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Iran - Die drohende Katastrophe
 
 
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Iran - Die drohende Katastrophe [Broschiert]

Bahman Nirumand
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 220 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (26. Juni 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462037080
  • ISBN-13: 978-3462037081
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 33.711 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bahman Nirumand
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Wenn der Westen den Islam angreift, werden wir einen Gegenangriff auf die gesamte westliche Welt starten.« Sein Buch »Persien, Modell eines Entwicklungslandes« prägte die Studentenbewegung und löste die Anti-Schah-Demonstration vom 2. Juni 1967 aus. Nun beschreibt Bahman Nirumand die Gefahren, die von dem akuten Atomkonflikt mit dem Iran ausgehen. Und er analysiert die tiefen Widersprüche im Gottesstaat, die genutzt werden müssen, um einen militärischen Konflikt noch zu vermeiden. »Wenn der Westen den Islam angreift, werden wir einen Gegenangriff auf die gesamte westliche Welt starten.« Diese Drohung, schon von Ayatollah Khomeini ausgesprochen, wurde kürzlich von 200 iranischen Parlamentsabgeordneten wiederholt. Und sie klingt heute alarmierender denn je. Vieles spricht dafür, dass sich der Konflikt um das iranische Atomprogramm weiter verschärfen wird. Die USA und Israel drohen offen mit einer militärischen Option. Wie aber lässt sich dieser Gefahr begegnen? Bahman Nirumand, intimer Kenner der iranischen Politik und Gesellschaft, gibt überraschende Einblicke in die verdeckten Machtkonstellationen des Landes - Präsident Ahmadinedschad mit seiner unverhüllt antisemitischen Propaganda ist dabei nur einer von vielen Herrschern im Gottesstaat. Nirumand liefert einen prägnanten Überblick über den eskalierenden Atomkonflikt in einer Region, in der 50 Prozent der Weltölreserven lagern und wo die strategischen Interessen großer Mächte - von den USA bis Russland und China - aufeinander treffen. Im Iran hat sich im Rücken der Mullahs eine der modernsten und vielfältigsten Gesellschaften in der islamischen Welt herausgebildet, die längst zu Reformen bereit ist. Auch diese »Gegengesellschaft«, die die Mehrheit der Bevölkerung umfasst, ist durch die schwelende Krise bedroht. Was also tun? Eine militärische Antwort des Westens wird die fundamentalistische Bedrohung potenzieren und die Chancen für einen demokratischen Wandel in der islamischen Welt für lange Zeit zunichte machen. Politische Antworten können zwar nur langfristig wirken, sind aber unabdingbar, um den »Kampf der Kulturen« doch noch zu vermeiden.

