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Islamfeindschaft und ihr Kontext: Dokumentation der Konferenz Feindbild Muslim – Feindbild Jude
 
 
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Islamfeindschaft und ihr Kontext: Dokumentation der Konferenz Feindbild Muslim – Feindbild Jude [Broschiert]

Wolfgang Benz
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Produktinformation

  • Broschiert: 151 Seiten
  • Verlag: Metropol; Auflage: 1 (Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940938327
  • ISBN-13: 978-3940938329
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 575.214 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die wachsende Feindschaft gegen Muslime war Thema einer Tagung, die das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin im Dezember 2008 veranstaltete. Ziel der Konferenz war es, die aktuellen Ressentiments gegen Muslime in Europa und insbesondere in Deutschland zu thematisieren und mit dem Instrumentarium der Vorurteilsforschung, der Antisemitismus als wichtigstes Paradigma dient, zu untersuchen. Die teilweise heftigen Reaktionen in der Presse, in Internetforen und in der Bloggerszene, überwiegend ohne Kenntnis der Vorträge verfasst, gaben Anlass, die Tagung zu dokumentieren.

Über den Autor

Wolfgang Benz, Jahrgang 1941, ist Mitgründer und Mitherausgeber der Dachauer Hefte und war von 1969 bis 1990 Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte in München. Seit 1990 arbeitet er als Professor an der Technischen Universität Berlin und ist Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Wolfgang Benz erhielt 1992 den Geschwister-Scholl-Preis.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
In der Mitte angekommen... 28. Februar 2010
Das Buch ist absolut lesenswert- aber auch erschreckend, denn die in dem Buch thematisierte- und die um die Publikation aufscheinende Problematik ist in einer Art und Tiefe im Herz der Gesellschaft verankert, die entsetzen kann.

Im Grund könnte man das Vorwort und die Einführung von Wolfgang Benz auch als Nachwort und gleichzeitiges Präludium für die anschliessend erfolgende Eskalation des Diskurses sehen.

Für mich ist das Argumentationsfeld der Autoren innerhalb des Buches schlüssig und seriös wissenschaftlich.
Einen sehr wichtigen Aspekt beleuchtet der Aufsatz um den "Experten" der eben ausserhalb wissenschaftlicher Kriterien populistisch breitenwirksam Positionen einbringt und in Foren verfestigt, die eigentlich im Herzen der Gesellschaft verortet sind. Das Beispiel von Raddatz ist gut gewählt- im Bereich des Antisemitismus gibt es ähnliche Experten- mit ähnlichen, aber auch mit - zu untersuchenden- abweichenden Funktionen.
Die entlastende Funktion dieser "Experten" wäre ein eigenes Forschungsthema, denn es ist erstaunlich wie über diesen Weg Positionen in den Diskurs geraten, die man bei nüchterner Betrachtung entweder dem extremistischen Rand zuordnen- oder generell als unwissenschaftlich marginalisieren würde.

Die Chiffren dieser Positionen überhaupt zu hinterfragen ist ein wesentliches Anliegen des Buches- und es ist nachvollziehbar, dass gerade dies eine so heftige Gegenreaktion ausgelöst hat- denn hier werden nicht Positionen einer extremen Minderheit beschrieben, sondern verfestigte- und gefährliche - Vorurteile und Mechanismen von hoher Verbreitung. Diese Verfestigung und ihre Verteidigung läßt sich analog durchaus im Feld des Antisemitismus und in der Islamfeindschaft feststellen, und der Cross-Over zwischen Anti- und Philosemitismus hat entsprechende Gegenstücke in dem Konfliktfeld des Diskurses um den Islam- mit entsprechenden Ausnahmen.
Gerade dieser Punkt der Ausnahmen wurde im Diskurs um das Buch sehr häufig übersehen, denn neben den - besorgniserregenden - Analogien gibt es auch gravierende- und in der Publikation dargestellte- Unterschiede.
So kann eine "philo-islamische" Position durchaus eine andere Funktion bedienen als eine philosemitische- und im Kontext des Schuldkomplexes gegenüber Juden zwar ebenso schuldentlastend wirken, aber diese Wirkung kann in einer komplexen Verschränkung in massiver Form Antisemitismen so installieren, dass sie als "Gutmenschenposition" doppelten Schaden anrichtet- und ohne Widerstand ins Herz der Gesellschaft wandert. Hierzu ist der letzte Aufsatz des Buches von Benz lesenswert (Stereotype und Verschwörungstheorien- Antizionismus als islamischer (islamistischer ) Antisemitismus.) Er schildert am Ende ein folgenschweres Beispiel: Das Buch "Die Sprechenden Steine" von Abdel Qadir. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie eigentlich feste Positionen wie das Nein zu Folter und zum Einsatz von Kindern in militärisch- politischen Konflikten durch diesen Cross-Over ausgehebelt- und in Schulhöfe und Klassenzimmer produziert werden können. Die antisemitischen Motive des Buches sind durchaus mit einer der Inkunabeln des Antisemitismus von Eisenmenger vergleichbar- und der Kreis der Promoter des Buches- das wegen dieser antisemitischen Funktion aus dem Verlagsprogramm genommen wurde- ist beachtlich. Beachtlich war, dass dieses Buch als Friedensbuch propagiert und eingeführt war. Beachtlich waren auch die Mittel die von Promotern dieses Buches gegen die Initiatoren der wissenschaftlich begründeten Entnahme im Anschluss eingesetzt wurden.
Dazu - und zu dem Diskurs über die Thematik überhaupt, findet sich im Artikel von Sabine Schiffer (S.42) eine gute Beobachtung:" Wie Hannelore Noack in ihrem Buch "Unbelehrbar?" aufzeigt, blieben die Argumente der Judenhasser auch nach deren Widerlegung mit teils juristisch durchschlagendem Erfolg virulent und existieren auch heute noch. Sowohl die guten Analysen als auch die Apologie waren nicht erfolgreich und hier stellt sich die Frage für das Zentrum und andere Vorurteilsforscher, ob und welche Möglichkeiten der Überwindung es gibt."

