zu Anfang meiner Rezension muss ich sagen, dass ich keinen der anderen BodySnatcher-Filme gesehen habe und daher den Film nur als eigenständiges Werk und nicht als Remake zig anderer Filme bewerten kann.
Außerdem muss ich wohl zugeben, dass ich mir den Film wohl niemals angeschaut hätte, wenn nicht Nicole Kidman die Hauptrolle gespielt hätte.
Trotzdem...oder gerade deswegen, war ich mehr als positiv überrascht, mit einem so ausgereiften Kunstwerk verwöhnt zu werden!
Nach dem kolosalen Flop in Amerika, den teilweise vernichtenden Kritiken der internationalen Presse und schließlich den puplik gewordenen Nachdrehs eines anderen Regisseurs konnte man kaum noch mehr als ein stümperhaftes Effektfeuerwerk erwarten. Davon merkt man dem fertigen Film dennoch nichts an!!!
Was den Film in meinen Augen wirklich herausragend gestaltet ist vor allem die Atmosphäre, die sehr reale Stimmung, die hauptsächlich durch Schauplätze und Beleuchtung erzeugt wird.
Es wurde unteranderem über den Film gesagt, er sei zu realistisch und ihm würde das fantastische fehlen, was nunmal einen Sci-Fi-Film ausmachen würde. Diese Leute verstehen anscheinend nicht dass es Hirschbiegel um ganz andere Dinge ging. So zum Beispiel der Mutter-Kind-Beziehung oder dem Eindringen einer gestaltlosen Gefahr.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass richtig hartgesottene Fans solcher Filme keine Freude an einem vergleichsweise unspektakulären Exemplar haben werden, wie dieses nun mal ist. Wer allerding nicht so bewandert in diesem Genre ist, so wie ich, wird vor allem die erfrischende Monsterlosigkeit und Realitätsnähe zu schätzen wissen.
Kommen wir nun zu den Schauspielern!
Dass Nicole Kidman einfach genial ist, dürfte eigentlich jedem Filmfreund, der nicht ganz auf den Kopf gefallen ist und noch beide Augen und vor allem auch noch ein Gehirn vorzuweisen hat, bekannt sein. Auch hier glänzt sie vor allem durch ihre außergewöhnliche Präsenz und ihrer Fähigkeit sowohl schwach, als auch stark zu sein, und das im selben Augenblick. Auch Daniel Craig beweist erneut, dass in ihm mehr steckt, als ein 007, wobei er natürlich schwer gegen Kidmans leinwandbeherrschende Perfektion anzukämpfen hat.
Optisch harmonieren beide auf das Vorzüglichste, obwohl sie es als Schauspielerduo nie auf eine derartige Intensität wie Kidman und Sean Penn in "Die Dolmetscherin" schaffen. Trotzdem bilden sie ein starkes Gespann, was man auch deutlich am Film "Der Goldene Kompass" sehen kann.
Schließlich sei noch eins gesagt: Es entspricht sicher der Wahrheit, wenn behauptet wird, der Film sei nichts Neues und die Storry ist auch ziemlich vorhersehbar...doch wem das nichts ausmacht und lieber auf Atmosphäre und psychologische Substanz achtet, wird mit einem perfekt gespielten, grandios bebilderten und beleuchteten Werk entschädigt, das gerade durch die sehr geringe Fangemeinde und den geringen Zuspruch der Öffentlichkeit seinen Reiz nie verlieren wird und jeden Individuallisten auf der Welt ansprechen sollte.