Die Herausgeber des Buches und Beitragsautoren Hartmann und Grigat sind beide Gründer und Mitglieder im österreichischen Bündnis "Stop The Bomb". In dem vorgelegten Buch werden unterschiedliche Sichtweisen von weiteren vierzehn, international tätigen Beitragsautoren über den Iran und seine Stellung innerhalb unseres politischen Weltsystems vorgestellt.
In den einzelnen Beiträgen werden die verschiedensten Facetten internationaler Politik, deren Verflechtungen und wirtschaftliche Interessen des Irans, seiner Verbündeten sowie seiner Gegner, aus der Sichtweise der westlichen
Politik-Strategie untersucht. Die Themenfülle umfasst dabei historische Gegebenheiten und wirtschaftliche Zielstellungen, bis zur Kontroverse des umstrittenen Atomprogramms des Irans. Die religiös-politische Verflechtung des Systems, seine Rechtfertigung und Argumentation sind wesentliche Bestandteile der muslimischen Lebens-und Weltanschauungen. Allerdings stellen sich solche
Betrachtungen weniger dem neutralen Prüfer, der natürlich auch die Verflechtungen der katholischen Religionsführung mit der internationalen Weltpolitik des Westens ins Kalkül ziehen wird.
In den, in sich abgeschlossenen Beiträgen werden die politischen Aktivitäten des Irans, im besonderen die seines Präsidenten zu Ländern in Süd-und Mittelamerika hervorgehoben, die sowohl wirtschaftliche, als auch strategische Lebensinteressen und Gemeinsamkeiten, zum Beispiel der Länder Venezuela, Bolivien, Kuba, Nicaragua oder Ecuador betreffen. Ebenso wird die Bedeutung asiatischer Länder, wie China und die des afrikanischen Kontinents, in Bezug auf die Politik des Iran untersucht.
Der zentrale Rahmen in den Beiträgen liefert den Stoff für die westliche Sorge bezüglich der Außenpolitik des Iran, gegenüber den arabischen Staaten, insbesondere gegenüber der Siedlungspolitik Israels, den Streitigkeiten im Gazastreifen, sowie der Verteilung von Macht und Gewalt mittels Atomwaffensystemen der führenden Weltmächte.
Die Beunruhigung der westlichen Atommächte hat seine Wurzeln sehr wohl in den offiziell, von der Völkergemeinschaft der UNO, als unrechtmäßig eingestuften Kriegsszenarien im Irak und in Afghanistan. Auf der einen Seite erlebt die Weltgemeinschaft der Völker permanente Verstöße gegen internationale Abmachungen und Verträge von Seiten einiger Länder, auf der anderen Seite erleben die weniger starken Länder die erdrückende Dominanz derer, die glauben machen, sie hätten sowohl die Weisheit als auch das Recht direkt von Gott gepachtet. Diese Diskrepanz, insbesondere unter dem Aspekt der Unverhältnismäßigkeit in den Machtsystemen muss zwangsläufig dazu führen, die Restriktionen und Sanktionen der großen Atommächte zum Zwecke des eigenen Überlebens zu unterlaufen.
Der Iran war und ist ein bedeutendes Land, auch aus historischer Sicht, für Europa und die arabische Welt. Das Streben nach Modernisierung seiner Wirtschaft und nach dem Ausbau seiner Energieressourcen ist einem wirtschaftlich, im Weltmaßstab nachhinkendem Land, nicht zu verdenken. Als Beispiel könnte man China anführen, das diesen Sprung gerade vollzieht. Die Besorgnisse, die sich darstellen, sind weitestgehend auf die kontroversen Aussagen des iranischen Präsidenten zu der akzeptierten Meinung dominierender Länder in der westlichen Welt zurückzuführen. Den Wahrheitsgehalt einer jeden politischen Aussage kann aber nur die Zeit selbst erbringen, mit all ihren nachträglichen Korrekturen, wie wir diese auch, heute nach 65 Jahren Kriegsende in Europa, fast täglich erleben können.
Das Buch ist für jeden politisch interessierten Leser eine gute Grundlage, um die derzeitige Situation des Iran innerhalb des Weltsystems besser zu verstehen und daraus abgeleitet auch über Wege nachzudenken, die den Frieden dieser Welt wirklich sicherer machen und auch mehr dem Grundsatz: "Gleiche Rechte für alle" in unserer konfliktreichen Welt entsprechen.