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Kundenrezensionen

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am 12. Mai 2011
16 Jahre lang hat Peter Heather an diesem Werk geschrieben, wie er im Vorwort als erstes erwähnt und dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass das Thema dieses Arbeitsbuches zeitlich und räumlich eine hohe Breite aufweist. Um nichts weniger als die Entwicklung Europas im ersten Jahrtausend nach Christus geht es mitsamt der, für damalige Verhältnisse, Welt verändernden Ereignisse.

Eine Fülle von detaillierten Informationen aus allen Richtungen Europas (und auf allen Ebenen) legt Heather auf den gut 550 Textseiten des Buches vor. Dies nicht in epischer Breite beschrieben (wie auch bei einem solch umfassenden Thema), durchaus aber mit jeweils notweniger Tiefe vorliegend. Zudem, und das rechtfertigt eine besondere Erwähnung im Blick auf ein Fachbuch, schreibt Heather im Stil flüssig, mit (für historische Sachbücher eher ungewohntem, aber leicht verständlichem) modernem Sprachgebrauch und immer wieder geschichtlich auflockernd, so dass die Erarbeitung der Inhalte keine Sonderanstrengungen erfordert.

Grob in zwei Teile lässt sich das erste Jahrtausend nach Christi unterteilen und ebenso grob kann man diese Zweiteilung im Buch thematisch wiederfinden. Unter dem ständigen Augenmerk auf die Migration ganzer Volksstämme in Europa in andere Landschaften und Lebensumstände hinein findet sich zunächst der jahrhunderte andauernde Niedergang des römischen Imperiums bis zu dessen Auflösung. Im Buch sind dies gut die ersten 300 Seiten. Auf denen Heather sauber herausarbeitet, dass es, nicht nur, aber im Wesentlichen auch, die Bedrängung durch die diversen 'Barbarenstämme' waren (diese lagen allerdings ebenfalls untereinander jeweils in Konflikten und verfolgten nicht als primäre Ziel die Absicht der Zerschlagung des römischen Imperiums, auch wenn die Volkswanderungen der ersten Jahrhunderte einen gewichtigen Teil zur Auflösung der alten Ordnung beitrugen). 476 war das Ende des weströmischen Reiches durch Absetzung des Kaisers Romulus Augustus besiegelt, eine Neuordnung Europas im Westen und in den slawischen Ländern nahm nun zunehmend Formen an.

Getrau des grundsätzlichen Objektes seiner Untersuchungen, den Ursachen und den Auswirkungen der diversen Migrationsbewegungen, vollzieht Heather nicht im einzelnen die Ursachen des Untergangs Rom nach, sondern legt sein Augenmerk allezeit auf die verschiedenen Volksgruppen und ihre konkrete Geschichte. Untereinander und auf sich gestellt. Reichsgründungen, Konflikte, Kriege, Abwehr der Hunnen, Aufstieg und Niedergang ganzer Volksgemeinschaften inklusive der gegenseitigen Beeinflussung auch auf sozialer und kultureller Ebene. Barbaren, Slawen, Wikinger finden ihren Würdigung im Buch ebenso, wie die erste so zu nennende 'europäische Union' am Ende der betrachteten Zeit. In den letzten beiden Jahrhunderten des 1. Jahrtausends nach Christus entfaltete sich (in kulturell durchaus großer Ähnlichkeit) ein Europa, wie es bis in die Moderne noch, was die Volksgruppen angeht, Bestand hat . Wie diese neuen Staatsgebilde entstanden waren und was sie auszeichnete, die Betrachtung dieses Prozesses auf dem Hintergrund des Einflusses der Migration, schließt das Buch inhaltlich ab.

Ein ausführlicher Kartenteil und ein umfassendes Literaturverzeichnis runden das Arbeitsbuch sodann formal in bester Weise ab.

Durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte hindurch, von den 'Römern' über die 'Barbaren' hin zu den 'Slawen und Skandinaviern' zeichnet Heather fundiert die wechselvolle Geschichte des 1. Jahrtausends in Europa nach und legt allzeit den Kern seiner Betrachtungen vor. Inwieweit, aufgrund welcher Entwicklungen und mit welchen konkreten Folgen Bewegungen ausgeprägter Migrationen die Neuordnung eines ganzen Kontinents entscheidend mit beeinflusst, unter Umständen gar verursacht, haben.

