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Irrungen, Wirrungen: Roman: (Berliner Frauenromane)
 
 
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Irrungen, Wirrungen: Roman: (Berliner Frauenromane) [Taschenbuch]

Theodor Fontane
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 190 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 6 (1. August 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746652634
  • ISBN-13: 978-3746652634
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,6 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
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Theodor Fontane
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

-Sie entsagten, weil sie mußten, aber sie gingen nicht in den Brunnen, sondern lebten weiter in ihrer Pflicht - Botho, der Gemahl der netten, hübschen, lustigen Käthe, die sich herzlich liebhaben ließe, wenn man nicht an die einzige Lene dächte, und Lene, die Frau des braven Meisters, dessen einziger Fehler ist, daß er so ganz anders ist als der einzige Botho.-
Der Roman wurde 1887 zunächst in der Vossischen Zeitung abgedruckt. Die befürchteten Proteste gegen die vermeintliche Unmoral der Geschichte blieben nicht aus. Es kam zu Abbestellungen der Zeitung, ein Mitinhaber richtete an Stephany die von Wandrey überlieferte Frage, die seither so oft zitiert worden ist: -Wird denn die gräßliche Hurengeschichte nicht bald aufhören?-Theodor Fontane (1819 -1898) ist der bedeutendste Erzähler des literarischen Realismus. Der gelernte Apotheker machte mit 30 Jahren das Schreiben zum Beruf, zunächst als Journalist und Theaterkritiker. Erst spät begann er erfolgreich Romane und Erzählungen zu schreiben.Gert Westphal (geb. 1920 in Dresden): 1948 - 53 Oberspielleiter bei Radio Bremen, 1953 - 59 Hörspielleiter u. Fernseh-Chefregisseur beim Südwestfunk, 1959- 80 Mitglied des Züricher Schauspielhauses, als Rezitator von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

Mit großer Nüchternheit beschreibt Fontane die Irrungen und Wirrungen einer Gesellschaft, die sich vom Gebot der Menschlichkeit entfernt hat und in der das unstandesgemäße Liebesverhältnis zwischen einem Adligen und einer kleinen Plätterin scheitern muß. Allein in deren Gedächtnis dauert diese »Herzensbindung« an und erinnert beständig an die Notwendigkeit, der Menschlichkeit wieder die Geltung zu verschaffen, die sie im kurzen Glück Bothos und Lenes besaß. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Adliger Leutnant und kleine Näherin, eine Liebesgeschichte, die in wilhelminischer Zeit keine Zukunft haben kann, am Ende gar Konfektionsware der Sparte Rührseligkeiten? So sieht's nur auf den ersten Blick aus, denn Fontane verwendet diese klischeeüberfrachteten Versatzstücke, um eine Gesellschaftskritik der etwas anderen Art zu verfassen.
Das Bemerkenswerte an diesem Roman ist nämlich das, was n i c h t passiert: Die unstandesgemäß verliebte Lene wird nicht unehrenhaft schwanger, sie stirbt auch nicht an gebrochenem Herzen oder der Schwindsucht, sie stürzt sich nicht verzweifelt in den Landwehrkanal, endet nicht in Schimpf und Schande, entpuppt sich aber auch nicht im letzten Moment als verloren geglaubte Herzogstochter, sondern macht eine "gute Partie" -- Fontane streut zwar immer wieder Hinweise, die diese und ähnliche Entwicklungen hätten einleiten können (und sie bei einem schlechteren Autor auch eingeleitet hätten), aber das sind falsche Fährten, deren Bedeutung sich erst vor dem zeitgenössischen Hintergrund klärt. Enttäuschte Lesererwartungen als das eigentliche Spannungsmoment, so könnte man es vielleicht formulieren.
Die Liebesgeschichte zwischen dem für einen preußischen Offizier der 1870er Jahre erstaunlich geistreichen und unarroganten Botho von Rienäcker und seiner Lene endet vordergründig so, wie man es erwartet: Am Ende heiratet jeder in seinem Stand und trauert der einzigen Liebe nach.
Es sind nämlich die vielen kleinen Pointen, die Fontane immer wieder einbaut und die den Roman lesenswert machen: Botho, der sich der Familienfinanzen wegen standesgemäß vermählt, bekommt als Frau genau die Sorte hübscher Kleiderständer, die er zuvor im Kreise der "kleinen Leute" noch wunderbar parodiert hat. In einer anderen Szene nimmt er die Mittagspause der Borsig-Arbeiter von ferne (!) als Idyll wahr -- zu einer Zeit, als Adolph Menzel schon sein "Walzwerk" gemalt hatte! Szenen wie diese gibt es einige -- ihnen gemeinsam ist die verschobene Perspektive der "Besseren Gesellschaft", der der realistische Blick der niederen Stände gegenübergestellt wird. Klar, wen die Militärordnung dazu verdonnert, sich vornehmlich unter seinesgleichen aufzuhalten, dem verstellen am Ende die Klischees den Blick, und er kann einer Borniertheit nicht entgehen, die etwa die Werke von Humboldt und Ranke nassforsch als "reine Abschreibesache" klassifiziert.
Und der damals sakrosankte Bismarck bekommt freilich auch sein Fett weg -- wie bei Fontane nicht anders zu erwarten. Aber das nur am Rande.
Man kann also sagen, dass Fontane die vielen falschen Fährten in diesem Roman für die Angehörigen eben jener Offizierskaste gelegt hat, deren Borniertheit er ins Visier nimmt, und der Trick ist ihm gelungen: Die zeitgenössische Kritik übersah die Pointe und nannte "Irrungen Wirrungen" allen Ernstes eine "gräßliche Hurengeschichte"... Irrungen und Wirrungen eben, wohin man nur schaut.

