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Im März erschien nun mit "Is my Head still on?" das Debütalbum des Kreativkopfes Kellerman - zumindest in Schweden. Die Schlichtheit von "Trouble and Desire" hat der junge Musiker, der bis auf den Bass alle Instrumente selbst eingespielt hat, damit auf die nächste Ebene getragen. Nüchtern und melancholisch, aber zugleich ergreifend lebensfroh - Rasmus Kellerman/Tiger Lou zeigt, dass er den Kopf durchaus an der richtigen Stelle trägt: Die zehn Songs sind fein arrangiert; Weltschmerz, Bitterkeit und warmherzige Selbstironie sind stets richtig dosiert. Kein Wunder also, dass schwedische Rezensenten den Nachwuchskünstler bereits mit Exportschlagern wie Kristofer Åström oder Christian Kjellvander vergleichen: Auch die haben bewiesen, dass es noch so genannte "Singer/Songwriter" gibt - auch in Skandinavien, sogar erfolgreich.
"Is my Head still on?" hat dabei vielleicht noch die eine oder andere Schwäche, überzeugt aber im Gesamtbild nichtsdestotrotz. Und angenehm ist, dass wir es hier nicht mit einem größenwahnsinnigen Egomanen zu tun haben, sondern mit einem bescheidenen Debütanten, der weiß, was er will. Und Lieder wie "Warmth", "Like You Said" oder "The Wake/Hooray Hooray" machen schnell vergessen, dass "Lowdown" vielleicht ein etwas blasser Schlusspunkt ist oder dass die erste Single "Oh Horatio" doch ein wenig zu berechenbar klingt. Alles in allem: Ein überzeugendes (Quasi-)Erstlingswerk von einem jungen Schweden, der kreativ genug scheint, um noch oft zu überraschen.
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1. The Sound of Crickets: eingängiger Opener mit angenehm überdramatisiertem (!) Choral im Hintergrund
2. Sell Out: etwas rockiger - das Lied mit dem Refrain zum Mitsingen?
3. Oh Horatio: erste Single mit merkwürdigem Text ("I met Horatio five years ago outside of Munich on the way to Rome")
4. Warmth: hier mal mit Klavier - gibt es so etwas wie "dezente Bombastik"?
5. The War Between Us: eigentlich ein netter Song, der zu Beginn jedoch etwas dahin plätschert
6. Like You Said: großartige, getragene Nummer von der "Vintervila"-EP (2003) - erinnert besonders an Kristofer Åström, aber das muss ja nicht schlecht sein...
7. Last Night They Had To Carry Me Home: hübsch, wie das Schlagzeug uns hier durch den wehmütig (verkaterten?) Song trägt
8. The Wake/Hooray Hooray: ein bisschen traurig, aber dennoch wunderschön - drückt meines Erachtens am besten aus, was "Is my Head still on?" dem Hörer sagen will
9. All In Good Time - langsam, ganz langsam baut Tiger Lou hier ein kleines Glanzstück auf, das nach seinen über sechs Minuten fast den Eindruck erweckt, das Album sei bereits zu Ende - wäre da nicht noch Track 10...
10. Lowdown: als Ausklang des Albums irgendwie ein wenig fehlplatziert, als hidden track aber okay (vielleicht deshalb die ansonsten unerklärlichen drei Minuten Pause davor?)
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Aber: Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten...
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