Was war die Aufregung nach ihrem Comeback-Album "The W" groß. Aus allen Rohren wurde auf RZA geschossen, der laut Meinung der Kritiker auf zu viel Reggae und Kommerz Rap bei den Produktionen setzte. Das Wu-Tang Mastermind nahm sich das zu Herzen, was man schon an seinem zweiten Solo Album "Digital Bullet" zu hören bekam. Nebenbei standen auch noch die vierte Scheibe vom Clan ins Haus. Auch hier besann man sich wieder auf alte Tugenden und ruderte vom Chart-Rap wieder zurück in die Underground Gefilde. Es entstand eine gute Mischung aus schnellen und harten Tracks, Balladen und etwas düstereren Songs. Der Opener "In The Hood" geht schon gleich richtig nach vorne. RZA's durch Feuerwehrsirenen unterlegter, harter Beat ist ein echtes Brett und auch die performenden RZA, Masta Killa, Inspectah Deck und Street Life geben ihr Bestes am Mic. Etwas gediegener ist "Rules", bei dem M4TH3M4T1C5 an den Reglern stand. Der Beat ist nichts Besonderes, doch man hört ihn sich echt gerne an, da er sehr melodisch ist und auch hier beweisen die MCs um Method Man, Ghostface Killah, Masta Killa, Inspectah Deck, Street Life und Raekwon, dass sie ihren Legenden-Status mehr als verdient haben. Richtig fett ist "Chrome Wheels". Das Instrumental ist echt krass, sodass man gar nicht mehr aufhören kann mit dem Kopf im Takt zu nicken. Auch sind die Performances, vor Allem der Hook von Madame D, wieder oberste Klasse. Die erste Singleauskopplung "Uzi (Pinky Ring)" sollte eigentlich jeder kennen. RZA's Beat, der durch die Trompeten im Hintergrund einiges an Schärfe gewinnt, ist ein Hammer, die Rhymes, insbesondere von U-God und Inspectah Deck, sowieso. "Y'all Been Warned" ist der mit Abstand geilste Track dieser Platte. Einen so derben Beat, wie der von True Master, habe ich selten auf einem Wu-Album gehört und natürlich stimmen auch die Raps wieder, wobei mein Lieblings-Wu-Member Inspectah Deck am besten performt, aber auch die vierte Strophe, in der sich Raekwon und Masta Killa ständig abwechseln, kommt richtig geil. Dass man sich für "Iron Flag" wieder etwas an "Enter The Wu-Tang: 36 Chambers" orientiert hat, bekommt man auf "Back In The Game" zu spüren. Dieser Song beginnt mit den legendären Worten "It's true: the Shaolin and the Wu-Tang could be dangerous...", auch das düstere Instrumental und die Raps, erinnern an vergangene Tage. Das hohe Niveau dieses Albums wird bis zum Ende gehalten, denn auch die letzten drei, der leider nur 13 Tracks, haben es echt in sich. Da wäre zunächst "Iron Flag", das einen richtig geilen dramatisch und betrückend klingenden Beat hat, noch dazu die Rhymes des Clans. Eine Bombe! Auch das etwas schnellere "Dashing" und das düstere, richtig krasse "The W", von dem es schon einen kleinen Ausschnitt auf dem "The W" Album zu hören gab, überzeugen auf ganzer Linie.
Zu fünf Sternen hat es trotz dieser ganzen Banger nicht gereicht. Zwar sind die meisten richtig gut und auch der Clan rappt fast immer auf höchstem Niveau, doch es gibt mit "Soul Power" feat. Flavor Flav, "One Of These Days", "Babies" und "Radioactive (Four Assassins)" leider vier recht schwache Songs und das fällt bei einer Tracklist von 13 Liedern natürlich etwas ins Gewicht. Allerdings sollten sich Anhänger des Clans davon nicht abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil, sie müssen sogar zuschlagen. Nicht nur, weil es das vermutlich letzte Studio-Album der gesamten Mannschaft ist, sondern auch, weil es stark an die große Wu-Tang Ära erinnert.
R.I.P. ODB