a lotta love von Levon Helm gesungen mit Bläsersatz hat einen unglaublich Drive und macht Laune. Der nächste Song Christmas must be tonight von Robbie ist neben John Lennon's Happy Xmas das beste Weihnachtslieder der Rockgeschichte und ist einer von den am meisten gecoverten Songs von The Band. Das einzige Istrumentalstück ihrer Geschichte Islands hat eine durchaus schöne Melodie und ist abwechslungsreich. The saga of Pepote Rouge zeigt, wie es Robertson versteht, Geschichten in Liedern zu erzählen. Der Blues-Klassiker Georgia on my mind (Ray Charles) von Richard Manuel hervorragend gesungen und hat eine eigene Note von der Band bekommen. Ein Liebling von mir ist der nach Bar klingende Rocksong Knockin' lost John, bei dem Helm zusammen mit Robertson, der sonst eigentlich nicht singt, singt. Genial ist außerdem das geniale Akkordeonsolo von Garth. Ein Akkordeon mir einem solchen Sound hat, glaub ich, noch nie jemand gehört. Der letzte Song ist ein fröhliches Lied: Livin' in a dream.
Nicht geniale, aber bescheidene, gut anzuhörende Rocksongs, die Freude machen. Sollte man vielleicht nicht mit den anderen The Band-Alben vergleichen, sondern einfach genießen.