In der Musikpresse heißt es immer: THRILLER war der Gipfel von Michael Jacksons Schaffen, von da an gings bergab. Das verstehe ich NICHT. Für mich ist es genau umgekehrt: THRILLER war erst der Anfang, ein Befreiungsschlag aus der Umklammerung seiner Familie, BAD war einfach noch besser, Michael hat noch mehr Boden unter den Füssen gewonnen (jetzt fällt auch die religiöse Bindung) und das macht sich in seiner Musik bemerkbar. DANGEROUS ist ein Schatz, jetzt lohnt es sich immer mehr, auch auf die Texte zu achten, er teilt uns mit, wie es um ihn steht, das setzt sich fort in HISTORY und BLOOD ON THE DANCEFLOOR (I love it).
Aber seine Seele zeigt er uns in INVINCIBLE. Die Musik ist vom Allerfeinsten und die Texte sind eine Offenbarung. Von der Musikpresse werden die Alben, und gerade INVINCIBLE, in Grund und Boden geschrieben. Sony ist interessiert daran, Michael in den Bankrott zu treiben, um ihm seinen Musikrechtekatalog wieder abzujagen und macht für das Album nicht einmal Promotion. Trotzdem erkennen diejenigen, die Michaels Musik lieben, das Potential dieses Albums, es verkauft sich auch ohne Promotion in einer Auflage von mehreren Millionen und heute wissen wir, dass dieses Album MJs Vermächtnis war (vorerst, denn MJ hat mit Sicherheit nicht 2001 plötzlich aufgehört, Musik zu schreiben, sie war ja sein Leben). Er hat uns mitgeteilt, dass er trotz allem unbesiegbar (invincible) bleibt. Der Hype nach seinem Tod zeigt, daß er recht hatte. Und er zeigt, daß wir eigentlich wissen, dass ihm Unrecht angetan wurde. Wir wissen, dass man MJ nicht mit unseren Maßstäben messen konnte. Michael Joseph Jackson war eben doch von einem anderen Stern. Es ist ein grosses Glück, dass er in dieser Zeit bei uns war.