Die Geschichte an sich ist anfangs ziemlich verworren und teilweise auch etwas zäh. So richtig in die Gänge kommen will sie nicht. Nach dem ersten drittel jedoch entwickelt sich immer mehr ein sehr subtiler Spannungsbogen, der den Leser schließlich völlig in seinen Bann reißt; die letzten 50 Seiten MUSS man einfach in einem Rutsch lesen, es geht gar nicht anders :-)
Da könnte es dann aber passieren, dass man am Ende doch ein wenig enttäuscht wird, denn die Auflösung ist dann doch ein wenig zu trivial und wenig originell. Zwar begeistert sie im ersten Moment, da mit einem Schlag alles plötzlich klar wird, aber letztlich bleibt doch ein etwas fader Beigeschmack. Auch die Charaktere bleiben nur sehr oberflächlich und werden nicht wirklich entwickelt, wodurch man selten einen direkten Bezug zur Geschichte erhält. Aber vielleicht sind meine Ansprüche da auch etwas zu hoch.
Wie auch immer, eine spannende Geschichte (nach anfänglichen Startschwierigkeiten) gibt es allemal und PKD-Freunde kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten. Auch für SF-Einsteiger ist das Buch gut geeignet, der Sprachstil von Dick liest sich (wie gewohnt) sehr flüssig und locker. Er ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und es macht einfach Spaß, ihm zuzuhören. Die für Dick so typischen philosophischen erkenntnistheoretischen Gedanken bleiben hier eher dezent im Hintergrund und werden nur kurz angedacht, was aber erstmal kein Nachteil ist.
Unterm Strich gibt's dann leider aber doch einen Punkt Abzug, einen halben für den faden langweiligen Start, einen halben für das etwas enttäuschende Ende, also letztlich 4 satte Punkte.