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Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers [Taschenbuch]

Philipp Möller
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (232 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

21. September 2012
«Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu. "Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit. Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag. Möllers Geschichten aus dem deutschen Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer wieder urkomisch.

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Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers + Schantall, tu ma die Omma winken! - Aus dem Alltag eines unerschrockenen Sozialarbeiters + Dann press doch selber, Frau Dokta!: Aus dem Klinik-Alltag einer furchtlosen Frauenärztin
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78 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lehrerbuch 7. November 2012
Format:Taschenbuch
Wenn „Isch geh Schulhof“ nur ein weiterer witziger Lehrer-Erfahrungsbericht wäre, Genre Humor, Subgenre knallharte & urkomische Schulgeschichten, dann würde ich mir nicht die Mühe machen, eine Rezension zu schreiben. Andererseits, wenn das Buch als Traktat über Pädagogik oder Predigt über Schulpolitik daherkäme, ich hätte mir nicht mal die Mühe gemacht, es zu lesen. Glücklicherweise ist es weder nur das eine noch nur das andere, sondern eine Mischung aus erzählenden und reflektierenden Passagen, als literarische Form irgendwo zwischen Bildungsroman und Essay angesiedelt. Und, nicht zu vergessen, es ist ein autobiographischer Text.

Philipp Möller, Diplom-Pädagoge um die Dreißig, Nichtlehrer also, Quereinsteiger, beißt sich gut zwei Jahre lang als Vertretungslehrer an einer Grundschule durch. Er beschreibt, was er dabei erlebt, wie er sich verändert, wie er in die Aufgabe hineinwächst und am Ende beinahe Klassenlehrer wird.

Aus dieser Perspektive werden die Verhältnisse an der Berliner Grundschule geschildert; Verhältnisse, an denen man verzweifeln möchte. Der Lehrer als Potentialentfaltungscoach? Vergessen Sie’s. Möller beschreibt, wie und warum er mutiert zur „frontalpädagogischen Dampfmaschine“, er erzählt, wie ihm die Sicherungen durchbrennen und wie er die Wirksamkeit von systematischer Belohnung kennenlernt. Am Ende ahnt man ein bisschen, wie er es schafft, meistens nicht zu verzweifeln. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt dabei ein Menschenbild, das ohne Moral auskommt, das ihm hilft, ohne Vorwürfe an die Beteiligten heranzugehen, an die Schüler, an die Kollegen, auch an die Eltern, und an sich selbst. Das ist das, was mir am besten gefallen und mich am meisten überzeugt hat.

Möller schreibt klar und unprätentiös, oft witzig, manchmal plakativ, immer gut lesbar. Dass seine Schilderungen dicht an der Realität sind, nimmt man ihm ab. Auszusetzen habe ich an seinem Buch vor allem, dass es teilweise – hauptsächlich am Ende – zu sehr in Richtung Manifest geht. „Wenn also auch Sie der Meinung sind, dass Bildung in Deutschland nicht länger sträflich vernachlässigt werden darf, setzen Sie gemeinsam mit mir und anderen ein deutliches Zeichen“ –

Sätze der Art „Egal was sich hier ändert – es kann nur besser werden“ sind mir suspekt. Ist da jemandem wirklich nicht klar, dass es sehr wohl auch schlechter werden kann? Hier in Berlin lassen die Schulen seit Jahren einen bunten Reigen von so genannten Reformen über sich ergehen, Maßnahmen, deren Umsetzung viel Kraft kosten, ohne wirklich etwas Brauchbares zu bewirken. Die Wahrheit ist, kein Mensch weiß, was das Richtige wäre für unser Bildungssystem. Auch wenn der eine oder andere Bildungshüther als Experte daherkommt, man sollte sich nicht täuschen lassen. Für leichtfertige Theorien ist das System zu komplex, erst recht für reformatorischen Eifer.