Über den Autor

Bahman Nirumand, Dr. phil., geboren 1936 in Teheran, studierte in Deutschland Germanistik, Philosophie und Iranistik. Danach arbeitete er als Dozent für Literaturwissenschaft an der Universität Teheran. Er geriet bald mit dem Schah-Regime in Konflikt und flüchtete 1965, um einer bevorstehenden Verhaftung zu entgehen. 1967 erschien sein Buch »Persien, Modell eines Entwicklungslandes oder Die Diktatur der Freien Welt«. 1979, kurz vor der Machtübernahme der Islamisten, kehrte er in den Iran zurück, musste jedoch nach dreijährigem Aufenthalt abermals ins Exil gehen, zunächst nach Paris, dann nach Berlin. Nirumand ist Autor zahlreicher Bücher, u.a. einer Khomeini-Biographie, »Mit Gott für die Macht« sowie der Titel »Feuer unterm Pfauenthron« und »Sturm im Golf«. Er schreibt regelmäßig für die taz, die NZZ und andere deutsche und internationale Blätter. Seit 2001 verfasst er den monatlichen Iran Report der Heinrich-Böll-Stiftung.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hoffnung und Angst, 25. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Iran - Die drohende Katastrophe (Broschiert)
Ein tolles Buch, das Hoffnung und Angst zugleich macht. Hoffnung, dass das Streben der iranischen Bevölkerung, v.a. der Jugend, nach Freiheit und Gerechtigkeit vom Ausland bemerkt und unterstützt wird und zu einem friedlichen Prozess der Öffnung führen wird. Angst, dass wie sooft in der Geschichte sich Gewalt und Machtstreben einiger weniger ewig Gestrigen durchsetzt und in den Krieg führt. Das wäre dann wohl wirklich eine Katastrophe! Der Autor versteht es brillant, dem Leser aufklärende Einblicke in die Hintergründe und das verflochtene System der iranischen Gesellschaft zu vermitteln. Es wird ziemlich klar, dass alles viel komplizierter ist, als uns die Medien und die Politik weissmachen wollen. Und dass eine Lösung, wie Mister Bush sie wieder einmal anstrebt, ganz sicher niemals Erfolg haben wird.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Iran und die Atomkrise  Chancen des Krisenmanagements, 24. September 2006
Von 
Dirk Wolff-Simon (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Iran - Die drohende Katastrophe (Broschiert)
Angesichts der Resonanz gegenüber der derzeitigen Medienwirkung des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad fällt es durchaus schwer, ein differenziertes Bild über die Situation des Iran zu entwickeln. Berichte über Menschenrechtsverletzungen und die offensichtliche Unterstützung islamistisch motivierter Terrorgruppen tragen ein übriges dazu bei, daß wir Verlautbarungen iranischer Regierungsvertreter mit einem tiefverwurzelten Mißtrauen gegenüberstehen. Darüber hinaus trägt auch die mystische Ausprägung des Islam innerhalb im Schiismus dazu bei, der iranischen Politik mit starken Vorbehalten zu begegnen.

Welche Gefahren resultieren aus dem iranischen Streben nach Atomenergie? Darf dem Land, das den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat, von der internationalen Gesellschaft die Nutzung der Atomenergie zugebilligt werden, wenn es in einem Atemzug die Existenz des Staates Israel bestreitet? Welche Haltung nimmt die iranische Gesellschaft zur Politik ihrer politisch-religiösen Führung ein? Wie soll der Westen auf die drohenden Gefahren reagieren, die sich aus einer möglichen Atommacht Iran entwickeln? Welche Alternativen bieten sich außer Sanktionen und der militärischen Option zur Lösung des andauernden Konfliktes an?

Diese und andere Gedankengänge nimmt Bahman Nirumand in seinem Buch Iran-Die drohende Katastrophe auf und zeigt dem Leser anhand dieser durchaus komplexen Problematik auf, daß es durchaus probate Lösungsalternativen zur Entschärfung der drohenden Katastrophe gibt. Nirumand schreibt über den derzeitigen Konflikt als Insider. Seine Erfahrungen und Kenntnisse als Dissident werden bei der Lektüre des Buches spürbar. Sehr detailliert schildert er die Historie des Konfliktes um die Atomernergie. Er ruft in Erinnerung, welche Optionen der Krisenentschärfung seitens der US-Regierung offenbar aus machtpolitischem Kalkül verworfen wurden und macht auch die Legitimität deutlich, mit der eine mit über 80 Millionen Menschen zählende Gesellschaft ihre wirtschaftliche Zukunft durch alternative Energieformen zu sichern gedenkt.

