Was da Masato Harada in Japan um 2001 für uns inszeniert hat, ist ungewöhnliches japanisches Mysterykino mit starken Anleihen beim europäischen wie amerikanischen Kino. In teils wundervoll arrangierten Bildern agieren brillante Darsteller, die durch Zufall der deutschen Macher auch sehr gut synchronisiert wurden. Eigentlich fängt alles an wie eine reale Sitten- und Sozialgeschichte über den Stellewnert der Frauen innerhalb japanischer Clans. Dann wird es zu einem feinfühligen, erotischen und sehr sinnlich umgesetzten Melodram, um bald zum Mysteryhorror überzugehen. Dabei geht es nicht um die wenigen äußerlichen Effekte (der Film ist uncut), sondern um die vielen Wendungen der Geschichte und dem Spiel des Regisseurs mit den Elementen von Tradition und modernen Leben in Japan. Das ist intelligent geschrieben, hervorragend umgesetzt und - für Freunde der Musik - auch mit satten Klängen unterlegt. Nie kommen Overacting oder unnötige Szenenanschlüsse vor. "Insugami" gehört in den Bereich des besonderen Kinos und ist alles andere als ein Schnellschuß des Effektekinos wie uns die Werbung weismachen will. Mit "Inner Senses" die Entdeckung des asiatischen Kinos auf DVD dieses Jahres.