Fast alle Trademarks, die Faith No More zwei Jahre später bei "The Real Thing" zum Durchbruch verholfen haben, sind auch schon 1987 auf "Introduce Yourself" vorhanden. Nur Mike Patton ist halt noch nicht dabei. Auf Faith No Mores Zweitwerk singt, wie schon beim Debüt, Chuck Mosely. Dessen kehliger, irgendwie lallender Gesang ist letztendlich ein triftiger Grund für mich, diesem Album nicht die volle Punktzahl zu verpassen. Wobei die Stimme jetzt gar nicht mal stört, sie ist halt nur gewöhnungsbedürftig, oder -- positiv ausgedrückt: -- einmalig.
Auf instrumentaler Seite ist beeindruckend, daß "Billy, Roddy, Mikey...Jim!" bereits damals ihren jeweils unverkennbaren Stil gefunden hatten. Die Gewichtung der einzelnen Instrumente ist wie beim Nachfolger äußerst ausgewogen, das heißt Jim Martins Gitarre darf durchaus noch an prominenter Stelle im Gesamtklang sägen. Für die gute Produktion zeichnet übrigens Matt Wallace verantwortlich, der vom Erstling bishin zu "Angel Dust" alle Alben FNMs betreute und maßgeblich an deren typischem Sound mitgearbeitet hat.
Die Kompositionen sind noch nicht ganz so eingängig wie im weiteren Verlauf der Karriere, das vielleicht noch ein Kritikpunkt. Es gibt aber sicherlich auch Leute, die diesen damals doch noch eher "wilden" Stil dem Pop-Appeal der späteren Alben vorziehen. Wer sich für Faith No More interessiert und bisher nur die Alben ab "The Real Thing" oder später kennt, muß hier mindestens mal reinhören.
Anspieltipps: "Faster Disco", "Chinese Arithmetic", "Introduce Yourself"