Nach dieser für einige Leser vielleicht zu ausführlichen Darstellung der Hintergründe des derzeitigen Konfliktes zeigt Nirumand auf, welche alternativen Ansätze zu Krisenbewältigung verfolgt werden sollten. Er geht dabei auf die Funktionsweise des iranischen Systems ein, zeigt seine Widersprüche auf, die den Fundamenten des iranischen Staates inhärent sind. Für den Leser wird dabei vor Augen geführt, wie stark diese große Kulturnation durch eine religiös-faschistische Clique Geistlicher durch Korruption und Mißwirtschaft heruntergewirtschaftet wird. Angesichts der immensen Vergeudung von Ressourcen für die Modernisierung einer rapide wachsenden, an westlichen Idealen orientierten Gesellschaft wird deutlich, weshalb der neue religiöse Puritanismus den ehemaligen Revolutionsgardisten Ahmadinedschad in das politische Staatsamt katapultiert hat. Da das eigentliche Machtzentrum des Staates im religiös dominierten Wächterrat liegt und Parlament wie Staatspräsident in dieser Theokratie nur plakative Bedeutung haben, widmet sich Nirumand richtigerweise der Frage, welche Chancen einer Konfliktbewältigung gegeben sind.

Nirumand macht dabei deutlich, daß die Nukleartechnologie per se nicht die eigentliche Ursache der Krise darstellt, sondern vielmehr ihre Verfügbarkeit in den Händen eines Regimes, daß die US-amerikanischen Machtinteressen in dieser Region vor eine gewaltige Herausforderung stellen. Aus Sicht der Europäer sollte uns bewußt sein, daß der Iran, nach Jahren der politischen Umwälzung und Krisen eine Position als Mittelmacht einzunehmen gedenkt, die Länder wie Indien, Pakistan oder Südafrika vor ihm bereits eingenommen haben. Dieses in seinen gesellschaftlichen Gundstrukturen durchaus moderne Land läßt sich aus Gründen des Machtkalküls nicht auf die Stufe eines Entwicklungslandes zurückbomben. Es läßt sich auch durch Sanktionen, deren Wirkung sich im übrigen als zweifelhaft erwiesen haben, nicht von seinem eingeschlagenen Kurs abhalten. Vielmehr sollten wir im Westen die Chancen nutzen, die eine zwangsläufige Öffnung der iranischen Gesellschaft mit sich bringt. Die Impulse, die diese Gesellschaft durch Studierende im westlichen Ausland erhält, ist nicht zu übersehen. Es ist nicht nur das Straßenbild in Teheran, das uns dieses verdeutlicht, es sind auch Eindrücke aus anderen Städten, das uns dies vor Augen führt. Nirumand trägt mit seinem Buch zur Versachlichung der Auseinandersetzung bei. Das ist die Stärke des Buches. Man fühlt sich zum Ende der Lektüre an Alexis de Tocqueville erinnert, der richtigerweise zu der Erkenntnis kam, daß keine Regierung so sehr in ihrem Bestand bedroht ist, wenn sie sich demokratischen Strukturen öffnet. Angesichts der geschichtlicher Umbrüche sollten wir uns selbstbewußter und mutiger den Kräften im Iran zuwenden, die diesen Weg einschlagen wollen.
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14 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Klerikal-Faschismus, 16. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Iran - Die drohende Katastrophe (Broschiert)
Konnte man bisher Georg Bush "getrost" auf Platz eins der gefährlichsten Männer der Welt setzen, so möchte ihm nun einer seiner Kontrahenten den Rang ablaufen: der iranische Staatspräsident Ahmadi-Nejad. Der Präsidentenmullah will aufräumen, vor allem mit den Juden, die er nach Europa vertreiben, und dem Staat Israel, den er vernichten möchte. Da braucht nichts mehr dechiffriert zu werden, der antisemitische Gehalt ist offensichtlich. Diese Drohungen sind nebenbei auch ein schwerer Anschlag auf alle kritischen Bemühungen, der US-Bombenpolitik und dem westlichen Interventionismus offensiv entgegen zu treten.

