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Irak. Geschichte eines modernen Krieges.
 
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Irak. Geschichte eines modernen Krieges. [Gebundene Ausgabe]

Stefan Aust , Cordt Schnibben
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Dva; Auflage: 2., Aufl. (9. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421058040
  • ISBN-13: 978-3421058041
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,4 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 270.920 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Dass durchaus Gelungenes dabei herauskommen kann, wenn Journalisten vor Ort genau hinsehen, die richtigen Fragen stellen und die Antworten im professionellen Reportagestil verarbeiten, zeigt dieses voluminöse Buch des Spiegel-Teams. Auf über 500 Seiten reihen 20 Autoren unzählige Info-Mosaiksteine aneinander, so dass ein sehr informatives und ausgewogenes Gesamtbild des Irak-Krieges entsteht.

Die chronologische Anordnung der kurzen, manchmal nur wenige Stunden verarbeitenden Textbausteine und der Newsticker zu Beginn vieler Abschnitte geben dem Leser das Gefühl, ein "Kriegstagebuch" vor sich zu haben. Die Texte spiegeln die Komplexität, das menschliche Leid, aber auch die Faszination dieses ersten einer ganz neuen Generation von Kriegen wider. An einigen Stellen zeigt sich, dass die Autoren -- trotz aller Vorsicht -- gegenüber der Faszination der technisierten und vernetzten US-Kriegsführung nicht immun sind.

Besonders authentisch wird der Text, wo Menschen auf beiden Seiten zu Wort kommen: der fanatisierte Baath-Funktionär, der die Niederlage nicht sehen will, die selbstbewusste US-Soldatin, die sich mit der Terrorbekämpfung auseinander setzen muss, oder die wütenden GIs, die nur knapp dem Friendly Fire entronnen sind. Auch die irakischen Opfer erhalten eine Stimme. Der Krieg hat viele Gesichter. Wieder einmal erweist sich dies als nur zu wahr.

Obwohl der Verlauf der Kriegshandlungen im Vordergrund steht, kommt auch die Vor- und Nachgeschichte des Krieges nicht zu kurz. Dabei wird die Rolle der USA durchaus kritisch beurteilt. Klar ist zwar, dass es die konkurrenzlose Militärmaschinerie den Vereinigten Staaten auf lange Zeit ermöglichen wird, derartige Kriege zu führen und zu gewinnen. Doch für den "Krieg nach dem Krieg" sind die USA weitaus weniger gut gerüstet.

Die abschließende systematische Geschichte über den Irak-Krieg liegt mit diesem Buch noch nicht vor (so weit das überhaupt möglich ist), doch das vorliegende Mosaik aus Fakten und Erlebnissen gibt ein tiefenscharfes Bild davon ab, wie dieser Krieg abgelaufen ist. Reichlich überflüssig scheint die ausgiebige "US-Waffenschau" auf Hochglanzpapier -- allerdings ist auch dies eine Fassette des Krieges. --Dr. Manfred Schwarzmeier

Kurzbeschreibung

Wie wird ein Krieg inszeniert? Wie funktioniert er? Was richtet er an?

21 Reporter und Militärexperten des SPIEGEL recherchierten monatelang die Geschichte eines Krieges, der die Welt mehr verändern wird als den Irak. Die Autoren beginnen am 15. September 2001 in Camp David, sie spüren der Propagandaschlacht um die Massenvernichtungswaffen nach, sie befragen die irakische Führung, sie schildern das Duell der Diplomaten in der Uno. Vor allem aber erzählen sie, was wirklich geschah zwischen dem 20. März und dem 10. April 2003 beim Marsch auf Bagdad. Sie verfolgen die Spur der alliierten Truppen, analysieren die Waffen und Taktiken dieses Feldzuges, beschreiben die Gegenwehr der irakischen Armee und das Leiden der Zivilbevölkerung. Den Autoren gelingt es, das Drama des Krieges abzubilden, sie dokumentieren Angst und Zufall, Hoffnung und Mordlust, Hass und Euphorie. Und sie beschreiben die Folgen des schnellen Sieges - Freiheit, Chaos, Guerilla-Krieg. Die akribische Recherche fügt sich zur Geschichte einer langfristig inszenierten Invasion, die viel erzählt darüber, wie moderne Kriege geführt werden. Kriege sind blutige Eingriffe in die Zivilisation, sie zerstören Leben, Städte und Länder, sie zerschlagen Gesellschaften, sie versklaven Menschen, sie befreien Menschen. Dieser Krieg war der erste Krieg einer Weltmacht, die sich entschlossen hat, die Welt mehr mit dem American Way of War zu beeindrucken als mit dem American Way of Life: Auf der Weltkarte möglicher zukünftiger Krisenherde und Interventionspunkte führt das Pentagon 19 Länder, darunter Pakistan, Iran, Indonesien und Kolumbien. Ein SPIEGEL-Team von Reportern und Militärexperten hat den Irak-Krieg rekonstruiert, hat mit Soldaten und Offizieren der beiden Seiten und mit irakischen Zivilisten gesprochen: Warum gab es nicht Hunderttausende ziviler Opfer, wie vorher von Friedensinstituten prophezeit? Waren die Bomben der Alliierten wirklich so intelligent, wie die Militärs behaupteten? Warum leistete die irakische Armee so wenig Widerstand? Wie verändern sich Soldaten im Krieg? Wie echt ist das Bild, das sich die Öffentlichkeit vom Krieg macht? Diesen Fragen sind die Autoren im Irak nachgegangen, sie enthüllen die Routine des Tötens, sie dokumentieren, wie bizarr sich im Krieg die Lebenslinien von Menschen kreuzen, von Panzerfahrern und Ärzten, von Piloten und Fedajin, von Kommandanten und Museumswärtern, von Richtschützen und Pastoren. Ihre Puzzlearbeit fügt sich zur beispielhaften Geschichte eines modernen Krieges. Die Autoren: Klaus Brinkbäumer, Uwe Buse, Asiem El Difraoui, Fiona Ehlers, Carolin Emcke, Ullrich Fichtner, Matthias Geyer, Hauke Goos, Lothar Gorris, Ralf Hoppe, Thomas Hüetlin, Olaf Ihlau, Ansbert Kneip, Claus Christian Malzahn, Alexander Osang, Cordt Schnibben, Alexander Smoltczyk, Gerhard Spörl, Barbara Supp, Alexander Szandar, Bernhard Zand


