Guter Journalismus muss investigativ sein, erforschend und hartnäckig. Er soll nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern tief in ein Thema eindringen, hinter die Kulissen schauen. Dass dies nicht immer einfach ist, weiß jeder, der schon einmal unter Zeitdruck schreiben musste oder in einem Interessenkonflikt mit seinem Thema stand. Investigativer Journalismus ist etwas ganz Besonderes, scheint es, seitdem er seit Watergate als Mythos oder die höchste Stufe der schreibenden Profession angesehen wird.
Doch Johannes Ludwig hat sich mit seinem Buch Investigativer Journalismus - Recherchestrategien, Quellen, Informanten daran gemacht, mit diesem Ammenmärchen aufzuräumen. In seinem 400 Seiten starken Werk vermittelt er systematisch und an vielen anschaulichen Fallbeispielen verdeutlicht das notwendige Wissen über die richtige Recherche. Ein ums andere Mal beweist Ludwig, dass investigativer Journalismus ein Handwerk ist, das jeder Autor erlernen kann. Schritt für Schritt erklärt er, wie bei einer guten Recherche vorzugehen ist und so kann sein Buch vor allem als Lehrbuch oder Ratgeber für professionelle Recherche angesehen werden. Organigramme und Recherchepläne komplettieren das Gesamtbild und dienen außerdem zur Systematisierung des erworbenen Wissens.
Der Autor, Professor im Fachbereich Medientechnik der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg, schafft es mit seinem Buch, zu investigativem Schreiben zu animieren und Widerstände und Barrieren für den Journalisten ein Wenig kleiner erscheinen zu lassen.