Ich kann Manfred Lütz garnicht dankbar genug dafür sein, dass er es geschafft hat, das Tabu-Thema "Psychische Krankheiten" aus einem so ganz neuen Blickwinkel zu beleuchten- dem des Humors! Er hält uns den Spiegel vor.Die meisten Menschen haben von Psychisch Kranken ein völlig falsches Bild im Kopf, nämlich das eines irren ,verrückten Menschen, der angekettet in der Ecke sitzt. (So jedenfalls war mein persönliches Bild, das mir zu dem Thema als erstes einfiel. Und genau dieses völlig verzerrte Falsch bzw. Unwissen machte es mir geradezu unmöglich, mich mit meiner eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen, die Diagnose "Deppression" zu akzeptieren. Es sollte 6 Monate stationäre Therapie, und viele dunkle Stunden, brauchen, bis ich wieder einigermaßen bereit war, mich der "normalen" Welt da draußen zu stellen.)Hätte es dieses Buch vor 2 jahren schon gegeben, mir wäre vieles erspart geblieben! Soviel zu meiner Geschichte. Lütz zeigt auf, das wir tatsächlich die falschen behandeln!Das wir, als Gesellschaft, uns fragen sollten, warum der Begriff "psychisch krank" eigentlich so negativ belegt ist. Krank, das sind für mich diejenigen, die tagtäglich durch ihr Leben hetzen, auf der Jagd nach "persönlicher Befriedigung", nach Erfolg im Job, im Privatleben. Und die darüber sich selbst vergessen. Die sich nicht mehr mit sich selbst auseinandersetzen.Mit ihrem Gefühlserleben zum beispiel. Fragen wie "bin ich glücklich?". "Hat das was ich tue, für mich einen Sinn?"
"Psychisch krank" werden meist Menschen, die besonders sensible "Antennen" haben.Die sich am alltäglichen Leben aufreiben & an den Leistungsanforderungen unserer Gesellschaft zu zerbrechen drohen.
Einige der vernünftigsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, habe ich in der Psychiatrie getroffen!!! Wir sollten endlich beginnen, auch die andere Seite der Medaille zu sehen, und von den Menschen, die wir als "krank" abstempeln, zu lernen!
Manfred Lütz hat mit seinem Buch einen großen Schritt in die richtige Richtung getan!