Inhalt:
Der Roman spielt im Jahre 1990 in der ehemaligen DDR. Im Mittelpunkt stehen zwei ländliche Höfe mit seinen Bewohnern, die ganz abseits vom Trubel der Stadt liegen. Hauptprotagonistin ist die 16-jährige Ich-Erzählerin Maria. Diese lebt kurz nach dem Fall der Mauer bei der Familie ihres Freundes Johannes auf dem Hof. Familie Brendel hat einen großen Bauernhof mit Kühen, Hühnern, einem Sägewerk - eben allem, was dazugehört. Neben Johannes und Maria leben auf dem Hof noch Johannes Eltern Siegfried und Marianne, seine resolute Großmutter Frieda, der alternde "Knecht" Alfred und Johannes jüngerer Bruder Lukas. Maria ist mit Johannes zusammen und lebt bei ihm im Zimmer. Sie weiß mit ihrem Leben nicht so richtig was anzufangen, hat noch im Gegensatz zu Johannes, der Fotografie studieren will, noch keine Idee, wie ihre Zukunft aussehen soll. Maria lebt so vor sich hin, schwänzt die Schule, hilft auf dem Hof und besucht ab und an ihre Mutter in der benachbarten Kleinstadt. Sie glaubt Johannes zu lieben, ist sich aber nicht immer sicher. Ihr tristes Leben ändert sich als der wesentlich ältere Henner in ihr Leben tritt. Henner lebt auf dem benachbarten Hof, der ziemlich verwahrlost ist. Er hat sein Leben nicht so richtig im Griff, trinkt und ist sehr aufbrausend. Maria ist von dem älteren Mann fasziniert, obwohl dieser sie regelrecht überfällt. Sie beginnt eine Affäre mit Henner und führt von da an ein Leben voller Geheimnisse. Sie steht zwischen zwei sehr unterschiedlichen Männern, zwei Welten und ist hin- und hergerissen. Als sie sich letzten Endes für einen Mann entscheidet, geschieht ein tragisches Unglück!
Kritik:
Daniela Krien schildert das Leben auf dem Hof aus der Ich-Perspektive von Maria. Ihr gelingt es wunderbar, die Protagonisten mit all ihren Eigenarten darzustellen. Die Darstellung des Hoflebens - bestimmt von Arbeit - ist authentisch. Der Leser steht mitten im Geschehen. Dazu kommt die idyllische Atmosphäre, abseits vom Trubel um den Mauerfall und dem Großstadtleben. Die Familie hat die Wiedervereinigung nur durch Fernsehberichte mitbekommen...Durch die Affäre zwischen Maria und dem wesentlich älteren Henner kommt Aufregung in die bis dahin so vor sich hinplätschernde Handlung. "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" ist keine kitschige, 08/15-Liebesgeschichte, sondern vielmehr die Schilderung einer sehr ungewöhnlichen Beziehung, bei der beide Beteiligten in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis stehen. Keine leichte Lektüre, aber dennoch ein sehr besonderer Erzählstil und ein besonderer Geschichte.