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Invincible - Unbesiegbar

 Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch (DTS 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.85:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
  • Erscheinungstermin: 27. Januar 2003
  • Produktionsjahr: 2001
  • Spieldauer: 126 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B00006FRBI
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 45.837 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

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Werner Herzogs Invincible - Unbesiegbar, der erste Spielfilm des wohl bildgewaltigsten Regisseurs des so genannten neuen deutschen Films nach zehn Jahren, in denen er vor allem Dokumentationen gedreht und Opern inszeniert hat, muss noch entdeckt werden. Bei seiner Premiere auf den Filmfestspielen in Venedig ist er von der Kritik verrissen und später dann bei seinem Start in den deutschen Kinos vom Publikum übersehen worden. Wie schon gut 20 Jahre zuvor Rainer Werner Fassbinders Lili Marleen stieß auch Herzogs Annäherung an das Dritte Reich mit den Mitteln des Melodrams fast durchgängig auf Unverständnis und Verbitterung. Die Geschichte scheint sich -- zumindest im Blick auf den deutschen Film und seine Rezeption -- wirklich immer von neuem zu wiederholen.

Durch einen Zufall entdeckt ein Berliner Impressario 1932 in einem ostpolnischen Schtetl den ungeheuer starken Schmied Zishe Breitbart (Jouko Ahola). Der jüdische Tor lässt sich überreden, nach Berlin zu gehen, und bekommt in dem von dem Hellseher Hanussen (Tim Roth) betriebenen Palast des Okkulten ein Engagement als "stärkster Mann der Welt". Zunächst tritt Zishe als Siegfried vor den im Palast ein- und ausgehenden Größen der nationalsozialistischen Bewegung auf, doch schließlich rebelliert er gegen den tyrannischen Hanussen, in dessen Lebensgefährtin Marta (Anna Gourari) er sich verliebt hat. Auf der Bühne verkündet er seine wahre Identität und wird als neuer Samson zur messianischen Figur für die jüdische Gemeinde Berlins.

Die zehn Jahre, in denen Werner Herzog dem Spielfilm den Rücken gekehrt hatte, haben deutliche Spuren in Invincible hinterlassen. Herzog war zwar schon immer von der Oper fasziniert -- in Fitzcarraldo ist es die überirdische Schönheit der italienischen Opern, die den Helden zu seinen schon wahnwitzigen Anstrengungen treibt --, aber seine Liebe zu dieser dem Kino so nahen Kunstform war die eines distanzierten Bewunderers, dem die Sentimentalität und das Melodramatische des Musiktheaters im eigenen Schaffen fremdgeblieben sind. Erst mit der Geschichte des "stärkster Mann der Welt" hat Herzog nun so etwas wie seine ganz und gar filmische Oper geschaffen.

In Invincible schreckt Herzog weder vor Typisierungen noch vor überwältigend kitschigen Momenten zurück. Gerade in den Szenen zwischen Marta und Zishe, die von einer Konzertpianistin und einem Bodybuilder verkörpert werden, schwelgt er regelrecht in sentimentalen Bildern, die jeden, der sich auf sie einlässt, so tief berühren werden wie sonst nur die großen Arien von Puccini oder Verdi. Dabei kennzeichnen diese wunderschönen, formvollendeten Bild- und Schnittkompositionen zugleich eine Einfachheit und Selbstverständlichkeit, die Herzog als einen großen Naiven des Kinos offenbaren. Während Filme wie Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu oder eben auch Fitzcarraldo eher eine kühle, fast schon intellektuelle Hochachtung vor der Vision ihres Regisseurs provozieren, reißt einen Invincible einfach mit. Und wenn man schließlich erkennen muss, dass Zishe und Hanussen, der naive Kraftmensch und der gerissene Manipulator, letztlich zwei Seiten einer Medaille sind, dann kommt man der komplexen Realität der untergehenden Weimarer Republik näher als in jedem anderen Film über diese Epoche deutscher Geschichte. --Sascha Westphal

Produktbeschreibungen

Der Schmied Zishe Breitbart JOUKO AHOLA ist Pole, Jude und sehr stark. Anfang der 1930er Jahre erregt er Aufsehen mit seiner Muskelkraft und avanciert zum "Stärksten Mann der Welt". Auch der berühmte Hellseher Jan Erik Hanussen TIM ROTH ist von Zishe angetan, er holt ihn nach Berlin, in sein Variet "Salon des Okkulten". Der Nazifreund - noch schlimmer, Hanussen hofft, eines Tages Hitlers Minister für Okkultes zu werden - setzt Zishe eine blonde Perücke auf und feiert mit ihm große Erfolge. Bis die jüdische Herkunft des Schmieds heraus kommt ...