Natürlich ist es so, dass man dem Iran übel mitspielen will, doch dessen Präsident leistet furiose Zuarbeit. Als wollte da einer direkt den besten Vorwand liefern, einzumarschieren. Ahmadi-Nejad verhält sich wie eine von der US-Administration aufgezogene Puppe. Verfügt US-amerikanische Präsident über die größten Tanks, so der iranische über die nötige Zündschnur. Der moslemischen Welt will er beweisen, was für Kerl er ist im Kampf gegen den Imperialismus, den er wohl als jüdische Weltverschwörung halluziniert. Der imperiale Kreuzzug muss sich die Irren gar nicht erfinden, sie erfinden sich selbst. Und sie präsentieren sich in geradezu tob- und todessüchtiger Präpotenz, die nach Bestätigung schreit. Koste es, was es wolle, und wenn dabei der Mittlere Osten in Schutt und Asche fällt. Aber die Massen werden sich um die Mullahs scharen, wenn das Imperium seinen Angriff startet. Welch Perspektive!

Was will Ahmadi-Nejad? In die Geschichte eingehen als der erste staatlich legitimierte Selbstmordattentäter, der ein Kollektiv von Gläubigen und Zwangsgläubigen ins Nichts schickt? Was hat er vor? Einen zweiten Irak zu erschaffen? Eine Atombombe auf Tel Aviv schmeißen? Und eine auf Teheran geworfen zu bekommen? Es ist zu befürchten, dass er das in himmlischer Verblendung direkt anstrebt. Wollen die christlichen Sektenbrüder freedom and democracy über die ganze Welt bringen, so die iranischen Mullahs den Koran. Der Fetischismus blüht und gebiert ein Monster nach dem anderen. Der Nahe und Mittlere Osten ist ein hochexplosiver Schnellkochtopf des Wahnsinns und der allseitigen Entsicherung geworden.

Der Islam ist wie jede Religion eine regressive und repressive Ideologie. Und der Islamismus ist kein verunglückter Widerstand, er ist vielmehr eine aktuelle Verfallsform der modernen Zivilisation an einer ihrer zahlreichen inneren Fronten. Aus der Unerträglichkeit der Verhältnisse entwickelt sich lediglich eine durchgeknallte Antipathie. Ahmadi-Nejads Aussagen repräsentieren freilich einen gefährlichen Gemütszustand nicht weniger Menschen in vom Islam geprägten Staaten. Der religiös aufgeladene Minderwertigkeitskomplex findet seine negative Projektion in den Juden und ihrem Staat.

In dem aufgeschaukelten Klima gilt es festzuhalten, dass die traurige und aussichtslose Konfrontation von Israelis und Palästinensern nicht das Hauptproblem dieser Welt ist, sondern ein von diversen Kulturclashern hochgespielter Supertrumpf. Ebenso ist aber anzumerken, dass Israel im Inneren eine im Vergleich säkularisierte Gesellschaft ist, die in jeder Hinsicht dem Mullah-Regime vorzuziehen ist. Das ist auch gültig, wenn man seine Politik gegenüber den Palästinensern als falsch erachtet, ja für unerträglich hält. Sollte sich der palästinensische Befreiungskampf tatsächlich in eine "islamische Revolution für Palästina" (Ahmadi-Nejad) transformieren, ist ihm nicht nur jede Unterstützung zu entziehen, in diesem Falle wäre er aktiv zu bekämpfen.

Zweifellos, die radikale Linke des Westens hat ihren Hauptfeind vor Ort zu verorten, in den Zentren des Kapitals, dabei darf aber nicht die spezifische Qualität der Contras an der Peripherie außer Acht gelassen werden. Hier ist ausdrücklich vor falscher Toleranz oder gar obskuren Bündnissen zu warnen. Dass jemand ein Feind des Feindes ist, sagt über den Charakter des Feindesfeindes nichts aus. Die iranische Staatsführung ist nicht zu tolerieren, sie ist zu stürzen. Und zwar von den Iranern. Solidarität mit den Opfern US-amerikanischer Übergriffe bedeutet heute auch: Kein Fußbreit dem Islamismus, kein Verniedlichen der antisemitischen Aggression!
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