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
alle Daumen hoch! 6. November 2003
Das Buch schmückt sich mit Testimonials der hochkarätigen Art: Fest, Walser, Scholl-Latour, Simmel, Wickert - sie alle sind voll des Lobes.

Meiner (im Vergleich unbedeutenden) Meinung nach: zu Recht. Was die Spiegel-Journalisten hier geschaffen haben, ist wirklich ein Meisterwerk. Es zeigt den Krieg von seinen vielen Seiten und es lässt sich dabei Zeit. Es dringt vor zu den Akteuren des Krieges, zu den einzelnen Individuen, die diesen Krieg ausführen und die unter ihm zu leiden haben. Dadurch macht es ihn begreifbar, jenseits aller Schlagworte, die man in den Nachrichten hört, aber dann doch nichts mit ihnen verbindet.
Um dies zu schaffen, bedarf es der detailgenauen Schilderung, die den Leser in das Geschehen eindringen lässt, ihn vertraut macht mit den Personen, von denen er da liest. Erst wenn man so weit vorgedrungen ist, begreift man endgültig den Irrwitz, die Perversion, die unendliche Grausamkeit eines Krieges.

Die ganze - manchmal durchaus fasziniert vorgetragene - Schilderung der amerikanischen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts wird zur Anklage, wenn ihr in diesem Buch die Einzelschicksale gegenübergestellt werden. Das macht dieses Werk so wertvoll.

Und nicht zuletzt ist das Buch, dank des präzisen und klugen Spiegel-Stils, ein reines Lesevergnügen.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die wahre Seite des Kriegs 1. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Der Schriftsteller Simmel meinte über dieses Buch: "Wäre ich nicht schon Pazifist, so wäre ich es nach der Lektüre dieses Buches" -und das ist wohl wahr: Es ist deshalb anders als die meisten Bücher über den Irak-Krieg, weil es sich eben nicht in offenem Antiamerikanismus oder makroskopischen politischen Betrachtungen erschöpft, warum es jetzt gut oder schlecht war, den Irak in die Steinzeit zurückzubomben.
Stattdessen beschreibt es den Krieg minutiös recherchiert in der wechselnden Perspektive des kleinen Mannes: Dem irakischen Krankenhausarzt, dem die Leichenhalle zu klein wird und der mangels Medikamente ohne Betäubung operieren muß; dem GI, der damit fertig werden muß, aus Versehen seinen eigenen Vorgesetzten und Freund erschossen zu haben; dem irakischen Familienvater, der nach Hause kommt, aber sein "zu Hause" samt Frau und Kinder weggebombt findet und seinen Verstand verliert -all diese vielen minutiös recherchierten Schilderungen des Kriegsalltags von Briten, Amerikanern und Irakern sind von den Autoren zu einem Gesamthandlungsstrang verflochten, der dem Leser die gesamte Chronologie dieses Krieges (manchmal unerträglich) nahe bringt: Dies ist jenes Buch, welches die Menschheit offenbar in jeder Generation einmal neu schreiben muß, um jedem grausam deutlich zu machen, was Krieg wirklich ist und welches unsägliche Leid sich hinter der verschnörkelten Tagesschau-Begriffswelt von "intelligenten Bomben", "weichen Ziele" und "Kollateralschäden" verbirgt.
Das Buch ist nicht politisch, weil es tunlichst vermeidet, irgendeine Seite zu ergreifen. Durch seine in typischer SPIEGEL-Manier aufbereitenden Hintergrundinformationen ebenso wie durch die o.g. Alltagsschilderungen wird aber zumindest das politische Schachmatt im Nachkriegs-Irak verstehbar: Dies ist nicht zuletzt auch ein Werk, das sehr genau aufzeigt, warum die USA diesen Krieg zwangsläufig gewinnen -und den Frieden zwangsweise verlieren mußten.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Irak - Geschichte eines modernen Krieges" ist das wohl umfassendste Buch über den Feldzug zur Entmachtung Sadam Husseins. Die Handlung setzt ein vier Tage nach den Anschlägen des elften Septembers 2001 im Wochenendsitz des US-Präsidenten in Camp David und rekonstruiert im Tagebuchstil die Planung und die Realität des Irakkrieges sowohl innerhalb der US-Regierung, zwischen den USA und den Europäern, und an der Front. Ein vielschichtiges Buch, dem man anmerkt, dass dahinter eine ganze Maschinerie von Redakteuren, Reportern und Militärexperten steckt. Im typischen SPIEGEL-Stil zieht sich die Erzählung über 542 spannende Seiten hin. Ein aufwendig recherchiertes, gut geschriebenes Buch, das dem Anspruch gerecht wird, ein realistisches Bild der Geschehnisse zu zeichnen.
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