Der an den Universitäten Basel und Konstanz lehrende Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer hat sich in der Vergangenheit mit zahlreichen Büchern als Vermittler von wissenschaftlichen Erkenntnissen und wissenschaftlichen Denkens für eine breitere Schicht des interessierten Laienpublikums einen Namen gemacht. Unlängst hat er unter dem Titel: "Der Physiker: Max Planck und das Zerfallen der Welt" nicht nur eine lesenswerte Biographie von Max Planck vorgelegt, sondern auch eine hervorragend verständliche Einführung in die moderne Physik.
In dem vorliegenden Buch sind unter dem Titel "Irren ist bequem" Kolumnen versammelt, die Ernst Peter Fischer in den letzten beiden Jahren in der Tageszeitung "Die Welt" veröffentlicht hat, und die mit Hilfe der Welt-Redaktion für dieses Buch noch einmal überarbeitet worden sind. Sie handeln von den unterschiedlichsten Themen und kreisen doch immer wieder um Ernst Peter Fischers spezielles Anliegen, nämlich die Widersprüche in der Wissenschaft aufzuzeigen und darzustellen, welche neuen, oft überraschenden Erkenntnisse daraus gewonnen werden können.
Ein weiteres Verfahren, das er immer wieder bei den unterschiedlichsten Sachverhalten anwendet und dabei wiederum Erstaunliches zu Tage fördert, ist das von ihm so genannte Prinzip der umgekehrten Sätze. Ein Beispiel soll das illustrieren. Früher war es das Alter, das die Menschen veränderte, heute verändern die älter werdenden Menschen das Alter.
"Nun könnte man denken, dass es sich hier um eher luftiges Fabulieren handelt, mit dem man im Reich der exakten Naturwissenschaften wenig anfangen kann", schreibt er. "Doch wenn man auch hier anfängt, das Umdrehen zu probieren, trifft man auf überraschende Einsichten".
Es sind genau diese Einsichten, die das Buch nicht nur zu einer lehrreichen, sondern auch zu einer unterhaltsamen Lektüre machen. Auf das nächste Buch von Ernst Peter Fischer zum Thema Evolution, das im September bei Fackelträger erschient, darf man schon heute gespannt sein.