Die zauberhafte Cécile de France, bekannt als die Lesbe aus "Auberge espagnole", spielt brillant die Hauptfigur Irène. Diese ist eine 30-jährige, etwas tollpatschige und häufig genervte Juristin, die allein und einsam in Paris gestrandet ist. Etwas unschlüssig, wohin sie der Weg auf der Suche nach dem Glück führen wird, aber in der Hoffnung, dass ihr der Traumprinz über den Weg läuft. Schon die erste Szene bei den Eltern ist unendlich lustig und zeigt bereits die Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität, Wunsch und Wirklichkeit, auf, dem roten Faden des Films. Ist eine 30-jährige Single-Frau etwas besonderes, unnormales?
Erst noch allein, steht Irène allerdings schon rasch zwischen zwei Männern, dem egoistischen Macho Luca und dem verständnisvollen und völlig entspannten Softie François, welcher vom tollen Bruno Putzulu gespielt wird. So entwickeln sich zwei Liebesgeschichten parallel und Irène gerät in ein turbulentes Gefühlschaos, das sich erst im Happy End auflöst.
Witzig ist, wie der Film mit dem Thema "Frau und Computer" spielt, was in einer hinreissenden Cybersex-Szene mündet. Von den Nebensfiguren ist insbesondere auf Irènes Chef hinzuweisen, der vom grossartigen Patrick Chesnais - dem französischen Bill Murray - verkörpert wird, ein kritischer Seitenhieb auf die Welt der Erfolgsmenschen.
"Irène" ist eine äusserst liebenswerte Romantic Comedy mit glaubwürdigen Charakteren und mit französischem Touch und ohne aufgesetzter Gefühlsduselei, plumper Komik, falschem Pathos und Kitsch, wie häufig in entsprechenden amerikanischen Filmen. Darum gebe ich 5 Sterne, da nur die Franzosen mit Intelligenz und wunderbarer Leichtigkeit eine emotionale Geschichte erzählen können, ohne peinlich zu werden.
Schliesslich sind die Extras auch einmal ganz interessant, nicht nur Werbematerial, sondern man erfährt wirklich etwas über die Hintergründe des Films. Im Making Of und in den geschnittenen Szenen präsentiert sich zudem der Regisseur Ivan Calbérac als sympathischer Zeitgenosse.