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Das Buch enthält auf 586 Seiten interessante Informationen über die Menschen, die in der Psychiatrie arbeiten und über die Menschen, mit denen gearbeitet wird. Es richtet sich an Ärzte, Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Psychologen, Ergotherapeuten, Ökotrophologen, Bewegungs- therapeuten, Angehörige von psychisch kranken Menschen und an die Patienten selbst.
Obwohl es sich an der Approbationsordnung für Ärzte und an Prüfungsrichtlinien für andere Berufe der in der Psychiatrie tätigen Menschen orientiert, ist es auch für Patienten und Angehörige verständlich geschrieben. Es soll den Leser (auch privat) befähigen, sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen. Der Nachteil dabei ist, man braucht etwas länger zum Lesen. Wenn man sich ständig selbst hinterfragt, hat man jedoch den größtmöglichen Nutzen dabei herausgeholt. Das Buch hat nämlich den Anspruch, daß der Leser seine Alltagsarbeit (in der Psychitatrie) mit mehr Verständnis für sich selbst und andere
und mit mehr Freude tut.
Zuerst gibt es eine Gebrauchsanweisung. Im ersten Kapitel geht es dann um die Landschaft der psychiatrisch Tätigen: gesellschaftlicher Zusammenhang, die Begegnung mit der Psychiatrie (Warum will ich eigentlich dort arbeiten?), Team- arbeit, Notwendigkeit der Gruppe, Arbeitsweise, Arbeitshaltung. Es ist ähnlich aufgebaut wie die folgenden Kapitel.
Inhalt: Der geistig sich und Andere behindernde Mensch - Schwachsinn, Der junge Mensch-Kinder-und Jugendpsychiatrie, Der sich und Andere liebende Mensch - Schwierigkeiten der Sexualität, Der sich und Andere fügende Mensch - Schizophrenie, Der sich und Andere aufbrechende Mensch - Manie, Der sich und Andere niederschlagende Mensch-Depression, Der sich und Andere versuchende Mensch-Abhängigkeit und Sucht, Der sich und Andere bemühende Mensch-Neurose/ Persönlichkeitsstörungen/Psychosomatik, Der sich und Andere tötende Mensch -Krise und Krisenintervention, der sich und Andere körperkranke Mensch - körperbedingte Psychosyndrome, Der alte Mensch - Gerontopsychiatrie, Spielräume - Ökologie der Ver-und Entsorgung, Wege der Psychiatrie -Geschichte, Recht und Gerechtigkeit, Soziotherapeutische Techniken, Körpertherapeutische Techniken, Psychotherapeutische Techniken, Anhang (Literaturverzeichnis usw.)
A beschreibt die Landschaft des Kranken,
B Känkungen, Auffälligkeiten, Diagnose,
C die Begegnung,
D Beratung, Therapie, Hilfe zur Selbsthilfe,
E Epidemiologie (Verbreitung) und Prävention (Vorbeugung), plus Literaturhinweise
In jedem Kapitel gibt es Beispiele und Übungen, die einen im Umgang mit dem Patienten sicherer werden lassen sollen. Sie regen an zum Nachdenken über sich selbst und zur Diskussion mit Anderen. Ein insgesamt wertvolles Werk für die Arbeit mit psychisch kranken Menschen.
Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus Dörner, geb. 1933 ist seit 1980 leitender Arzt der Westfälischen Klinik für Psychiatrie Gütersloh und lehrt Psychiatrie an der Uni Witten-Herdecke.
Dr. phil. Dipl. Psych. Ursula Plog, geb. 1940 ist Leiterin dreier Tageskliniken in Berlin. Seit 1976 arbeitet sie im Ausschuss für Aus-, Fort-und Weiterbildung der DGSP.
Beide Autoren beabsichtigen durch das Einbringen von umfangreichen, kritischen, sozialen Aspekten in die jeweiligen Landschaften, dass die Psychiatrie neu zu beleben ist, will man ihren Ansatz, den Menschen im Mittelpunkt zu sehen, gerecht werden.
Ein sehr guter Ansatz, jedoch widersprüchlich, wenn man bedenkt, dass im Zuge allgemein verbreiteter Sparzwänge und der damit schwindenden Motivation der in der Psychiatrie Tätigen, diese Theorien in die Praxis umgesetzt werden sollen.
Kritisch betrachten darf der Leser die Ausführungen zum Thema Homosexualität.
Etwas konservativ und veraltet, zumal die Bundesrepublik die gleichgeschlechtliche Ehe längst gesetzlich legalisiert hat.
Trotz dieser Kritik handelt es sich um ein gutes Lehrbuch.
Aus der Sicht einer zukünftigen Dipl.Sozialpädagogin wage ich jedoch nicht zu rezensieren, ob dieses Buch von seinem Anspruch her einen werdenden Arzt ausreichend mit Fakten versorgen kann.
Zum Ende möchte ich noch einen positiven Schlussgedanken anführen.
Die Psychiatrie, so sind sich beide Autoren einig, ist keine reine medizinische Wissenschaft.
Ihre Begründungsaufgabe bleibt anthropologisch-ökologisch.
Sicher nicht schlecht - keinesfalls -, und sehr interessant gemacht. Lesen Sie weiter...
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