Bisher hatte ich zwei LinkStations von Buffalo in Betrieb, eine mit 250 GB, und eine mit 320 GB. Diese sind zuverlässig, aber halt ein bisschen lahm. Außerdem reichen die 500 GB nicht mehr aus. Daher habe ich eine Weile die Buffalo LinkStation Pro Duo 2TB beobachtet, die im Preis irgendwo zwischen 360 und 400 Euro schwankt. Doch die 2 TB der LinkStation sind keine echten 2 TB. Enthalten sind 2 Platten à 1 TB, die nur im Raid 0 (Stripe set) oder Raid 1 (Spiegelung) betrieben werden können. Da bei Raid 0 die beiden Platten als eine Platte angesprochen werden, sollte man diese nur wählen, wenn die Daten nicht wichtig sind. Dann stehen die ganzen 2 TB zur Verfügung und der Durchsatz wird vergrößert, doch einerseits bringt das bei Netzwerkplatten nicht viel - der Flaschenhals ist meistens das Netz. Andererseits sind alle Daten futsch, sobald nur eine Platte den Geist aufgibt. Raid 1 ist sicherer, doch hat man nur die Hälfte des Platzes zur Verfügung.
Also habe ich nach Platten mit 1 echten TB gesucht und bin zufällig auf die brandneue iomega Home Network 1.0 TB NAS gestoßen. Vorsicht hier, da es noch ältere Versionen ohne Gigabit LAN gibt - das besprochene Modell überträgt mit 1000 Mbps. Dies ist aber nur spürbar, wenn die Platte und der PC, der sie anspricht, an einem Gigabit-Switch (z.B.
Netgear GS105GR Gigabit Kupfer Switch) angeschlossen ist, und der PC ebenfalls per Gigabit-LAN angeschlossen ist.
Wenn das alles stimmt, geht es los. Die Platte ist schnell, die Weboberfläche reagiert sofort, übrigens auch am normalen LAN, ganz anders als die Buffalo LinkStations, deren Oberfläche elend langsam ist, das übrigens auch am Giga-LAN. Sicher sind neuere LinkStations schneller, aber auch deutlich teurer.
Die Platte sieht schick aus, aber wen interessiert das bei Netzwerkplatten? Zumal die Platte ein ständiges zirpendes Geräusch von sich gibt. Also: Im Betrieb nicht zum Anschauen neben den Monitor stellen, denn das Geräusch ist auf Dauer nicht zu ertragen.
Die Platte bietet außerdem Features wie iTunes- und DLNA-Unterstützung, was ich momentan nicht einsetze und nicht bewerten kann. Außerdem unterstützt sie Apple Macs Bonjour- bzw. Rendezvous-Protokoll und es lassen sich USB-Platten und -Drucker anschließen.
Tipps zur Einrichtung:
Die Platte ist so eingestellt, dass sie per DHCP automatisch eine IP-Adresse bezieht. Der Standard-Name für die Platte ist "Storage". Falls sie darüber nicht erreichbar ist, müsst ihr evtl. im Switch nach DCHP-Clients schauen und dort die IP-Adresse herausfinden. Meine Platte lässt sich übrigens im Browser nur ansprechen, wenn ich den Arbeitsgruppe-Namen nach eine Punkt anhänge, also z.B. "http://Storage.Arbeitsgruppe". Habt ihr keinen DHCP-Server im Netz, dann stellt die Platte sich selbst die IP-Adresse 169.254.55.82 ein. Um sie anszusprechen, müsst ihr euren PC auf den selben Adress-Bereich einstellen (z.B.169.254.55.1) und die Platte dann umstellen.
Nach dem Start der Weboberfläche habe ich als erstes ein Admin-Kennwort vergeben, besser ist es. Dann die Ordner eingerichtet, die ich brauche. Zuletzt die Daten raufkopiert und seitdem läuft es top. Wenn man will, kann man für jeden Ordner Benutzer erstellen, die ihn öffnen dürfen. Falls Fragen auftauchen: Die Online-Hilfe ist ausführlich und übersichtlich.
Spaßeshalber habe ich versucht, meinen USB-Drucker (Lexmark X5470 Multifunktions-Drucker) an die Platte anzuschließen und vom PC aus zu betreiben. Die Einrichtung funktionierte zwar, aber nicht der Druck, doch das ist bei Multifunktions-Druckern oft ein Problem.
Fazit: Trotz einiger Einschränkungen vergebe ich 5 Punkte. Das, was ich erwartet habe, hat die iomega Home Network 1.0 TB NAS voll erfüllt. Echte 1 TB mit dieser LAN-Performance für 190 Euro: Das ist ein guter Deal.
Bleiben noch offene Fragen, die ich noch nicht beantworten kann. Wie verhält sich die Platte beim gleichzeitigen Zugriff mehrerer Anwender? Die paar Leute in meinem Netz sind kein Prüfstein. Wie ist die Zuverlässigkeit über längere Zeit? Wie ist die Zuverlässigkeit bei Dauereinsatz (ich schalte Platten nachts manuell ab)? Was geben iTunes und DLNA her? Lassen sich USB-Drucker und Platten sinnvoll anschließen? Viel Spaß dabei
Nachtrag: Nach drei Jahren funktioniert das Gerät nun nicht mehr. Noch ist mir unklar, ob die Festplatte selbst oder die NAS-Elektronik defekt ist. Falls ich das herausfinde, trage ich es hier nach.
Ich habe eine längere Lebenszeit erwartet, und ziehe daher einen Stern ab. Da ich die Daten zusätzlich gesichert habe, ist alles nochmal gut gegangen. Ein bisschen Paranoia ist zu empfehlen.