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Inzest
 
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Inzest [Taschenbuch]

Christine Angot , Christian Ruzicsa
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 186 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596155460
  • ISBN-13: 978-3596155460
  • Originaltitel: L'inceste
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 573.549 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Christine Angot
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Drei Monate lang war ich homosexuell. Genauer, drei Monate lang glaubte ich, dazu verurteilt zu sein." So lautet der Anfang des Romans, und man fürchtet, ein homophobes Pamphlet vor sich zu haben, das die Lektüre nicht lohnt. Weit gefehlt -- Inzest ist eines der aufregendsten Bücher seit langem, sein pervers überspanntes Stakkato brillant geschliffen. Die lesbische Geschichte einer Amour fou dient dabei nur als Einstieg, der etwas viel Profunderes zu Tage bringt. Insofern muss man auch den Klappentext als irreführend bezeichnen, stürzt er sich doch alleine auf die pikanten "Gründe und Abgründe dieser unmöglichen Liebe".

Die Ich-Erzählerin schildert den Telefonterror, mit dem sie ihre Ex-Affäre überzieht, da es ihr trotz aller Abneigung gegen Homosexualität unmöglich ist, mit ihr Schluss zu machen. Die Geliebte selbst (eine ruhige, zehn Jahre ältere Ärztin) bleibt dabei blass und kann die wütende Hassliebe, die sie in der Erzählerin auslöst, nicht erklären; sie ist nur eine Projektionsfläche. Was für ein Problem also hat die Erzählerin, warum kämpft sie mit der Auffassung, der Mann sei "besser als die Frau (als Liebhaber), der Weiße besser als der Schwarze, der Mediziner besser als der Arbeiter"? Wobei sie sich ihres Wahnsinns voll bewusst ist.

Ohne Christine Angots literarische Meisterleistung reduzieren zu wollen (und zu können), beginnt man in den folgenden beiden Kapiteln unweigerlich nach Erklärungen zu suchen: Mit vierzehn traf sie erstmals ihren Vater, einen angesehenen Linguistikprofessor, und wurde von ihm in den folgenden Jahren wiederholt missbraucht. Wie ihr Vater die Weiblichkeit seiner Tochter verachtete, wird die Tochter nun ihrerseits Underdogs hassen. In der Nähe einer lesbischen Beziehung bricht die Erinnerung an den Inzest -- der ihr jede Sexualität, in der sie sich nicht leicht distanzieren kann, unmöglich macht -- wieder auf. Beim Schreiben wird Christine Angot nie erneut zum Opfer, sondern führt den Stift ohne Rücksicht auf Verluste, tragikomisch, fast burlesk. --Stephanie Sellier -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Audiobook-Rezensionen

Mit ihrem Bekenntnisroman „Inzest“ sorgte die französische Autorin Christine Angot 1999 für einen Skandal. Bemerkenswert an dem Buch ist die schonungslos offene Darstellung eines gesellschaftlichen Tabus: des Missbrauchs der Tochter durch den Vater. Ebenso bemerkenswert ist, dass die Autorin sich weigert, auch nur einen Hauch von Fiktion in ihren Text zu bringen. Das poetische Ich der Erzählerin ist ihr eigenes Ich. Dieser Zwang, alles nachvollziehbar zu dokumentieren, bescherte der Autorin das nicht ganz freiwillige Verlassen von Montpellier. Heute lebt sie mit ihrer Tochter Léonore im anonymeren Paris.

Als einschneidendes, krankmachendes Erlebnis wird zu Beginn die lesbische Episode mit einer 10 Jahre älteren Ärztin geschildert. Homosexualität bekommt in diesen hysterischen, gehetzten Sätzen einen seltsam „kranken“ Beigeschmack. Kein Funken von Erotik ist hier zu spüren oder zu erahnen. Vergleiche mit Alkoholabhängigkeit, mit Leid, Sucht, Verurteilung und Hörigkeit irritieren. Noch mehr fühlt man sich konsterniert, als auf die drei Monate dauernde Homosexualität der Wahnsinn und die Paranoia folgen. Doch das alles war sozusagen nur das Vorspiel: Hinter allem wütet die traumatische Verführung des 14-jährigen Mädchens durch den Vater, den sie jetzt erst kennen gelernt hatte. Die homosexuelle Erfahrung diente im Grunde als Befreiungsversuch von ihrem Vater. Hier wie dort fühlte sie sich als „Hund, der seinen Herren sucht“. Die Autorin bemerkt mehrmals, dass allein das Schreiben sie vor dem Wahnsinn bewahrt habe!

