Kennen Sie sich aus mit dem französischen Literaturkanon des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts? Sind Ihnen die Grundzüge von Ernst Jüngers Philosophie bekannt? Wissen Sie auf Anhieb, was ein Pleonasmus ist? Dann könnte Ihnen dieses Buch mit den gesammelten Kolumnen Altenburgs gefallen. Der Autor hat nämlich durchaus eine Menge klug-polemisches zu sagen über zu Unrecht vergessene Schriftsteller und den Gegensatz von Lesen und Leben, hat aber leider zugelassen, dass Kiwi seine Texte unter einem Titel und mit einem Cover verkauft, dass dieses Buch eher in die Nähe leichter Kost à la Florian Illies rückt. Wer flockig-leichte Betrachtungen zu Zeitgeistigem erwartet, wird enttäuscht, denn am schwächsten ist das Buch, wo es offene Türen einrennt und nicht-satirefähige Themen wie Pornomagazine zur Satire macht (und das tut es übrigens auch nur genau ein Kapitel, ungefähr 30 Seiten lang). Wer aber mindestens einen akademischen Grad hat, bei dem Wort "Recherche" an Marcel Proust statt an den netten Journalisten von nebenan denkt und sich in der Pose des An-der-Welt-Leidenden gefällt, der dürfte eine Menge Spaß mit diesem Buch haben.