Für RDJ-Fans versteht sich, dass dieser Film nach den Comicvorlagen ein ganz besonderer des großartigen Robert Downey Jr. ist. Mit "Iron Man" gelang dem Ausnahmetalent 2008 sein großes Comeback ins Hollywood-Geschäft. Und das völlig zu Recht: Der Part in "Iron Man" ist gleich nach dem in "Sherlock Holmes" die beste Rolle meines Lieblingsschauspielers.
Der Film handelt von dem Milliardär, Wissenschaftler und Waffenproduzent Tony Stark, welcher nach einer Präsentation des Raketensystems "Jericho" in Afghanistan gekidnapped und zuvor bei einer Raketenexplosion schwer verletzt wird. Stark findet sich in einer, von Terroristen bewachten, Höhle wieder. Der Gefangene Yinsen half ihm während seiner Bewusstlosigkeit zu überleben, indem er Stark einen Elektromagneten in die Brust eingebaut hat, um die Raketensplitter von seinem Herz fern zu halten. Die Terroristen fordern Stark auf "Jericho" für ihre Zwecke zu produzieren, doch dieser baut stattdessen einen Ganzkörper-Kampfanzug, in dem ihm die Flucht gelingt. Yinsen jedoch überlebt den riskanten Plan nicht. Zurück in Los Angeles verbessert Stark seinen Anzug und beschließt ab sofort keine Waffen mehr mit Stark Industries zu verkaufen. Stattdessen möchte er seinen Iron Man-Anzug und sein Leben dem Beschützen der Welt vor Gefahren widmen. Als dann Obadiah Stane, Mitinhaber der Firma, ebenfalls einen Anzug baut und Stark ausschalten will, ist das gesamte Können des neugeborenen Superhelden gefragt.
Regiesseur Jon Favreau präsentiert die Story mitreißend, spannend und weiß stets die Zuschauer durch eine gute Erzählweise zu bannen. Entscheidend für die Qualität des Films sind vor allem die ernsten und tiefsinnigen Untertöne bezüglich der Verantwortung großer Waffenproduzenten, welche aber durch humorvolle Szenen und Dialoge aufgelockert werden.
Die Action ist rasant inszeniert, wenn eben auch nicht derartig spektakulär wie in der "Sherlock Holmes"-Reihe. Die Effekte sind perfekt animiert sodass man überzeugt ist die Anzüge seien tatsächlich real. Eingeführt werden in diesem ersten Teil der "Iron Man"-Reihe übrigens die Anzüge "Iron Man Armor Mark I-III", wobei die dritte Rüstung definitiv die beste Figur macht. Stane trägt für das Filmfinale wie auch in den Comics den Anzug "Iron Monger".
Untermalt wird das Spektakel von AC/DC's "Back In Black" (in der Eröffungszene) und Ramin Djawadi's rockigen Soundtrack.
Die Besetzung ist mit bekannten Größen, wie Jeff Bridges als Gegner Obadiah Stane/Iron Monger, Gwyneth Paltrow in der Rolle der toughen Virginia "Pepper" Potts und Terrence Howard als Lt. Col. James "Rhodey" Rhodes, bestens bestückt. Aber natürlich ist es Robert Downey Jr. der Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistert, er macht seine Rolle des Tony Starks bzw. Iron Mans zu einer legendären Filmfigur Hollywoods. Arrogant, snobig aber eben doch unglaublich sympatisch bringt er den Charakter auf die Leinwand. Als Stark's Digital-Helfer Jarvis ist in der Original-Version Paul Bettany zu hören. Das erste Abenteuer des Eisenmanns bietet außerdem erstmals einen Blick auf das große Marvel-Event und erste Zusammentreffen der bekanntesten Marvel-Heroes: "The Avengers". Sowohl S.H.I.E.L.D.-Agent Phil Coulson (gespielt von Clark Gregg) als auch dessen Boss Director Nick Fury (gespielt von Samuel L. Jackson) werden in das Marvel-Film-Universum eingeführt. Zweiterer in einer bereits jetzt schon legendären After-Credits-Scene, also nach dem Abspann, in der Fury dem überraschten Stark in dessen Villa mit der Rächer-Initiative vertraut macht. Wie in nahezu jedem Film seiner Helden tritt außerdem Marvel-Vater Stan Lee in einer sehr lustigen Rolle als Hugh Hefner ähnelnder Playboy auf. Selbst Jon Favreau ließ es sich nicht nehmen und übernahm neben dem Regiestuhl die amüsante Rolle des "Happy" Hogan, Starks rechte Hand.
Einstand nach Maß: $585,174,222 weltweite Kasse liesen "Iron Man" mit einem Budget von $140 Mio. zu einem der größten Kinoerfolge 2008 werden. In den USA konnten starke $318,412,101 eingespielt werden, im Ausland immerhin ganze $266,762,121. Aufgrund des Erfolgs erschien eine Fortsetzung bereits im Mai 2010 unter dem Titel "Iron Man 2".
Die Blu-ray Disc besticht durch Hochwertigkeit und liefert dem begeisterten Fan, neben einem scharfen Bild und klarem Ton, sehenswerte Extras, wie z. B. entfallene Szenen. Die ungeschnittene US-Kinoversion, in der einige Actionszenen wesentlich großzügiger ausgefallen sind, ist der gekürzten Fassung unbedingt vorzuziehen.
Bewertung:
Story: 4/5 Sterne
Schauspieler/Regie/Soundtrack: 5/5 Sterne
Humor: 2/5 Sterne
Action: 4/5 Sterne
Spannung: 3/5 Sterne
Gefühl: 2/5 Sterne
Effekte: 3/5 Sterne
Blu-ray Disc: 5/5 Sterne
Gesamt: 5/5 Sterne
Fazit: Robert Downey Jr. legt als Iron Man den Grundstein für das größte Marvel-Filmprojekt aller Zeiten und das in einem actionreichen, tiefsinnigen und unterhaltsamen Blockbuster.
Vielen Dank für das Lesen meiner Rezension.