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit gemischten Gefühlen... 13. August 2003
Von Ein Kunde
Format:DVD
Zuerst einmal muß ich mich als Werner Herzog Fan outen, bin also nicht ganz unvoreingenommen, was seine Filme betrifft. Die Geschichten hinter Herzogs Filmen sind ja meistens ausgezeichnet, auch "Invincible" macht hier keine Ausnahme. Er erzählt die (wahre) Geschichte des jüdischen Varietékünstlers Zishe Breitbart und verbindet diese mit der Person und dem Schicksal von Hanussen, dem Seher der rechten Schickeria im Berlin der 30er Jahre. Viele Kritiker bemängeln die hölzerne Darstellung durch Jouko Ahola, der im wahren Leben reger Teilnehmer von diversen Strongest-Man-Of-The-World Wettbewerben ist. Die Kritik ist nicht ganz von der Hand zu weisen, obwohl Aholas Performance durchaus charmant ist, mit einer Nuance sympathischer Naivität. Anna Gourari spielt, obwohl ebenfalls nicht vom Fach, großartig. Ihre Art, Klavier zu spielen ist übrigens weder gekünstelt noch vom Regisseur dirigiert, es ist einfach klassische Musik in ihrer reinsten Form, dargebracht von einer Profi-Klavierspielerin. Ein dickes Plus gibt es deswegen auch für Musik und Ton dieses Films, beide sind vom Feinsten. Besonders hervorzuheben ist Tim Roth als Hanussen, er ist der eigentliche Star des Films, dieses Gefühl wird man bis zum Ende nicht mehr los, auch als Hanussen schon längst tot ist und Zishe wieder prominenter zu sehen ist. Das ist auch der Grund, warum es nicht fünf Sterne gibt. Ich hätte den Film gerne mit dem Tod von Hanussen beendet gesehen und dafür das Beziehungsdreieck Zishe-Martha-Hanussen näher beleuchtet gehabt. Es ist eine Schwäche von Werner Herzog, daß vielen Filmen nach der Mitte die Luft ausgeht, man hat das Gefühl, zwei Filme in einen verpackt zu sehen. Wahrscheinlich ist das auf die vielen Ideen zurückzuführen, die Herzog während des Filmens noch in seine Werke hineinverpackt. Er selbst lehnt ja Storyboards ab und das merkt man an den teilweise schwer nachvollziehbaren optischen und dramaturgischen Schwerpunkten in seinen Filmen. Fazit: sehr schöner Film der noch viel schöner wird, wenn man den Audiokommentar von Werner Herzog anhört und die Ohren herunterklappt sobald Herzogs ichbezogene Interviewer zu Wort kommt. Es hätte eine Sternstunde des Films werden können, wenn Herzog dem Dreieck Hanussen-Zishe-Martha mehr Raum zugestanden hätte. So dreht sich der Film um einen Star, dem man anmerkt, daß er eigentlich gar keiner sein möchte.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Invincible ... ein unsterblicher Film und ... 1. Januar 2007
Von R. Beckmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
ein Film von Werner Herzog ... welcher ca. um 1932 spielt.

Ich hatte den Film vor ca. 14 Tagen auf den Wühltisch für 2,99 € erworben ... Er wäre eigentlich unbezahlbar.

Es handelt sich um die (meistens reale) Geschichte des Schmieds Zishe Breitbart, der eher aufgrund eines Zufalls von einem Talentsucher ca. im Jahre 1932 in Ostpolen für das Varieté des Hanussen in Berlin entdeckt wird.

