Die Diskussion bringt nur wenige wirklich neue Informationen zum Thema. Wer sich nicht schon selbst mit der Materie intensiv auseinandergesetzt hat, wird die verschiedenen Standpunkte nur achselzuckend zur Kenntnis nehmen können, während besser informierte Leser ihren jeweiligen Standpunkt kaum aufgrund eines der Aufsätze korrigieren dürften. Der Wert des Buches liegt darin, dass es einen Überblick über die gängigen Argumente liefert, die in der gegenwärtigen Diskussion über den Themenkomplex Islam-Islamismus-Terrorismus-Integration eine Rolle spielen.
Freilich enthüllt es gerade deshalb auch das niedrige Niveau, auf dem diese Auseinandersetzung geführt wird. Wenn fünfzehn herausragende westliche Intellektuelle eine solche Diskussion führen, dann sollte man erwarten, dass diese sich durch empirische Sättigung, analytische Tiefe, theoretische Durchdringung und gedankliche Originalität auszeichnet. Stattdessen bekommt man von fast allen Protagonisten ein bestürzendes Maß an Oberflächlichkeit und Ignoranz geboten.
In der Feststellung, dass feuilletonistische Dünnbrettbohrerei in der Debatte über eines der drängendsten Probleme unserer Gesellschaft den Stil bestimmt, liegt zweifellos auch eine Erkenntnis, allerdings eine der unangenehmen Art.
Unterhaltsam immerhin ist das Buch streckenweise. Dies aber weniger wegen seines Informationsgehalts, sondern wegen der Neigung der Diskussionsteilnehmer, einander unter die Gürtellinie zu schlagen.