Mir wurde dieses Buch geschenkt nachdem ich ein halbes Jahr in Irland gelebt habe. Es stimmt, die Erzählungen liegen schon weit zurück, aber doch musste ich an sehr vielen Stellen schmunzelnd an meine eigenen Erlebnisse denken und konnte die Grundbeobachtungen des Autors nachvollziehen und bestätigen.
Heinrich Böll erhebt mit dem Buch keinen Anspruch darauf von der objektiven Realität zu berichten, sondern vermittelt nur seine eigenen Gedanken und Eindrücke in Form von Kurzgeschichten. Das Buch ist deshalb in der Kurzgeschichtenform gefasst, weil diese Quasi-Reiseberichte damals zunächst als einzelne Erzählungen in Zeitungen veröffentlicht und erst später zu einem größeren Werk zusammengefasst wurden. Genau das macht aber auch den Charme des Buches aus.
Die neue, gebundene Ausgabe mit Materialien und Fotos ist den Mehrpreis wert, da die Bilder die Erzählungen sehr schön ergänzen und der umfangreiche Anhang mehr zu Bölls Reisen nach Irland offenbart und zu einem besseren Gesamtverständnis führt.
Ich empfehle das Buch - insofern möglich - erst nach einer oder während einer eigenen Irlandreise zu lesen, weil sich einem dann die kleinen, zutreffenden Details beim Leser besser offenbaren.