Um zynisch zu sein, sei er zu jung, schreibt Möller ein- oder zweimal. Ich hoffe, die Alternative zum Zynismus ist nicht, Illusionen anzuhängen.

Weil unter der Aufrüttel-Rhetorik das Nachdenken leidet, von mir einen Stern Abzug.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
In dem glücklichen Wissen eine (vor kurzem erst vollendete) "behutsame" Schulausbildung in verhältnismäßig guten Ausbildungsstätten genoßen zu haben, habe ich mich an dieses Buch begeben. Phillip Möller berichtet ungeschönt von seinen ganz persönlichen Erfahrungen als Grundschullehrer und schafft es dabei humorvolle, erschreckende & persönliche Situationen abwechslungsreich zu schildern. An manchen Stellen holt er aus und analysiert unser Schulsystem an sich, kritisiert Missstände, denkt über Reformen nach und entwirft das Bild eines Bildungssystems, das auf einem humanistischen Menschenbild beruht.

Auch wenn er manchmal wie ein Streiter für die Bildung auf verlorenem Posten wirkt, die bildungsfernen Aussagen & Verhaltensweisen der Kinder, häufig aus Familien mit Migrationshintergrund, ein sehr dramatisches Bild dieser Gesellschaftsgruppen zeichnet, so kommt nie der Eindruck eines Chauvinismus a la Sarrazin auf (von dem sich Möller in dem Buch auch distanziert), da immer wieder klar wird das sich Bildungsarmut nicht nur auf Familien mit Migrationshintergrund beschränkt. Es werden sowohl extreme Härtefälle beschrieben, wie auch Lichtblicke, und nie hat man den Eindruck das eine Wertigkeit zwischen diesen Menschen gezogen wird. Im Gegenteil! Möller sieht jeden Charakter als Produkt seiner Gene und seines Umfeldes und somit kann er ohne Vorwürfe versuchen, das beste für jeden einzelnen herauszuholen.

Die Berichte von Lehrern & Räumlichkeiten sind erschreckend, die Diskussionen zwischen Möller & seinen Schülern urkomisch, der Bildungsstand & das Verhalten der Schüler machen nachdenklich und anhand seinen persönlichen Erfahrungen erfahren wir, wie hart der Lehrerberuf ist.

Ein Buch das schockiert, Spaß macht & zum Denken anregt. Kaufempfehlung meiner Seits :) .
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43 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Realistischer Erfahrungsbericht - mehr aber nicht 17. November 2012
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Möllers Buch ist ein flüssig geschriebener Erfahrungsbericht aus dem Innenleben einer typischen deutschen Brennpunktschule. Mit leichtem ironischen Unterton beschreibt er, wie ein behütet aufgewachsener Akademiker auf Unterschichtsschüler (viele davon mit Migrationshintergrund) aus chaotischen, kaputten Verhältnissen trifft. Zwei Welten prallen ungebremst aufeinander. Dabei beschreibt Möller nach meinen eigenen Erfahrungen als Lehrer vollkommen realistisch und sogar differenziert: Auch in einer chaotischen, schwierigen Klasse sitzen ja sehr unterschiedliche Kinder.

Nachdem man ca. 150 Seiten lang den Schilderungen Möllers halb belustigt und halb geschockt gefolgt ist, zeigt das 350 Seiten lang Werk dann doch seine Schwächen: Die persönliche Lebensgeschichte Möllers (Freundin, deren Studienplatzsuche, Geburt eines Kindes) ist inhaltlich banal und ganz uninspiriert geschrieben. Möllers Entwicklung vom hilflosen Anfänger zum erfolgreichen und bei Schülern und Schulleitung beliebten Lehrer, dazu fehlen dem Autor Möller dann doch wesentliche Konzepte und sprachliche Mittel, um dies nachvollziehbar zu beschreiben. Abgesehen davon, dass Selbstbeweihräucherung vom Leser nie so gern gesehen wird...

