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© Stereoplay -- Stereoplay
Das düster-dichte, herbrockige Vorgänerwerk von Polly Jean Harvey, "To Bring You My Love", war '95 ein Seelenstriptease als Tour de Force. Anknüpfungspunkte hat's hier üppig: das mystisch groovende "The Wind", der wummernde Noise-Pop von "A Perfect Day Elise" oder das nonchalante "The Garden". Zu tieffrequentem Baß-Blubbern und technoiden Sound-Effekten, teils übersteigert verzerrt ("No Girl So Sweet"), gesellen sich dunkel lodernde Balladen, so daß letztlich ein zweispältig-zerrissener Eindruck bleibt. ** Musik: 03-05 ** Klang: 03-04
© Audio -- Audio
Kein Frage: Zwischen dem anspruchsvollen, intimen Pop einer Sheryl Crow und den performancehaften Schreitherapien einer Diamanda Galás gibt es noch viele Möglichkeiten, Musik als schonungslos emotionalen Ausdruck höchst individuell zu gestalten. Polly Jean, kurz P J Harvey gehört zu der Spezies Sängerinnen, die weder sich selbst noch den Fans zu viel Harmonie und Ruhe gönnt. Selbst wenn sie fast versöhnlich klingt und ihre Musik mal so etwas wie Liebreiz ausstrahlt, sind ihre Songs, balladesk wie groovig, archaisch-bluesige oder elektronisch-verfremdet, beunruhigend und absolut aufwühlend. Kaum jemand schafft es wie sie, Paranoia und Neurosen so lustvoll und hypnotisch in Musik umzusetzen. Zwischen Flüstern und Schreien inszeniert P J Harvey ihre Begierden
© HIFI Test - Detlev Kinsler -- HIFI Test
POLLY JEAN HARVEY, die ewig Abgründige, Herrin des latenten Wahnsinns, Meisterin im Entfachen beklemmender Szenarien. Diesmal zwar etwas weniger hysterisch, sparsam mit Ächzen und Schreien, doch beharrlich auf der Wanderung an der Borderline. Schwer vorstellbar, daß diese Frau im eigenen Garten Gemüse zieht und sich währenddessen ihre Songs durch den Kopf gehen läßt. Eher denkbar, daß sie dabei in einem unbemerkten Moment anstelle einer Rübe den Leibhaftigen aus dem Erdreich zerrt. Mit dem ihr eigenen Sinn für Dramatik webt HARVEY, Gepeinigte und Peinigerin in Personalunion, den Faden unterschwelliger Beunruhigung durch borstigen Rock, düsteren Blues und stampfende Elektronik, lenkt pianogeführte Romantik auf unheilvolles Terrain, flüstert beschwörend und grollt zu maximal verzerrten Bässen. Immer dräut Finsternis in der dunklen Stimme, die sich mitunter jählings in unnatürliche Höhen schraubt, immer hat man das dumpfe Gefühl, an einem Ort vorbeizukommen, an dem irgend etwas Grauenhaftes geschehen ist oder geschehen wird. Anstrengend ist sie bisweilen, die neurotische Kunst der POLLY JEAN HARVEY, doch in ihrer undurchdringlichen, brütenden Dichte auch wieder enorm faszinierend.
Jennifer Koegst / © Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de -- INTRO
zt sehr wild...und dann wieder sehr schoen, laesst sie uns an ihrem kranken musikverstandnis teilhaben....danke pj tip:track 5 + 12
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