Der Harvard-Professor Samuel Huntington hielt 1994 seinen vielbeachteten Vortrag "Clash of civilazations", dem ein erweitertes, zugespitztes Buch selben Titels kurze Zeit später folgte. Es wäre unsinnig, Huntingtons Ausführungen im Kern zu widersprechen oder den Versuch zu unternehmen seine Darstellung des tatsächlichen massiven Konfliktpotentials zu relativieren. Es ist offensichtlich gegeben. Huntingtons Schrift haftet nur der Makel an, daß er mit absoluten Formulierungen eine Unausweichbarkeit der Katastrophe zumindest scheinbar zu prophezeien sucht. Richtig ist, es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit der gewaltsamen Eskalation und wenn wir (und damit sind gleichwohl die säkulare und christliche Welt auf der einen und die islamische Welt auf der anderen Seite gemeint) uns weiterhin so verhalten wie bisher, dann ist dieser gewaltsame Zusammenprall in näherer Zukunft wohl auch tatsächlich fast unvermeidlich. Nur zwingt uns niemand uns weiterhin so zu verhalten! Daß ein höheres Maß an Bildung im Schulterschluß mit dem unbedingten Willen zum Verständnis negativ korreliert mit gewaltsamen Auseinandersetzungen ist empirisch hinreichend belegt.
Und genau da setzt dieses kleine Buch "Islam und Christentum: Ein Vergeich" an und leistet einen wichtigen Beitrag, Huntingtons prophezeiter Unvermeidlichkeit Lösungen entgegenzusetzen. Denn würden wir dazu übergehen, aufziehenden, scheinbar unvermeidbaren Konflikten resignierend entgegenzusehen, steuern wir in ein schlimmes, blutiges 21. Jahrhundert. Man muß die teilweise eklatanten Unterschiede der christlichen oder zumindest christlich geprägten säkularen Welt/Weltsicht und des Islam kennen, um Lösungen für ein friedliches Miteinander zu finden. Das wird noch schwer genug, denn der Islam verstößt in einigen elementaren Grundsätzen dem deutschen Grundgesetz und sämtlichen westlichen Verfassungen. Ohne dieses Wissen, behält Huntington recht, ist die Katastrophe kaum zu vermeiden. Daher sei jedem, der sich an der Diskussion beteiligt oder beiteiligen will, dieses kleine Buch empfohlen. Sich entsprechendes Wissen anzueignen, ob nun mit Hilfe dieses Büchleins oder anderwärts, sei allen Gesellschaftsgestaltern nicht nur empfohlen, sondern befohlen! Denn bei allem gebotenen Respekt, Aussagen wie die unseres Präsidenten Christian Wulff "Der Islam gehört zu Deutschland" sind nur auf schlimmste Unkenntnis zurückzuführen, sind ganz und gar Unsinn und in ihrer Prägung hochgefährlich!
Es geht nicht darum, den Islam per se zu dämonisieren, aber aus Unwissenheit derartigen Unfug zur Ideologie zu erheben, aus falschem Verständnis von Toleranz (Toleranz funktioniert nur gegenseitig, sonst ist sie der sichere Tod des den Intoleranten Tolerierenden!) schadet der freien Welt! Der Islam gehört nicht zu Deutschland, er gehört auch nicht zur EU! Das ist eine gefährliche, gutmenschliche Verklärung des verbrieften Rechts auf Religionsfreiheit! Deutschland und die EU tolerieren selbstverständlich Muslime, die hier leben und sich an das deutsche Grundgesetz/europäische Verfassung halten, die die Scharia nicht über das staatliche Gesetz stellen (aber genau das verlangt der Koran von jedem Muslim)! Wir können in Frieden miteinander auf dieser Welt leben, solang wir uns stetig mühen, von einander zu wissen, einander zu verstehen, einander zu respektieren und nicht versuchen uns gegenseitig zu bekehren! Ich habe dieses Buch als sehr aufschlußreich empfunden, denn es schafft auf sechzig Seiten einen sehr guten Überblick über das konträre Menschenbild und Gottesbild der beiden Kulturen.