Vordergründig also eine tragische Liebesgeschichte von der Stange -- die Spitzen gegen die wilhelminische Ständegesellschaft sind gut versteckt. Aus diesem Grund dürfte "Irrungen Wirrungen" auch heute noch oft als trivial eingestuft werden, denn ohne Kenntnisse über die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe bleibt einem die Stoßrichtung verborgen. Vielleicht sollte man auch deswegen einen anderen Roman von Fontane als Schullektüre wählen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Theodor Fontane ist einer der klassischen Meister des gesprochenen Wortes und der präzise charakterisierten Figuren. In seiner genauen Beobachtung der Gesellschaft seiner Zeit zum Ausgang des 19. Jahrhunderts hin gelingt ihm immer wieder eine treffende Enthüllung vorherrschender, enger Normen und damit eine ironisierende Form der Gesellschaftskritik. Durch seine Nähe zum "Puls der Zeit" in Berlin (die meisten seiner Erzählungen und Romane spielen in Berlin) fließen genaue Betrachtungen jeweils aktueller Zeitströmungen und menschlicher Befindlichkeiten in seine Geschichten ein.

1887 erscheint sein Buch "Irrungen, Wirrungen" zunächst als Abdruck in einer Zeitung, 1888 dann als Band 5 seiner "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Das Buch traf umgehend auf Ablehnung und heftige Kritik.

Die unstandesgemäße Liebe zwischen Baron Botho von Rienäcker und der Schneiderin Magdalene, genannt Lene, ihr heimlicher Genuss aneinander, ihre Unwillig-, aber auch Unfähigkeit, beiderseits die Standesgrenzen zu überwinden und ihre jeweilige Entscheidung, "passendere" Ehen einzugehen mit der Folge eines mäßig glücklichen Lebens ist die Geschichte des Romans, die mit der ausgesprochenen Enttäuschung über die eigene Unfähigkeit und die allgemeine Unmöglichkeit zum Leben der "unstandesgemäßen" Liebe gegen Widerstände endet.

Der wunderschöne Sprachstil Theodor Fontanes trägt die Geschichte über die Zeit hinweg, auch wenn gegenwärtig nicht mehr vorstellbar ist, warum die Protagonisten ihre jeweiligen Entscheidungen treffen und warum die Kritik am Buch sich 1888 in solch überbordender Form darstellte. Nicht nur die Freizügigkeit der Schilderung (für heutige Verhältnisse nicht nachvollziehbar) stand dabei im Fokus der Kritik, vor allem die Gelichwertigkeit der handelnden Personen. Dass eine Frau aus niederem Stand menschlichen Wert, z.T. sogar eine moralische Überlegenheit in sich trägt, das war der eigentliche Auslöser der Empörung.

Das beständig mitschwingende, generalisierende Element der Liebe und ihrer naturgemäßten Irrungen und Wirrungen geriet völlig aus dem Blick. Dies aber ist für den heutigen Leser immer noch das eigentlich aktuelle Thema am Roman Fontanes. Alle Entscheidungen der Liebe sind nie die genau Richtigen. Immer bleiben uns unsere Entscheidungen die Liebe betreffend etwas schuldig. Ein durchaus modernes Thema.

Fontane war ein genauer Beobachter, der in wenigen Worten die Charaktere der Personen lebendig skizziert. Oft reichen wenige gesprochene Sätze, um dem Leser die Persönlichkeit des im Roman sprechenden bildhaft vor Augen zu führen. Im fließenden Stil des Buches entstehet so eine greifbare Handlung mit fassbaren Personen, die allesamt einerseits Opfer ihrer Zeit und der herrschenden Normen sind andererseits durch ihre Haltung und Überzeugungen auch Verfechter des herrschenden gesellschaftlichen Rahmens sind.
"Wer dem Herkommen gehorcht, kann zugrunde gehen, aber er geht besser zugrunde als der, der ihm widerspricht", sagt Baron Botho.
Das ein stabiler, sozialer Rahmen auch Vorteile gegenüber der reinen Selbstverwirklichung um jeden Preis haben kann, ist ein Gedanke, der gerade heut zu Tage durchaus neu bedenkenswert erscheint, auch wenn "für die Sitte" manches Mal persönliche Opfer notwendig sind.

