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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Unfaßbare als spannendeste Auseinandersetzung, 11. Juni 2001
Von Ein Kunde
The Invention of Solitude ist eines der wichtigsten Werke der Postmoderne, die uns die Unfaßbarkeit des Lebens und des Tods begreifbar machen will. Auster stellt in dieser Autobiographie die Mittelachse zwischen drei Generationen dar und definiert sich über seinen Vater und seinen Sohn. Er erkennt, daß eine Eigendarstellung von außen, über Erzeuger und Erzeugtem genauso relevant ist wie innerste Gedanken. The Invention of Solitude ist eine beeindruckende Studie darüber, wie sehr Fiktives und Fakt zusammenfließen und wie unendlich schwer es ist sich über das Leben klar zu werden und es zu verstehen. Trotzdem ist es das Spannendste sein Dasein zu versuchen zu fassen. In "Portrait of an Invisible Man" beschreibt Auster die Leere, die ihn nach dem Tod des Vaters umfängt. Während er sich einerseits mit trivialen Formalitäten abgeben muß und versucht seinen Verlust mit Schreiben zu bewältigen, muß er erkennen, daß er schon immer von seinem Vater allein gelassen wurde. Sprache aber reicht nicht um diese niederschmetternde Einsicht auszudrücken. Auch heilt sie die Wunde nicht, sondern reißt sie weiter auf. Selbst dem wortgewandtesten Schriftsteller und vielbelesenen Intellektuellen gelingt es nicht seine Gefühle in Worte zu packen. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens stößt er auf einen sensationellen Mordfall, der zwar keine eindeutigen Antworten bringt, aber ansatzweise das Verhalten des Vaters erklärt. Auster läßt den Leser nicht an der Unfaßbarkeit des Lebens verzweifeln, sondern ermutigt, sich den Fragen zu stellen und sich von unglaublichen Erkenntnissen immer wieder überraschen zu lassen. Um das Verhältnis zu seinem Sohn zu fassen, verläßt sich Auster nicht mehr nur auf seine eigene Sprache und Ideen. In "The Book of Memory" zitiert er aus der Weltliteratur, aus der Bibel, auch aus Collodis Pinocchio. Indem er auf berühmte Vater Sohn Beziehungen, auf bildliche Impressionen, auf die großen Philosophen verweist spielt er eine mögliche Erinnerung nach und versucht zu erfahren wer sein Sohn ist, was sein Sohn für ihn ist, nicht zuletzt wer er selber ist. Die Ideen sind fragmentarisch, so auch der zweite Teil des Buches. Der Tod und die Einsamkeit spielen auch in diesem Teil eine wichtige Rolle. Sie umgeben uns und wir können sie nicht erklären. Jedoch können wir uns in beeindruckender Weise mit ihnen auseinandersetzen, uns überraschen, uns teilweise erleuchten lassen, so wie Auster es wundervoll exemplifiziert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The ingenious sensability, 17. August 1997
Von Ein Kunde
I read some four or five novels by Auster and nothing got beneath my skin more then The Book of Memory, a second part of Invetion of Solitude. The humour, the style, the twists and obvious but secret connection to quotidian life and biographical facts, tasted like a delicious cake. A cake one doesn't eat at once but rather chip by chip, like a gourmet, to get all the 'prana' from Austers words. I especially like his interest in tangible life, the life around us (that of course is within us-that's why a Slovenian guy like me can like his writings). The only time i got bored is when he gets into the baseball. For such a stuff one needs to be closer to America, which I'm not. So, if you still wonder wheather you'll like Auster or not, just grab one of his books and let him take you to the rich and beautiful trip of imagination
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Austers Philosophie, 27. Oktober 2005
Erschienen 1982, sechs Jahren vor seinem ersten Roman „The New York Trilogy“, ist das autobiographische Buch „The Invention of Solitude“ nicht mehr und mehr nicht weniger als der Schlüssel zu Austers Gesamtwerk und nicht zuletzt die Auseinandersetzung eines Intellektuellen mit dem ewigen Mysterium der menschlichen Existenz und dessen Darstellung.Im ersten Abschnitt, „Portrait of an invisible man“, beschreibt Auster seine Reaktionen, Emotionen und die veränderte Wahrnehmung seiner Umwelt nach dem Tod seines Vaters. Im zweiten Teil, „The book of memory“, wechselt Auster die Perspektive und sinniert über sich und das Verhältnis zu seinem Sohn. Im Mittelpunkt des gesamten Buches steht jedoch die Frage, inwiefern Sprache fähig ist, eine externe Realität oder gar eine Wahrheit überhaupt darzustellen. So stellt Auster bereits zu Beginn fest, dass „the story I am trying to tell is somehow incompatible with language, that the degree to which it resits language is an exact measure of how closely I have come to saying something important, and that when the moment arrives for me to say the one truly important thing (assuming it exists), I will not be able to say it.” (32) Sprache ist also ein ungenügendes Medium, um das Phänomen der menschlichen Existenz zu fassen. Je näher man sich ihm nähert, desto nutzloser wird Sprache, was wiederum bedeutet, dass das Schweigen eigentlich das beste Mittel ist, um möglichst viel über den Menschen auszusagen. Dass dies durchaus möglich ist, haben vor allem Beckett und Pinter bewiesen. Doch was ist denn dann eigentlich Sprache, wenn nicht das Medium um auf eine externe Realität zu verweisen? „Language is not truth. It is the way we exist in the world.“ (161) Sprache verweist also nicht auf eine metasprachliche Wahrheit, sondern nur auf sich selbst, sie beschreibt nicht, sondern sie erschafft erst die Welt, die sie zu erfassen vorgibt. Es gibt also gar keine externe Realität, sondern nur die Sprache selbst. Es gibt kein Bezeichnetes sondern nur ein Bezeichnendes oder um es mit Derrida zu sagen: „Il n’y a pas de hors text“. Dies ist das Fundament, auf dem Auster seine Romane baut. Fazit: „Postmodern“, ein oft benutzter und fast nie erläuterter Begriff. „The invention of solitude“ ist auch heute noch der beste Weg sich dieser Weltanschauung anzunähern!
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