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Wenn Gitarrist Adrian Smith nach dem opernhaften Intro alleine die Bühne erstürmt, um die ersten Akkorde von "The Wicker Man" zu spielen, beginnt eine atemberaubende Show ohne Tiefpunkte. Kaum eine andere Band auf dem Planeten verfügt über eine derart Ehrfurcht gebietende Bühnenpräsenz wie Maiden: Selbst auf dem Bildschirm entfaltet sie ihre magische Wirkung und schlägt den Zuschauer für die Dauer des Konzerts in ihren Bann.
Dabei haben Maiden es noch nicht einmal nötig, eine Best-Of-Revue aus ihrer über 20-jährigen Geschichte zu zelebrieren. Sie spielen viel neues Material -- alleine sechs Songs vom Album Brave New World. Aber auch die Klassiker kommen nicht zu kurz: Unter anderem gibt es grandiose Darbietungen von "Hallowed be thy Name" und "Sanctuary", denn das Zusammenspiel der Band hat nichts an Dichte verloren. Im Gegenteil: Die Performance in Rio wirkt oft sogar noch intensiver als die legendären Long-Beach-Arena-Konzerte auf der World Slavery Tour, die seinerzeit in Form des Live-Mitschnitts Live after Death veröffentlicht worden sind: Es macht einfach Spaß zu sehen, dass Bruce Dickinson, Steve Harris, Dave Murray, Adrian Smith, Nicko McBrain und Janick Gers auch im dritten Jahrzehnt der Bandgeschichte immer noch mit vollem Einsatz spielen!
Leider können die Extras auf der zweiten DVD nicht ganz überzeugen. Die Doku "A Day in the Life of" ist viel zu kurz ausgefallen, da man über den Tagesablauf der Band vor und nach einem derart gigantischen Konzert gerne mehr erfahren hätte, als in den wenigen Minuten untergebracht wurde. Auch die Interviews mit den einzelnen Bandmitgliedern sind zu knapp geraten: Wenn Adrian Smith erzählt, dass er seine erste Gitarre seinem Jugendfreund Dave Murray abgekauft habe, würde man gerne mehr über die gemeinsame Geschichte der beiden Gitarristen erfahren. Leider bekommt man nur einen kurzen Zusammenschnitt einzelner Statements zu sehen.
Dennoch lässt die Ausstattung der DVD im Grunde nur einen einzigen Wunsch offen: Manchmal würde man sich als Zusatzfunktion wünschen, den dritten Gitarristen Janick Gers ausblenden zu können: Sein albernes Posing löst beim Zuschauer immer wieder stellvertretend empfundene Gefühle tiefer Scham aus. --René Classen
Up the Irons!
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