Wer auf das Erwachsenwerden wartet, 18 ist oder noch einmal wissen möchte, wie es war, als man plötzlich da draussen stand - mitten im Leben - frei und doch mit mehr Verantwortung als je zuvor, der sollte unbedingt Tina Luthes "Irish Coffee" lesen. Man fühlt sich schon nach den ersten Seiten zurückversetzt in die Euphorie des ersten Sommers nach den Abiturprüfungen.
Laura zeigt uns, wie erwachsen sie sich fühlt und die Freiheit genießt, die Entscheidungen über ihr Leben von nun an selbst zu treffen. Sie kehrt ihrer Heimatstadt den Rücken und geht für ein Jahr als Aupair nach Irland. Aber schnell entwickelt sich das Leben dort ganz anders als erwartet. Laura sieht sich konfrontiert mit Bügelwäsche, Putzeimer und nicht zuletzt der Verantwortung für den reibungslosen Tagesablauf drei kleiner Kinder. Sie erlebt die katholischen Besonderheiten des irischen Alltags und muss für eine Liebe kämpfen, die ihr missgönnt wird, weil sie eine Fremde und nicht zuletzt Protestantin ist.
Es macht Spaß, Laura durch ihre Gedankenwelt zu begleiten, die mit viel Witz und Einfühlungsvermögen beschrieben ist. Die explosive Gefühlswelt der selbstbewussten Heldin lassen einen seitenweise schmunzeln. Waren wir nicht alle mal so wahnsinnig emotional, engagiert und ... naiv?