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Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers Taschenbuch – 21. September 2012


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1. (21. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404606965
  • ISBN-13: 978-3404606962
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,2 x 18,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (481 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.596 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Philipp Möller, Jahrgang 1980, ist Diplom-Pädagoge und lebt als freier Autor in seiner Heimatstadt Berlin. Nach dem Studium der Erwachsenenbildung wagte er den Quereinstieg als Lehrer und unterrichtete zwei Jahre lang an Berliner Grundschulen. Als Pressereferent der Giordano Bruno Stiftung engagiert er sich für Humanismus und Aufklärung. Seit Februar 2011 stellt er seine pädagogischen Fähigkeiten auch als Vater unter Beweis.

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143 von 168 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Enno Arkona am 7. November 2012
Format: Taschenbuch
Wenn „Isch geh Schulhof“ nur ein weiterer witziger Lehrer-Erfahrungsbericht wäre, Genre Humor, Subgenre knallharte & urkomische Schulgeschichten, dann würde ich mir nicht die Mühe machen, eine Rezension zu schreiben. Andererseits, wenn das Buch als Traktat über Pädagogik oder Predigt über Schulpolitik daherkäme, ich hätte mir nicht mal die Mühe gemacht, es zu lesen. Glücklicherweise ist es weder nur das eine noch nur das andere, sondern eine Mischung aus erzählenden und reflektierenden Passagen, als literarische Form irgendwo zwischen Bildungsroman und Essay angesiedelt. Und, nicht zu vergessen, es ist ein autobiographischer Text.

Philipp Möller, Diplom-Pädagoge um die Dreißig, Nichtlehrer also, Quereinsteiger, beißt sich gut zwei Jahre lang als Vertretungslehrer an einer Grundschule durch. Er beschreibt, was er dabei erlebt, wie er sich verändert, wie er in die Aufgabe hineinwächst und am Ende beinahe Klassenlehrer wird.

Aus dieser Perspektive werden die Verhältnisse an der Berliner Grundschule geschildert; Verhältnisse, an denen man verzweifeln möchte. Der Lehrer als Potentialentfaltungscoach? Vergessen Sie’s. Möller beschreibt, wie und warum er mutiert zur „frontalpädagogischen Dampfmaschine“, er erzählt, wie ihm die Sicherungen durchbrennen und wie er die Wirksamkeit von systematischer Belohnung kennenlernt. Am Ende ahnt man ein bisschen, wie er es schafft, meistens nicht zu verzweifeln. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt dabei ein Menschenbild, das ohne Moral auskommt, das ihm hilft, ohne Vorwürfe an die Beteiligten heranzugehen, an die Schüler, an die Kollegen, auch an die Eltern, und an sich selbst.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Anna Hübner am 16. Dezember 2013
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ja, so sieht's aus an deutschen(?) Schulen. Beim Lesen dachte ich nicht nur einmal: "Gott sei Dank bin ich nicht an so einer Schule gelandet!". Und trotzdem konnte ich mich in vielen Schilderungen wiedererkennen. Das Buch zeigt viele Missstände an unseren Schulen auf, die sich nicht mehr nur auf "Brennpunkt-" und Großstadtschulen beschränken. Die Klassen werden immer heterogener, was nicht nur der steigenden Integration und Inklusion geschuldet ist, und auch problematische soziale Verhältnisse der Schüler verstärken sich. Und gerade die sozialen Probleme werden zunehmender auch Hauptarbeitspunkte der Schulen. In diesem Buch wird das deutlich. Philipp Möller schreibt aus einer sehr persönlichen Sicht, wie er seine Zeit in einer Schule in Berlin verlebt hat und welche Schlüsse er daraus für sein Leben und das Leben seiner Familie zieht.
Doch meiner Ansicht nach lesen solche Bücher immer nur die Leute, die über die Probleme im deutschen Schulsystem ausreichend informiert sind. Daher empfehle ich auch "Neueinsteigern" dieses Buch, um sich ein Bild zu machen, ohne von Theorie gelangweilt zu werden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Benedictu TOP 500 REZENSENT am 9. Februar 2015
Format: Taschenbuch
Seltsam, daß die sozialen und sprachlichen Mißstände, wie sie in den bundesrepublikanischen Brennpunktschulen typisch sind, erst durch einen jungen Berliner Aushilfslehrer und Quereinsteiger einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Zwar hatte auch sich unlängst schon Ursula Sarrazin in Hexenjagd: Mein Schuldienst in Berlin über sozialen und bürokratischen Mißstände an Berliner Schulen kritisch in Buchform geäußert, aber mit einem etwas anderen Fokus und von den meisten Zeitungen schnell als nicht hilfreich ad acta gelegt. Wo ist denn nun aber die eigene aufgeklärt-kritische Berichterstattung der deutschen Leitmedien zu den Bildungsmißerfolgen an den Unterschichtschulen? Wo sind die Reportagen der zwangsgebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender, die die politischen Parteien als ihr Eigentum betrachten? Wo sind die Bildungsinitiativen der politischen Parteien? Ganz offensichlich versagt die Politik, die die Lehrer an der Bildungsfront der Problemschulen alleine läßt. Und noch eklatanter versagt die Presse, die sich eher als Partner der Politik denn als unabhängige vierte Gewalt begreift.