Das Problem liegt nicht nur in der gesellschaftlichen Zentralität, sondern es macht eben auch einen Unterschied aus, ob irgendeine extreme Randfigur angegriffen wird, oder ein Leiter einer Gedenkstätte, der Leiter einer Bibliothek, der Leiter eines politischen Referates einer Bildungsstelle oder ein bekannter Publizist- und wenn die Welterklärungsmuster eines solchen Kreises zur Diskussion stehen. In der Verbindung mit der affektiven Motorik des Komplexes in der Gesellschaft ist die Diskussion um das Buch und die Positionen der TU zu verstehen.
Für mich ist die Lektüre des Buches ein regelrechtes Muss und ich verfolge mit Spannung den weiteren Kurs des Forschungsbereiches an der TU.
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14 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Arne Hoffmann TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Die wachsende Feindschaft gegen Muslime war im Dezember 2008 das Thema einer Tagung des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA), wo man die aktuellen Ressentiments mit dem Instrumentarium der Vorurteilsforschung untersuchen wollte. Gegen diese Veranstaltung gab es von Anfang an heftige Anfeindungen - überwiegend ohne dass die gehaltenen Vorträge überhaupt bekannt waren. Um die Debatte wenigstens auf eine vernünftige Grundlage zu stellen, erschien im Februar 2009 eine Dokumentation der Tagung als Buch.

In der Einleitung erklärt Wolfgang Benz, Leiter des ZfA, welche Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamfeindschaft bestehen und welche Taktiken der Judenhasser heute in leicht verändertem Gewand wieder aufgegriffen werden. Die weiteren Beiträge behandeln unterschiedliche Facetten des Themas: So erörtert Angelika Königseder, wie die Lehrerin Fereshta Ludin in den Medien dafür ins Zwielicht gerückt wurde, dass sie erfolgreich darauf klagte, auch im Unterricht ein Kopftuch tragen zu dürfen. Sabine Schiffer spricht die Methoden an, mit denen mancher einen Vergleich von Antisemitismus und Islamophobie durch Zensur und Tabus zu unterbinden sucht. Sachkundig analysiert Yasemin Shooman die islamfeindliche Szene im Internet, wobei das Weblog "Politically Incorrect" mit all seinen Gewaltphantasien, Schlachtrufen und Drohungen einen Schwerpunkt bildet. In seinem Kommentar zu Hoomans Beitrag ergänzt Iman Attia, dass Muslime solchen Unsäglichkeiten inzwischen nicht nur auch in seriösen Medien ausgesetzt seien, sondern insgesamt in ihrem Alltag. Auch Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse mit dem islamfeindlichen Weltbild nicht in Einklang zu bringen sind, werden inzwischen systematisch mit Schmähkritik und bösartigen Anwürfen überzogen - und zwar beileibe nicht nur von rechtsaußen, sondern auch von links, namentlich dem "antideutschen" Spektrum.

Es ist den Autoren hoch anzurechnen, dass sie den erwähnten persönlichen Anfeindungen mutig standhalten. Diese wurden nach der Veröffentlichung dieser Dokumentation erwartungsgemäß noch verstärkt.
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