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Irrtümer der Wissenschaft
 
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Irrtümer der Wissenschaft [Taschenbuch]

Luc Bürgin
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine poetische Zusammenfassung stellt der Autor seinem Buch gleich voran: "Die unmögliche Tatsache" von Christian Morgenstern mit den berühmten Schlußzeilen "Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf". Diese Aussage steht für die Borniertheit vieler Menschen und Institutionen gegenüber allem, was nicht ins eigene Weltbild passt. Leider muss man keineswegs bis zur Inquisition zurückgehen, um dafür erschreckende Beispiele zu finden.

Bereits der erste Fall, eine "sensationelle Entdeckung in der Cheopspyramide", spielt in der Gegenwart und veranschaulicht die Widerstände, die etablierte Wissenschaftler einem allzu erfolgreichen Außenseiter entgegensetzen. Mit ungläubigem Staunen liest man die spannend erzählten Dramen von den vielen verkannten Genies der Wissenschaftsgeschichte. In der Medizin beeindruckt vor allem das tragische Schicksal von Ignaz Semmelweis, der die Ursache des Kindbettfiebers schon früh erkannte, jedoch mit ansehen musste, wie wegen der Missachtung seiner Entdeckung Tausende junger Mütter im Wochenbett starben. Ob Physik, Geologie oder Biologie -- überall sind es die mutigsten und kreativsten Köpfe, deren Ideen sich oft erst nach Aussterben ihrer Gegner durchsetzen, wie Max Planck einmal resignierend bemerkte. Um diesen Systemfehler im Wissenschaftsbetrieb zu beseitigen, fordert Luc Bürgin dringend Gegenmaßnahmen wie Kontrollinstanzen und ethische Verhaltensregeln.

Im Abschnitt "Erfinderpech" faszinierte mich am meisten das Kapitel über "Boykottierte Erfindungen der Neuzeit". Während "Innovation" und "Umweltschutz" zu Modewörtern in der Politik geworden sind, wird z.B. die Baubewilligung für einen umweltfreundlichen Heizkessel jahrelang verweigert. Vielleicht können wir Leser durch unser nachfragendes Interesse so manch unterdrückter Erfindung doch noch zum Durchbruch verhelfen -- wie etwa dem kaum bekannten Frantz-Filter, der den Ölwechsel beim Auto überflüssig macht. --Stephan Schmidt

Neue Zürcher Zeitung

Fehlurteile und Irrtümer

Dass wissenschaftliche Tatsachen manchmal nur kurzlebig sind, belegen die Geschichten, die der Journalist Luc Bürgin zusammengetragen hat und die von Irrtümern und Fehlurteilen in Wissenschaft, Technik und Medizin handeln. Wie sich der englische Arzt William Harvey (1578–1657) mit seiner Theorie von der «Bewegung des Herzens und des Blutes», vom Blutkreislauf also, gegen die geltende Galen-Lehre wandte und wie seine Theorie konsequent ignoriert wurde; wie Ignaz Semmelweis (1818–1865) das tödliche Kindbettfieber durch einfache Hygienemassnahmen wirkungsvoll bekämpfte und wie ihm misstraut wurde, bis sich seine Lehre – als Import aus England – schliesslich durchsetzte; wie der kalifornische Arzt Lawrence Craven schon Anfang der fünfziger Jahre über die erfolgreiche ASS-Prophylaxe bei Herzinfarktkandidaten berichtete und wie die Bedeutung seiner Therapie jahrzehntelang verkannt blieb, bevor sie zum medizinischen Alltag wurde – aber auch, warum der Antrag von George Stephenson zum Bau eines Schienennetzes zwischen Manchester und Liverpool im Londoner Parlament 1825 abgelehnt wurde, warum sich Carl Friedrich Benz die Gunst der Behörden buchstäblich er-fahren musste – und noch andere Geschichten von Helden, die sich gegen eine feindlich gesinnte Welt behaupteten, erzählt Bürgin in seinem Band, der zwischen Anekdote und Tatsachenbericht angesiedelt und im besten Sinne des Wortes unterhaltend ist. Den alten Geschichten hat er neue beigegeben. So berichtet er von dem langen Marsch Richard Vetters durch die deutschen Institutionen der achtziger Jahre, um einen von ihm entworfenen umweltfreundlichen Heizkessel serienmässig produzieren zu dürfen. Dass wirtschaftliche Interessen und Verwaltungsstarre die Erfinder heute ebenso bremsen können wie früher religiöse oder politische Dogmen, illustrieren Bürgins Geschichten auf überzeugende Weise.

Stefana Sabin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Je stärker eine neue Entdeckung den Lehrmeinungen widerspricht, desto heftiger wird sie im Wissenschaftsbetrieb attackiert. Unzählige Genies fielen diesem Gesetz im Laufe der letzten Jahrhunderte zum Opfer. Mit pauschalen Beurteilungen, in denen es rückblickend nur so wimmelt von wissenschaftlichen Irrtümern und Fehleinschätzungen, wurden sie von anerkannten Kapazitäten als “Spinner” abgekanzelt und fristeten im Wissenschaftsbetrieb ein Schattendasein: Einfallsreiche Tüftler wie Denis Papin oder Philipp Reis starben einsam und vergessen, die Ärzte Ignaz Semmelweis und Robert Mayer wurden in psychiatrische Anstalten verbannt, während sich unverstandene Pioniere wie der Physiker Ludwig Boltzmann verbittert das Leben nahmen. Auch den heutigen Wissenschaftlern ergeht es oft nicht besser. Warum z.B. haben die deutschen Behörden dem Erfinder Richard Vetter für seinen umweltfreundlichen Heizkessel jahrelang die Baubewilligung verweigert? Neben dem historischen Schicksal unbequemer Ideen beleuchtet Luc Bürgin diese und andere kontroverse Fragen, über die derzeit heftig gestritten wird.
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