Möllers große Erleichterung, den Schuldienst nach 2,5 Jahren zu beenden, ist angesichts seiner angagierten Schuljahresvorbereitung nicht nachvollziehbar. Gänzlich unnötig ist das von Möller als "wichtige Zeilen" benannte, fast pubertäre Nachwort, welches oberflächlich und unwissenschaftlich Ergebnisse der Hirnforschung aufzählt (auch wenn es nur ein kleines Detail ist: Das Konzept der sogenannten "Spiegelneuronen" ist wesentlich problematischer, als Möller dies meint).

Unter dem Strich bleibt ein flüssig zu lesener Bericht, in dem sich vermutlich unzählige Lehrer wiederfinden werden. Einzig die häufige Erwähnung des so frühen Feierabends hat mich gewundert. Offenbar hat Möller kaum Unterricht vorbereitet, Arbeiten korrigiert, sich mit Kollegen abgestimmt, den Klassenraum eingerichtet, Hausbesuche durchgeführt und mit sozialen Organisationen Kontakt aufgenommen. Wesentlich bedauerlicher jedoch ist, dass den häufigen nebulösen Vorwürfen politischer und gesellschaftlicher Fehlenwicklungen keine Lösungsansätze folgen. Dass Schule auch in sozialen Brennpunkten (wenigstens teilweise) gelingen kann, für diese Erkenntnis war Möller Erfahrung wohl doch zu kurz und schmal.
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4.0 von 5 Sternen Großartig! Ein Buch das Frau Wanka lesen sollte!
Ich finde es sollten noch mehr Personen die im Schuldienst tätig sind ihre Erfahrungen mit den Schülerinnen und Schülern aufschreiben. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Stunden von Grabs Stephanie veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Der Zerfall der deutschen Bildung
Ich bin nun seit nunmehr 14 Jahren Schule, habe davon 4 auf der Grundschule, 6 auf der Realschule und abschließend 4 auf dem Gymnasium verbracht und stehe nun kurz vor dem... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Tag von Thom-X veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Man denkt mal nach
Gutes Buch. Für mich nichts neues, denn schön geredet wird nur in der Politik. Teilweise erschreckende Mißstände und fehlende Mittel in diesem Land. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Tag von Ronny Schober veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Suuuper
Eine echt gelungene Gesellschaftsatire, ich mußte nur manchmal denken, Schade dass heutige Kinder in so einem Alltag groß werden müssen und versuche dem etwas... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Tag von Eva veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Ein gewöhnlicher Erfahrungsbericht - angestrengt aufgeplustert
Bei dem Buch "Isch geh Schulhof" handelt es sich um einen deskriptiven Erfahrungsbericht aus der zweijährigen Vertretungslehrerzeit eines Quereinsteigers - einen... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Tagen von Helmut Hochbein veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Es ist ja so wahr
Muss man gelesen haben, so treffend, so wahr, so lustig und so aufrüttelnd. In der deutschen Bildungslandschaft kann und darf es so nicht bleiben, wie es zur Zeit ist,... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Tagen von C. Prescher veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Bravo- einfach gut!
Hi Philipp,

einfach mal ein unterhaltsames Buch ( habe es mir vorlesen lassen, hoffe es war deine Stimme) während meiner Arbeit auf der Datscha angehoert. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Tagen von Buchnarr veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Hi !!
Fand ich sehr schön.
Lieferung promt.
Preis voll in Ordnung.
Bestelle sehr ger über Amazon.
Hatte noch nie irgendwelche Schwierigkeiten.
Vor 8 Tagen von Biggi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Lustig
Ein super Buch.
Zum kaputt lachen...
Für alle, die gerne lesen und auch mal kräftig laut los lachen können und wollen.
Vor 10 Tagen von Carina Vilser veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Regt zum nachdenken an
Die Geschichte hat keine Längen.
Es ist zum Schmunzeln , aber gleichzeitig auch traurig, wenn man über das Gelesene nachdenkt. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Tagen von Nico Richter veröffentlicht
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