Ich war sehr lange auf der Suche nach einer passenden "Hommage" an die Rolex Submariner und habe Invicta, Steinhart, Detomaso, Orient und etliche weitere (kurze Zeit auch Replikas) in Betracht gezogen. Geworden ist es schlussendlich die Invicta 8926OB, also die mit der geriffelten Lünette, auch "Coin" genannt.
Ich besitze als eine Certina DS Podium Quarz Chronograph (ca. 300 Euro) in schwarz mit Metallband und im Vergleich dazu schlägt sich die Invicta wirklich wacker. Die Uhr selbst ist recht schwer, macht qualitativ einen guten Eindruck. Das ziemlich lange Metallband (musste 4 Glieder entnehmen) wirkt solide, ist aber eine Spur leichter und wirkt somit nicht ganz perfekt wie bei meiner DS Podium (allerdings hat da allein das Band über 80 Euro gekostet). Auch der Bandverschluss wirkt nicht so hochwertig, funktioniert aber einwandfrei. Das Ziffernblatt und die Lünette wirken vom Design her sehr ähnlich wie die Submariner, allerdings gibt es einige Unterschiede in Bezug auf Schriftart, Schriftgröße/-breite und Punktgröße. Des weiteren fehlt bei meinem Exemplar die "10", auch wenn diese hier auf dem Foto oben zu sehen ist. Die Datumslupe über der 3 trifft nicht so ganz meinen Geschmack, da ich diese Lupen eigentlich überhaupt nicht mag. Aber da das große Vorbild sowas ebenfalls besitzt, hat Invicta das natürlich übernommen. Der schleichende Sekundenzeiger (den man durch zurückdrehen übrigens sehr wohl anhalten kann) ist ein besonderer Hingucker. Einzig das Invicta-Logo, dass da hinten noch dranhängt, ist etwas überflüssig, aber was solls. Invicta steht nicht nur am Ziffernblatt, sondern auch am Gehäuse links, auf dem Armbandverschluss und auf der Rückseite; Nicht aber auf jedem einzelnen meiner Kettenglieder, wie bei manchen Videoreviews berichtet wurde. Für Automatik-Fans ist die Rückseite auch interessant, da man hier ein Fenster hat und die Bauteile "bei der Arbeit" sieht.
Das Gehäuse besitzt 40mm ohne Krone und das ist auch der Hauptgrund, warum ihr die Invicta und nicht die anderen oben genannten Uhren kaufen solltet. Die anderen sind nämlich größer und damit ungenau. Auch wenn manche 40mm als "klein" erachten, ich finde dass die Invicta genau die richtige Größe hat. Kauft bitte kein Rolex Replika aus irgendeinem Onlineshop, die verlangen 200 Euro und geben euch dann ein angeblich "perfektes Replika". Die Problematik ist nur, dass ein Großteil dieser Shops total unseriös sind, und obwohl sie ihre Produkte als höherwertig anpreisen gibt es dafür keine Nachweise, ihr könntet also kräftig übers Ohr gehauen werden. Außerdem sind diese Replikas mit etwas genauerer Betrachtung eines Experten als Replika identifizierbar und ihr könntet somit Probleme mit dem Zoll etc. bekommen. Geht lieber auf Nummer sicher und holt euch die Invicta - sie ist billiger als so manches Replika und dennoch eine "originale" Uhr mit eigenem Charakter, Garantie, Gewährleistung etc.
Ein Schwachpunkt der Invicta ist mmn. die verschraubte Krone. Die wirkt beim Bedienen echt alles andere als hochwertig und ist wirklich mühsam in die Ursprungsposition zu bringen, was bei einer teureren Uhr absolut unproblematisch ist. Wenn sie endlich in ihrer Normalposition ist, ist sie aber nett anzusehen. Die Automatik besitzt eine ausreichend große Reserve, sodass die Uhr auch am nächsten Morgen noch läuft... Für Automatik-Neulinge also gut geeignet.
Die Lünette ist drehbar, benötigt aber einen erheblichen Kraftaufwand. Auch das ist bei höherklassigen Uhren sicherlich einfacher zu bewerkstelligen. Das Ziffernblatt leuchtet im Dunklen grünlich, der schleichende Sekundenzeiger kommt dann richtig spektakulär rüber. Wasserdicht ist die Uhr übrigens bis 200 Meter, das ist das doppelte meiner Certina, also echt nicht schlecht. Ausprobieren konnte ich das natürlich nicht aber wird schon stimmen, wenn die Rolex Seadweller 3000 Meter oder so ähnlich schafft ^^
Des weiteren sieht die Invicta Box mit ihrem gelben muschelartigen Lederimitat zwar ganz nett aus, der Inhalt (Anleitung, Garantiezettel) ist aber eher wenig zufriendenstellend. Die Bedienungsanleitung meiner Certina ist ein kleines, aber unzählige Seiten dickes (ca. 1/2 cm) Heftchen, wo alle Funktionen der Uhr in nahezu jeder gängigen Sprache erklärt sind - inklusive Abbildungen etc. Das ist bei der Invicta gar nicht der Fall. Hier werden extrem bescheiden alle möglichen Arten (Chronograph, Day-Just, Day-and-Date, etc.) von Uhren der Invicta-Marke ganz grob in Englisch dargestellt mit komplett allgemein gehaltenen Abbildungen - quasi ein Universalhandbuch, in dem aber im Grunde kaum irgendwas erklärt wird, sodass man es nach 1 Minute höchstwahrscheinlich wieder weglegt. Denn dass es 3 Kronenstellungen - 0, 1, 2 gibt, wusste wahrscheinlich jeder Käufer schon vorher...
Insgesamt kauft man hier eine Uhr, die das gezahlte Geld mehr als wert ist und das Design der legendären Submariner "in eigenen Worten wiedergibt", aber um einiges genauer als manche Mitbewerber. Es ist kein Replika, da es einige Unterschiede gibt und im Gegensatz zu den Fakes braucht man in der Zollkontrolle mit einer Invicta auch keine Angst vor dem Zoll zu haben. Eine Rolex erkennt man vermutlich allein daran, dass sie viel mehr funkelt und blitzt als die Invicta, die zwar an etlichen Stellen poliert ist aber das Licht nicht ganz so spektakulär reflektiert. Passt auf, dass ihr die 8926OB (Coin) kauft und nicht die "normale 8926" um 99.- mit der anderen Lünette. Denn die andere Lünette sieht aus wie die Omega Seamaster und nicht wie die Submariner.
+ Preis/Leistung unschlagbar
+ Submariner-Design sehr nah
+ Eigenständiges Markenimage ("seit 1837")
+ Hübsche Automatik-Umsetzung (Fenster)
- Krone fummelig
- Datumslupe muss man mögen
- Armband könnte eine Spur wertiger sein
- Bescheidene Bedienungsanleitung
Da man um den Preis nichts noch besseres erwarten kann, gibt es die vollen 5 aus 5 Sternen
Über ein >> Hilfreich << würde ich mich freuen. Danke!