Erfolg auf einer großen Stimme aufzubauen ist ein guter Anfang, und zu Recht ist Joss Stone in die Popszene eingeschlagen wie eine Bombe. Ist dieser erste Bonus verbraucht, zählen Qualitäten wie Songwriting, Weiterentwicklung und Wagemut.
In dieser Hinsicht enttäuscht das deutlich glattere dritte Album, das man höchstens als solide bezeichnen kann.
Statt den beseelten, fast altmodischen Vorgängern wurde dieses Mal an der R&B-Mainstream-Schraube gedreht. Das ist sogar der Stimme anzuhören - plötzlich mischen sich die stimmlichen Kinkerlitzchen der Christinas und Mariahs in eine Stimme, die das überhaupt nicht nötig hat. Schwerer wiegt jedoch das zum Teil uninspirierte Material.
"Girl They Won't Belive It" ist ein fader Supremes-Stampfer, "Headturner" will mit Streichern und schwerem Hip-hopbeat gleichzeitig Siebziger und Neunziger sein, und "Tell Me "Bout It" schwitzt zu wenig, um den James-Brown-Ripoff zu rechtfertigen. Tiefpunkt sind Songs wie "Music" - diese Künstlerin hat mehr verdient als moderne R&B-Massenware.
Erst bei "Tell Me What We're Gonna Do" passt alles zusammen - sogar der moderne Beat wird hier zur Bereicherung. Auch "Arms Of My Man" mit seinem federnden Rhythmuswechsel oder "Proper Nice" mit seinem verschleppten Groove machen alles richtig.
Leider kommt in diesem Moment der Schwäche eine wie Amy Winehouse daher und stielt ihr glatt die Show.
Sicherlich, kein Song ist richtig schlecht, vieles geht ins Bein und einiges sogar ins Herz, aber jetzt, wo die ungestüme Kraft des Debüts vorüber ist, scheint die junge Künstlerin Probleme mit dem Weg zu haben.
Hoffentlich fragt sie die richigen Leute ...