Nach erstem Zögern folgt er diesem Weg auch und feiert in dem Varieté des Hanussen Triumpfe als Kraftmensch ... allerdings als arischer Held verkleidet ... dabei ist er doch Jude. Wir befinden uns immer noch im Jahr 1932 und Zishe gibt sich als Jude zu erkennen ... während der Vorstellung und vor den Nazis! Aufgrund dessen ergibt sich im Saal eine Konfrontation zwischen den im Jahre 1932 noch normalen Besuchern und den bereits uniformierten Anhängern der NSDAP. Hanussen gelingt es, die Schärfe herauszunehmen ... mit einem Trick, wie sie ihm eigen sein sollen.

Dabei ist der Konflikt zwischen Hanussen und Zishe vorprogrammiert. Nicht nur wegen der Geliebten Marta, sondern auch wegen der sehr unterschiedlichen Ansichten, mit der Realität umzugehen. Zishe Breitbart steht zu sich, seiner Herkunft, seinem Glauben und seine Idealen. Hanunssen paßt sich immer oportunistisch seiner Umgebung an ... um zu leben, zu überleben oder sonstige persönliche Vorteile für sich zu sichern. Letztendlich kommt es aber wegen Marta zum offenen Konflikt, vor allen im Jahre 1932 hohen Nazionalsozialisten, wie Göbbels oder Himmler. In diesem Konflikt bezichtigt Zishe Breitbart Hanussen der Betrügerei, was ein Verfahren vor Gericht für Hanussen nach sich zieht.

(Anmerkung: Mir ist aber aus heutiger juristischer Sicht unklar warum, denn an Hanussens Vorführungen konnte nicht wirklich geglaubt werden, auch nicht an seine Vorhersagen.)

In diesem Verfahren stellt sich heraus, daß Hanussen nicht Hanussen ist, sondern ein Tschechischer Staatbürger und Jude, welcher schon ein wenig mehr ergaunert hatte.

(Anmerkung: Ich habe mir die Szene dieses Gerichtsverfahrens gerade nochmals angeschaut: Es wird kein Urteil gesprochen!)

In der nächsten Szene entschuldigt sich Zishe bei Hanussen. Er hatte erkannt, daß beide zugleich auch verwandt sind. Hanussen wird von einem bewaffneten Nazikommando abgeführt und letztendlich von Kugeln zersiebt und Wildschweinen angefressen aufgefunden.

(Anmerkung: Auch hier ist mir nicht klar, warum bereits im Jahre 1932 ein bewaffntetes Nazikommando in Uniform, eine Menschen abführen konnte. Dies mag aber an meiner persönlichen Bildungslücke liegen. Trotzdem hätte ich gerne eine Erklärung, auch für das fehlende Urteil im Gerichsprozeß.)

Zishe identifiziert ihn und kehrt in seinen ostpolnischen Heimatort zurück. Dort versucht er, die hauptsächlich jüdische Bevölkerung vor dem drohenden Nazionalsozialismus durch Aufklärung zu bewahren, aber es war halt erst 1932 ... und damit noch halt mehr oder halt weniger vor der Machtergreifung durch die NSDAP ... je nach Vorhersage!

Letztendlich stirbt Zishe ... an einem rostigen Nagel, der seinen Körper vergiftete ... genau, ein kleiner Nagel, obwohl er schon viel größere Gefahren überstanden hatte.

Das war meine kleine Inhaltsangabe ... de facto verbirgt sich noch einiges mehr in dem Film!!! Ich habe ihn gerade zweimal gesehen. Einmal nur mit Filmton ... einmal nur mit dem Kommentar mit Werner Herzog. Der Komentar ist eher ein Interview mit dem Regisseur, welches sich über die volle Filmlänge hinzieht und sehr aufschlußreich ist, bezüglich des Entstehung des Films und den hinter der Story steckenden Tatsachen. Dabei wird auch deutlich, daß Zishes Schicksal nicht lückenlos dokumentiert ist und Lücken dramarturgisch gefüllt wurden. Der Kommentar von Werner Herzog erzählt auch sonst viele liebenswerte, intime und kleine Details zum Film.

