Auf dem Flugplatz Hahnweide, idyllisch bei Kirchheim in der Schwäbischen Alb gelegen, herrscht Entsetzen. Eine junge, unbekannte Frau liegt tot auf dem Gelände, vermutlich erschlagen, eine vereinseigene Cessna ist gestohlen worden. Die örtliche Polizei holt sich bald den gewieften Ermittler August Häberle ins Boot, dessen gemütliches Äußeres seine Gesprächspartner häufig über seine Kombinationsgabe und Pfiffigkeit hinwegtäuscht.
Gleichzeitig laufen bei einem ortsansässigen Softwareunternehmen Ermittlungen der Steuerfahndung, da große Geldbeträge abgehoben wurden und spurlos verschwunden sind. Ob der Geschäftsführer wirklich so ahnungslos ist, wie er tut? Und warum bleibt sein Finanzchef oft stundenlang seinem Arbeitsplatz fern?
Häberle ermittelt rund um den Motorflugclub und eine seltsam zusammengewürfelte Clique, die sich häufig in einer Kneipe in der Stadt trifft, und ist sich schon bald sicher, dass dieses Grüppchen etwas verbirgt ...
An Spannung und Dramatik fehlt es dem Plot beileibe nicht, Wirtschaftskriminalität und ein Gewaltverbrechen sorgen für genügend Aufregung bis zum filmreifen Showdown am Schluss. Häberle ist auch ein sympathischer Protagonist.
Leider gibt es aber sonst einiges an diesem Krimi zu bemängeln. Der Lokalkolorit kommt ziemlich unsubtil daher und zeigt sich vorwiegend in Form von umständlichen, übergenauen Landschaftsschilderungen, die insbesondere in Sachen Verkehrsführung wohl verdeckte Kritik am zuständigen Straßenbauamt darstellen sollen. Ebenso nervig: die häufige Erwähnung der ach so ungerechtfertigten Kritik am Flugsport. Mag ja sein, dass das ein Anliegen des Autors, selbst Sportflieger, ist, aber bitte nicht mit dem Holzhammer.
Die meisten Figuren bleiben recht blass und konstruiert, Frauen sind ständig überaus" (Zitat) kurz und knapp und knalleng" (ebenfalls Zitat) gekleidet und natürlich unabhängig vom Alter unheimlich sexy. Das andauernde Wiederholen der Bezeichnung von Häberle als Kriminalist" wirkt ebenso unnatürlich wie unnötig, und ganz extrem idiotisch die gefühlten tausend überflüssigen Bindestriche. Das Wort Finanzchef ist wirklich nicht so lang, dass man da einen Finanz-Chef draus machen müsste.
Das Drehen an der Spannungsschraube auf den letzten 150 Seiten rettet den Krimi trotz dieser Kritikpunkte und lässt dann auch gnädig über den Binde-Strich-Wahn und den tausendsten Kriminalisten" hinwegblicken. Mit einer ansprechenderen sprachlichen Gestaltung hätte sich das Buch locker eine deutlich bessere Wertung verdienen können - schade!