Ein interessantes und gründlich erarbeitetes Buch, in dem die Dynamik der europäischen 'Völkerwanderungen' hervorragend eingefangen wird. Ein Buch, das nicht nur für Historiker von Interesse ist, sondern aufgrund des verständlichen und gut lesbaren Sprachstils auch dem interessierten Laien ein Gewinn sein wird. Durchaus mit Impulsen für allzeitige (und damit auch gegenwärtige) Migrationsdebatten, zu denen Heather selbst des Öfteren Verbindungen zu ziehen weiß).
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am 30. August 2011
Sehr interessante Hypothesen zu den verschiedenen Völkerwanderungen des 1. Jahrtausends.Er vermittelt einen guten Eindruck von den unterschiedlichen Motivationen der "Barbaren" und ihren unterschiedlichen Handlungsweisen.
Was mir fehlt in dem Buch sind Untersuchungen über die Auswirkungen der Wanderungen auf die Zivilbevölkerung,bzw. wovon ernährte sich der Völkerwanderer in den jahrelangen Reisen und woher kamen der Ersatz für die Verluste ?
Das kann aber auch an der deutschen Übersetzung liegen.Der Verlag spricht von leicht gekürzt.Die englische Ausgabe hat 745 Seiten,die deutsche 660 Seiten.
Und da auf Deutsch alles länger dauert,fehlt eine ganze Menge.
Schlußendlich ein hochinteressantes Buch,aber es setzt einiges an Wissen beim Leser voraus.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. März 2016
Heather ist einfach ein Genuss. Historische Kompetenz, Überblick und Erzählfreude, die Kombination findet man selten. Kein anderer kann über diese spannende Zeit so gut schreiben und sie überdies auch noch erklären!
Dr Rüdiger Opelt, Psychologe, Autor
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am 23. November 2014
Das Buch Invasion der Barbaren widmet sich der Entwicklung Europas im ersten nachchristlichen Jahrtausend hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Migration, welche laut dem Autor oft vernachlässigt oder wo die Meinungen der Forschungen zu sehr in den Extremen liegen. Von Rom-Germanen/-Skythen-Beziehungen, über den Kollaps des römischen Reiches, Slawisierung, Fahrten der Wikinger nach West und Ost bis hin zur Staatenbildung.
Peter Heather räumt in diesem Buch auf. Wenn er an Stellen/Themen der Geschichte kommt, wo Dissenz herrscht, bringt er einige andere Meinungen/Theorien/etc. ein und veranschaulicht, was mit diesen erklärbar und was nicht sei. Danach gibt er klar gekennzeichnet seine eigene Meinung zum Ausdruck. Die Beschreibung der Quellenlage ist sehr hilfreich, um weiter zu verstehen...
Gerade da noch immer die romantisierten Vorstellungen der Völkerwanderung in vielerlei Köpfen geistert, ist solch ein Buch eine Bereicherung.
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am 18. Mai 2011
Eine grossartige Idee des Yale Professors Peter Heather,die Völkerwanderung im Europa der Spätrömerzeit mit den heutigen Zuständen zu vergleichen.In der Vergangenheit dieses Völkersturms kann man so auch die Dynamik unserer Zukunft erkennen. Auch wenn Geschichte sich nicht wiederholt reimt sie sich doch.
Die ideale wissenschaftliche -aber gut lesbare -Ergänzung zum Roman von Jean Raspail.
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am 24. November 2012
Peter Heather ist ein äußerst interessantes Werk gelungen, in dem er die geschichtliche Entwicklung Europas während und nach dem Zusammenbruch des weströmischen Reiches anhand vieler Fakten und interessanter Thesen fesselnd darlegt. Für geschichtlich interessierte Leser ist dieses Buch sehr zu empfehlen. An einigen Stellen hat es ein paar Wiederholungen, was vermutlich daher kommt, dass Herr Heather sehr lang an diesem Buch geschrieben hat. Beeindruckend ist, dass er zu keinem Zeitpunkt des Buches fabuliert, sondern stets stichhaltig begründet, was ihn zu seinen Thesen veranlasst hat.
Fazit: Das Buch ist für Geschichtsinteressierte äußerst informativ und eine gute Ergänzung zu anderen Büchern dieser Art. Peter Heather versteht es, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.
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am 8. April 2011
Die permanenten Querverbindungen zur heutigen Migration sind äußerst störend und die neumodischen Fachausdrücke passen einfach nicht zu einem mittelalterlichen Sachbuch! So spricht man z.B. vom Imperialismus erst im 19. Jahrhundert! Clubs hat es auch erst später gegeben....
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