Rebekka Bakken ist eine schöne Frau, die eine schöne Stimme besitzt und schöne Lieder komponiert.Ihr zuzuhören, ist eine Freude und Wohltat für die Ohren. Und ja, sie geht ihren eigenen Weg. Na UND? Muss denn jede Cd extrem verjazzt sein, damit der Künstler als ernst zu nehmend bezeichnet werden kann? Der Vergleich mit Britney Spears hinkt und ist so überzogen, dass sich nur die Balken biegen. Von Kommerzmüll ist Bakken nämlich sehr weit entfernt, sorry Jazzpolizisten. Dieses Album ist poppiger, stimmt. Und es ist gut. Genauso gut wie Sarah McLachlans oder Paula Coles Alben, und diese Damen machen guten Pop, der mit Britney&Co so viel gemeinsam hat wie Kohlsuppe mit einem Kreuzschraubenzieher, einmal abgesehen davon, dass Cole und McLachlan ihre Lieder selbst schreiben. Bakkens Album schafft innere Ruhe, lädt zum Relaxen ein, ein Wort das die Jazzpolizei natürlich nicht kennt, weil sie mit der Lupe jede einzelne Notenpunktierung zerbröseln, damit sie etwas zum Meckern haben. Und was hätte Frau Bakken mit ihrem Plattencover so anderes anstellen sollen? Sich als Yeti verkleiden, um pseudointellektuell in die Röhre zu glotzen? Sie ist jung und schaut nett aus. Deshalb kann sie machen, was sie will. Und was sie macht, ist gut. Wer ruhigere und niveauvolle Musik mag, dem wird das Album gefallen. Als passionierter Jazz- und Worldkonsument (ja, ich höre auch Miles oder Cesaria Evora) und als Mensch, der für jegliche Art von guter Musik offen ist, kann ich die Scheibe empfehlen. Lassen Sie sich nicht beirren und überzeugen Sie sich selbst, ob Ihnen die neue Cd zusagt. Es ist nicht alles purer Jazz, was glänzt, und das muss es auch nicht. Lieber diese Bakken-Cd als die x-te Krall-Scheibe, auf der alte Klassiker zum tausendsten Mal durch den Wolf gedreht werden.