Dem eigenen Anspruch, Ideologie mit Fakten zu widerlegen, werden die Autoren nicht gerecht. Argumente der Globalisierungskritiker werden verkürzt und oft ohne Quelle vorgetragen, Beispiele werden als Einzelfälle dargestellt oder Verbesserungsbedarf eingestanden - was man auch als Bestätigung der Argumente nehmen könnte.
In einigen Fällen Antwort die Autoren selbst mit (neoliberaler) Ideologie: So glauben Sie, dass den großen Firmen ihr Ruf so wichtig sei, dass sie niemals Lohndumping, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit etc. akzeptieren würden und das Unternehmen höhere Löhne wollen, damit sich die Arbeitenden mehr leisten können (das war vllt. mal im vor Jahrzehnten zu Ende gegangenen Fordismus so). Zudem unterstellen Sie Gewerkschaften, sie unterstützen ihre Kollegen in Entwicklungsländern nur aus reinem Egoismus, um diesen Standortvorteile zu nehmen. Als Grund für den Niedergang der Weltwirtschaft von 1870-1945 werden die zwei Weltkriege nicht einmal erwähnt, da lt. den Autoren der Protektionismus die schuld trägt.
Das Buch enthält interessante Infos, mittlerweile an der Praxis gescheiterte Thesen (z.B. die Stabilität des Finanzsystems --> siehe Immobilienblase, Banken- und Eurokrise...) und ist letztendlich leider ziemlich einseitig.