Es ist die Eigeninitiative eines Einzelnen, der mit seinem Buch der Republik die Augen öffnet. Kaum einer, der es liest, wird behaupten können: Alter Hut, das haben doch SPIEGEL, FAZ, ZDF, Deutschlandfunk & Co schon längst abgedeckt. So müßte es doch aber sein, um berechtigterweise von einer funktionierenden Mainstreampresse reden zu können.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Shutterfly am 20. Dezember 2013
Format: Taschenbuch
???

Auf Deutsch: Ich bin geflogen. Auch: Isch hab gefliegt. Typisches Ghetto-Deutsch, wie es in Berlin gang und gäbe ist, auch und besonders bei hier geborenen, türkischstämmigen Berlinern und sonstigen Deutschen, die es sich angewöhnen, weils cool ist und man Homie werden will – oder muss.

Ich habe manchmal Tränen gelacht. Manchmal ist mir das Lachen auch im Hals steckengeblieben, weils manchmal eigentlich doch nicht komisch ist.

Wenn Lehrer Möller seinen Schützlingen erklären will, dass Schwule nicht ansteckend sind und man sie nicht steinigen darf, dreht er einfach ein paar Stunden lang Runden um den Schöneberger Nollendorfplatz zwecks Anschauungsunterrichts am lebenden Objekt. Er erklärt ihnen auch, dass Frauen Menschen sind und sie zu achten sind wie ihre Mütter. Nur weil ein Mann körperlich (meistens jedenfalls) stärker ist als eine Frau, heißt das nicht, dass er auch stärkeren Grips hat.

Geduldig erträgt er die Hibbelanfälle der an ADHS-leidenden Schüler, gerät auch mal selbst in Gefahr, wenn sie absolut nicht zu bändigen sind. Zu viel Zucker, zu viel Fastfood – das brennt die schärfste Gehirnzelle weg. Nur ihnen grammatikalisch richtiges Hochdeutsch beizubringen – das hat er längst aufgegeben.

Das Beste an diesem Buch ist allerdings die Intension. Es mögen spaßige Beobachtungen unseres Schulalltags sein, aber es geht um mehr. Lehrer Möller liebt seine Schüler. Er möchte ihnen etwas auf den Lebensweg mitgeben. Die Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Leider braucht man für diesen Beruf besonders starke Nerven und ein dickes Fell, das Philipp Möller nicht immer hat. Schade für die Schüler und das Berliner Schulsystem an sich, aber letzteres ist zu starr für ihn. Leider.
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