Aus der Amazon.de-Redaktion
Ähnlich kontrovers setzt Hofmann den "Aufbruch in den Osten" in Szene. Für den ersten aus dem Westen stammenden, auswanderungswilligen Muslim hält der Autor ein Plädoyer über die Vorzüge von Solidarität in der islamischen Großfamilie, Gastfreundschaft, fehlender Kriminalität und nicht zuletzt vom gelebten, allgegenwärtigen Glauben. Kein Wunder, dass dieser Student sich im islamischen Orient bald heimisch fühlt. Weniger rosig schätzt der zweite westliche Konvertit seine neue Umgebung ein. Er dankt Gott dafür, dass er Muslim wurde, bevor er die muslimische Welt kennen lernte. So habe er sich die maßgebliche islamische Theorie nicht durch eine fragwürdige Praxis verdunkeln lassen. Die muslimische Welt wirkt auf diesen Studenten in erster Linie als Entwicklungsland.
Kann Hofmann nach diesen inhaltlich weit auseinanderliegenden Statements zu seiner Eingangshypothese zurückkehren und den Islam als nach wie vor notwendiges Allheilmittel anpreisen? Zumindest versucht er es, ohne freilich die Schattenseiten des heutigen Islam zu verschweigen (wie etwa den Kopftuchzwang in einigen islamischen Ländern). Nahezu zwangsläufig ergeben sich Überschneidungen mit seinem früheren Buch. Provozierend und überaus aktuell regt Der Islam im 3. Jahrtausend zu eigenen Überlegungen an. --Larissa Carina Seelbach
Kurzbeschreibung
Zukunft Islam?
Ein informatives, fundiertes, aber auch provokatives Buch, das die christliche und die islamische Welt ins Kreuzverhör nimmt. Wohin strebt die hochzivilisierte Welt? Kann der Islam Antworten auf die Fragen geben, die sich die Menschheit an der Jahrhundert- und Jahrtausendwende stellt?
Wie tauglich sind die beiden großen monotheistischen Religionen, um mit ihnen die neue Menschheitsepoche anzugehen? Was sind die wahren Werte, die richtige Moral, die humane Gesellschaftsform, mit denen die Menschheit friedlich und vernünftig überleben kann - und das auch noch in Einklang mit der göttlichen Offenbarung?
Dr. Murad Hofmann, früherer deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, analysiert den Zustand und die Zukunftschancen des Christentums und des Islam und geht mit ihnen hart ins Gericht. Obwohl auf beiden Seiten Vor- und Nachteile vorhanden sind, entscheidet er sich dezidiert für den Islam als die große Alternative zum moralischen Verfall unserer westlichen Gesellschaft.Murad Wilfried Hofmann, geboren 1931, promovierter Jurist, arbeitete 33 Jahre im diplomatischen Dienst, zuletzt als deutscher Botschafter in Algerien und Marokko. Heute bereist er als vielgefragter Vortragender vor allem Westeuropa, die USA und muslimische Staaten. Dr.Hofmann konvertierte 1980 zum Islam und veröffentlichte seither zahlreiche Aufsätze und Bücher über interkulturelle und -religiöse Themen.