Der Film fing gut an. Die Kulissen und Kostüme überraschen mit guten bis sehr guten Produktionsqualitäten und vor allem die ersten 30 Minuten, die sich um den Jungen Isenhart drehen, als er sich z.B. verliebt, lesen und schreiben lernt und so weiter können überzeugen.
Doch mit dem ersten Mord aber vor allem dem Auftreten von Bert Tischendorf als Isenhart zerfällt der Film langsam. Isenhart wirkt wegen Tischendorf wie ein junger Mensche aus dem 21ten Jahrhundert der einen Junge Menschen im Mittelalter spielen soll, sprich: deplaziert oder engl misscast. Auch verfügt Tischendorf über keine besonders ausgeprägte Mimik, so dass ein Wütend- oder Nachdenklich sein sich auf Lippen zusammenkneifen und böse gucken beschränkt. Steinocher, der Isenharts Ziehbruder spielt, "meistert" Emotionen durch brüllen gelegentlich gepaart mit weglaufen.
Die eingeworfenen Anspielungen auf das Heute wirken platt. Nutzt der Ziehvater einen Bergkristall als Lesehilfe fabuliert er plötzlich wir praktisch das wäre sich so etwas vor die Augen binden zu können (Brille). Isenhart postuliert bei einem Gespräch über Vögel, dass bei genauer Studie dieser Tiere auch der Mensch fliegen lernen wird (Flugzeug). Die moderne Medizin wird schon zu Beginn per Herzmassage und Mund zu Mund eingeführt und gipfelt in Anatomischen Zeichnungen die eines Da Vinci würdig wären.
Die eigentliche Handlung um den Jungfrauenmörder (nichtnotwendigerweise Mädchen) wird extrem sprunghaft erzählt. Per Dialog wird ein Sachverhalt erklärt und aus dem nichts ein Lösungsansatz präsentiert. Dann folgt eine Reitmontage, weitere Dialoge und eine neue Reitmontage. Isenhart selbst erkennt plötzlich einen Zusammenhang, als er einen bestimmten Knoten sieht und "weiß" wie jemand zuvor gehängt worden war statt dem angenommen Selbstmord, da er eben jenen Konten wiedererkennt. Alles inklusive Rückblende wie alles passierte. It's CSI time baby! Menschen die Antworten geben könnten sterben immer dann wenn Isenhart zu ihnen will. Der Film verlor mich ganz als ein Charakter stirbt und dessen Körper, der auf einer per Flaschenzuge und Gegengewicht freischwebenden Liege ruhte, wegen des "entweichen der Seele" plötzlich leichter wird. Ohhkaay.. now its Fringe time.
Der Film war einfach schlecht und reiht sich ein in das untere Mittelmaß wo sich bereits so "Event Movie" Perlen wie Hindenburg und Berlin tummeln.