Das Hörspiel arbeitet vor allem die Zerrissenheit und Erniedrigung im Monolog der Ich-Erzählerin heraus. Es ist ohne Zweifel das Verdienst der Schauspielerin Sophie Rois (sie ist im Ensemble der Berliner Volksbühne) die literarische Vorlage „aufgewertet“ zu haben. Ihre raue und heisere Stimme scheint wie gemacht für die hektischen Selbstgespräche. Virtuos wechselt sie Sprechhaltungen, manchmal meint man das Verrücktsein schon zu hören; sie macht die Sprachlosigkeit der Figur mit atemlos vorgetragenen Staccato-Sätzen hörbar. Hörspiel, Spieldauer: ca. 55 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. Eine Produktion des WDR.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dicht an der Wahrheit 23. Oktober 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Dies Buch ist (und das stellen eigentlich alle fest die es lesen) nicht bequem, nicht angenehm, nicht schön. Aber man weiß auch, dass die Wahreit selten ein schönes Kleid trägt, aber oft sehr weh tut, verwirrt und unlogisch ist. Und genau so ist "Inzest". Ein mutiger Versuch die Wahrheit zu zeigen, zu beschreiben. Denn Worte können sie nur selten fassen. Hier ist der Versuch geglückt. Es wurde aufgeschrieben, wie gedacht wird. Mit all dem überflüssigen und unsanftem Ballast. Geht es der Protagonistin besser, läuft ihr Leben geregelter, dann drückt sich das sofort in der Sprache, im Satzbau in der Verständlichkeit aus. Das Buch ist wie ein wilder Ritt durch das Gehirn eines anderen Menschen, durch das Leben eines anderen. Und das ist sehr mitreißend. Das Buch eignet sich nicht für den Urlaub, nicht für zwischendurch, und sicher auch nicht für jeden Tag mal 10 Minuten lesen. Ob ich es empfehlen würde? Ja, nur eben nicht allen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie ein Schlag ins Gesicht 12. Dezember 2002
Von GSFuchsi
Format:Taschenbuch
Verwirrend ist es auf den ersten Blick, was Christine Angot ihren Lesern hier vorsetzt. Lange bleibt unklar, worauf dieser Roman eigentlich zusteuert und in vielen Momenten ist er nur Erlebnis, nur Innerlichkeit, ein rascher, rauschhafter Blick ins Innere der Protagonistin, die vor den Augen des Lesers chargiert, sich öffnet und wieder verschließt, für einen Augenblick den Anschein von Klarheit weckt und sodann wieder alles verschleiert, die gerade erkannten Wahrheiten unter scheinbarer Banalität versteckt und so - bis zum letzten Teil des Romans - nie wirklich die Frage beantwortet, was die Protagonistin quält. Erst in ihrer Beschreibung des Inzest mit dem Vater offenbart sich das lange Angedeutete, macht mit einem Mal alle Zerrissenheit, alles Flüchten und Kämpfen der Person Sinn und die kalten, unspektakulären Worte, die sie findet, beschreiben ihren Schmerz deutlicher als jedes Pathos, jede Ausführlichkeit es könnte.

"Inzest" ist ein Roman, der sich dem Leser zu widersetzen scheint, der sich gegen die Rezeption wehrt und damit allzu deutlich die verletzte Seele der Protagonistin nachzeichnet, die sich nach dem Verstandenwerden sehnt und dennoch in ihrem Schmerz unfähig ist, es zuzulasse und so ihre Partnerin ebenso wie ihre Leser immer wieder von sich zu stoßen sucht und doch hofft, sie würden bleiben und ihren Schreien lauschen.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Christine Angot bricht mit vielen Regeln und nicht viele werden damit zurechtkommen. Das Buch ist sehr schwer verdauliche Kost, die man nur mit Ruhe (und manchmal Überwindung) aufnehmen kann. Die vielen Brüche, Gedankensprünge, ausufernden Hasstiraden in der Beschreibung einer sich auflösenden Liebesbeziehung, erschlagen einen oft und lassen nur selten ein Gefühl der Identifikation mit der Geschichte aufkommen. Ich kann das Buch jedenfalls nur eingeschränkt empfehlen.
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Abgründe der Seele
In dem Buch „Inzest" versucht Christine Angot ihre Suche nach einer bedingungslosen Liebe zu erklären, die sie bis in die Homosexualität führt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. August 2005 von Bernd Kotz
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Nach alldem, was ich über dieses Buch gelesen hatte, war ich doch sehr gespannt, ich muss jedoch sagen, dass es mir sehr schwer gefallen ist, zu verstehen, von was sie redet. Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 21. August 2002 von nebel_leben
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Schreiben ohne irgendwelche Regeln und Grenzen - das kann eigentlich kaum gut gehen. Hier, bei C. Angot, geht es auf! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Juli 2001 von Johannes Viehmann (administrator@surn.de)
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