Technisch gesehen sind 16:9, Dolby Digital und DTS bei einer Lauflänge von 125 Min. super. Film und Tonqualität sind ausgezeichnet.

Noch ein paar Worte zu den Darstellern ... Manche sind Schauspieler ... Manche hatten noch nie zuvor in einem Film mitgespielt, wahren bis zu diesem Film Kraftmenschen, Pianisten, Kinder, Setbuilder oder auch nur Menschen. Alle diese haben wunderbar überzeugt!

Meine absolute Kaufempfehlung ... und 5 Sterne!!!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wunderbare Geschichte, banale Umsetzung 19. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Format:DVD
Werner Herzog gilt in den Talentschmieden des neuen Hollywood als wahrer Lehrbuch-Regisseur, und sicherlich ist er mit seinem poetischen und skurrilen Blick auf die Realität ein wohltuender Gegenpol zu all den nichtssagenden Konfektionsfabrikanten à la Emmerich, Petersen (und oft auch Spielberg).
"Invincible" jedoch ist ein ausgesprochen schwacher Film. Vielleicht hat Herzog für seine aufwendigen Bauten zuviel Geld gebraucht und sich daher auf all jene faulen Kompromisse eingelassen, die nun sehr nach Mainstream riechen. Allzu süßlich wird das Schicksal der unterdrückten Pianistin Marta zelebriert, allzu bös und primitiv sind die Nazis, allzu diabolisch der Magier/Hochstapler Hanussen, allzu betulich geraten die Bewohner des polnischen Stetls. Die interessante und rührende Geschichte von dem offenherzigen und mutigen Kraftmenschen Zishe, der aus seinem Stetl in die deutsche Hauptstadt geholt und dort als germanische Attraktion vermarktet werden soll, bleibt etwas bieder, entwickelt keine Perspektive (und schon erst nicht Humor oder gar Absurdität, die ja in diesem Stoff liegen könnten).
"Invincible" bleibt nicht zuletzt wegen der klischeehaften Ausstattung, der hölzernen und zudem recht dilettantisch gesprochenen Dialoge im Bereich eines ordentlich heruntergespulten Gut-Böse-Märchens - Jouko Ahola als Zishe ist zwar herzzerreißend gutartig, ja ganz und gar sympathisch, fällt aber durch seine mühsamen Versuche, die Rolle zu "gestalten" und eingefühlt Dialog zu sprechen, peinlichst auf. Eher überzeugt da die (wirkliche) Pianistin Anna Gourari, die ohnehin wie oft bei Herzog eher einem blütenhaft-verletzlichen Frauenbild entsprechen als einen glaubwürdigen Charakter darstellen muß; sie leidet, schweigt und spielt schön Klavier.
Tim Roth war offenbar das PR-Zugpferd der Produktion und prangt allein auf dem Cover: eine Idiotie, und zudem eine Frechheit gegenüber dem Protagonisten Jouko Ahola. Roth ist natürlich ein origineller Typ und hervorragender Schaupieler, doch auch ihm räumt Herzog wenig Raum ein, um die Figur Hanussen plausibel zu machen. Dauernd schaut Roth berechnend-kühl drein, und Herzog beleuchtet sein Gesicht von unten, mit gruseligen Schlagschatten. Um das Dritte Reich und seine Nutznießer bedrohlich zu finden, hätte man diesen Film nicht auch noch gebraucht.
Herzog erzählt die Geschichte langsam, oft betulich, im immer gleichen Rhythmus. Konventionelles Hinarbeiten auf Spannung oder gezielt komponierte Höhepunkte beschäftigt ihn nicht. Das ist fürs Zuschauen mitunter ermüdend, schafft aber eine altertümliche Art von Konzentration, die wenige Regisseure erzeugen können (vielleicht noch am ehesten Altmeister wie Cassavetes, heute Lars von Trier).
Grandios ist Herzogs Gespür für Musik. Ebenso grandios sind seine oft sonderbaren Metaphern, so die unvermittelten Szenen, in denen Zishe auf den Galapagos-Inseln durch rote Krabben stiefelt.
Also drei Sterne.
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