Im Gegensatz zu seinen präzisen und genauen Betrachtungen der handelnden Personen, die in wenigen Sätzen hervorragend skizziert sind, lässt sich Fontane mit der Rahmenhandlung und der Schilderung des Berliner Alltagslebens durchaus Zeit und beschreibt erzählerisch oft bis ins Kleinste hinein. So entsteht ein gemächlicher Erzählstil, der nichts von der Schnelligkeit und Zielorientierung vieler moderner Romane hat. Gerade dies aber ist eine Einladung an den Leser, sich der Schönheit der Sprache und der Genauigkeit der Schilderung zu öffnen.

Als hervorragende Schilderung einer vergangenen Zeit, der Prägung der Personen durch die gesellschaftliche Enge, in fließendem Stil, entlarvenden Dialogen und umfassender Beschreibung des Alltages ein reines Lesevergnügen der gemächlichen Art.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Glück liegt im Moment 1. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Botho und Lene, er ein Baron, der deutlich über seine Verhältnisse lebt, sie eine einfache Plätterin, lernen sich bei einem Bootsausflug kennen. Nach einem romantischen Sommer kommt, was kommen muß: Die beiden werden Opfer der Konventionen. Botho heiratet die schöne und reiche Käthe, deren Albernheiten Botho manches Mal an Lenes Ernst und Ehrlichkeit zurückdenken läßt, und Lene findet Gideon, einen stocksteifen, aber integren Fabrikmeister. Botho und Lene finden sich mit ihrem Schicksal ab, aneinander "gebunden" bleiben die beiden jedoch immer. Als "Hurengeschichte" hatten zeitgenössische Leser diesen Roman bezeichnet, findet hier doch eine Frau, die schon zwei voreheliche Verhältnisse hatte, doch noch einen Mann, mit dem es sich leben läßt. Gewohnt zurückhaltend und immer wieder zurücknehmend hat Fontane mit "Irrungen,Wirrungen" einen erstaunlich modernen Roman geschrieben, der eines zeigt: Das Glück liegt im Moment....
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Langweiliger, unrealistischer Realismus
In Fontanes 'Irrungen, Wirrungen' (Realismus) nehmen die Individuen, namhaft Lene und Botho, die (scheinbar) unüberwindbaren gesellschaftlichen Schranken hin, weshalb ihr... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Tagen von Anonymus veröffentlicht
Fontane, Theodor. Irrungen, Wirrungen
Schnelle Lieferung, problemloser Ablauf. Einziges Manko: Unter "Gebraucht - sehr guter Zustand" verstehe ich auch sehr guten Zustand und erwarte daher keine Kritzeleien im Buch... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von HelgaKeller veröffentlicht
Irrungen und Wirrungen
Ich möchte einfach nur sagen, dass "Irrungen und Wirrungen" eines meiner Lieblingswerke
von Fontane ist. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Rawiya veröffentlicht
Irrungen, Wirrungen: Provokation auf gehobenem Sprachniveau - mehr...
"Eine >>Berliner Alltagsgeschichte<< um 1875. Ein junger Baron verliebt sich in die Näherin Lene, die seine Gefühle erwidert. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von A. Gärtner veröffentlicht
Wenn die Liebe der Vernunft unterliegt
Ein wunderschönes Buch...

Ich hab mich ganz darin verloren. Dieses Buch hat mich wirklich tief berührt. Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Tilla veröffentlicht
Leider gibt es nicht mehr als fünf Sterne...
Dieses Buch ist mit das Schönste, was man je lesen kann. Man erwarte bei Fontane keine Spannung, dafür bekommt einen Blick auf die Gesellschaft und auf die Verirrungen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Februar 2009 von Nadin
Eine nicht standesgemäße Liebe
Irrungen Wirrungen erzählt die Geschichte einer nicht standesgemäßen Liebe. Einen Sommer lang haben der Baron Botho und die Büglerin Lene ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juni 2008 von Rolf Dobelli
Sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis
Diese Rezension bezieht sich auf die Audioausgabe von Radioropa, es geht nicht um den Inhalt des Werkes:

Wer einmal in die Situation kommt sich den Roman "Irrungen,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. April 2008 von D. Dahlen
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Alles, was dieses Werk bietet, ist die pure, bekannte Langeweile: Eine standesübergreifende Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist, das alte Problem, ob man sich... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. März 2008 von Sz.
Bloß nicht lesen !!
Das ist das schlechteste Buch aus dem reclam Verlag, das ich je gelesen habe. Man versteht den Handlungsverlauf nicht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. August 2007 von C. Markwart
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