Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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54 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf der Suche nach dem Sinn, 29. Juni 2009
Sean Penn ist nicht nur ein starker Schauspieler, der für die genialen Filme wie z.B. "Mystic River" und "21 Gramm" mitverantworlich war, sondern kommt auch alle paar Jahre als Regiesseur daher und liefert Filme ab, über die man häufig und ausgiebig diskutiert. Sei es "Into the Wild" oder aktuell "Milk". Diese Geschichte der handelnde Person Christopher, basiert auf einem sehr bekannten Roman und schafft den Sprung vom Papier auf die Kinoleinwand optimal.
In hervorragenden und wunderschönen 142 Minuten werden wir auf eine Reise mitgenommen, die uns nicht nur die äußerliche Schönheit eines Landes zeigt, sondern auch einen jungen Mann auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Dabei verleiht er seiner Figur ständig die nötige Glaubwürdigkeit, so dass auch die faszinierende erzählte Geschichte davon profitieren kann.
Fazit: "Into the Wild" ist ein schön langsam erzählter, eher leiser, aber doch unterhaltsamer Film geworden, der am Schluss mit einen tragischen Ende aufwartet.
Die Extras der DVD drehen sich natürlich um die literarische Buchvorlage und der Umsetzung und Dreharbeiten in der Natur. Die drei Features, die aus Reportagen bestehen, bringen uns die Geschichte und die Charaktere näher und erzählen uns, was am Dreh so schwierig gewesen war. Zusätzlich gibt es noch Kurzinterviews mit Darsteller, Regisseur oder Musiker zu sehen. Die Trailer und TV-Spots, plus ein schönes Musikvideo von Eddie Vedder, der Frontmann der Band Pearl Jam ist, schließen das großartige Angebot an Extras ab.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der sympatische Alexander Supertramp auf seinem Egotrip, 13. Dezember 2009
Als im Jahr 1992 ein junger Hiker in der Wildnis Alaskas verhungerte, war dies zunächst nichts weiter als nur eine Notiz in der Lokalpresse. Erst durch das Buch von John Krakauer "In die Wildnis" wurde Chris McCandless alias Alexander Supertramp zu einer landesweit bekannten Figur, allerdings einer ambivalenten Erscheinung, die in der Darstellung Krakauers mit einer Mischung aus Abenteuerlust und infantiler Ahnungslosigkeit in der Wildnis Alaskas zugrunde geht.
Der Schauspieler und Regisseur Sean Penn, der sich zehn Jahre lang um die Filmrechte bemühte, hat aus Krakauers Werk einen mitreißenden Film gemacht - allerdings mit einem vollkommenen veränderten Protagonisten. Im unterschied zu Krakauers differenzierter Darstellung erscheint Chris McCandless in dem vorliegenden Film wie ein wieder erstandener Jesus - wer ihn auch trifft, jeder liebt ihn, er ist bedürfnislos und bescheiden und voller Liebe zu den Menschen und der Natur. In seinen Reisestationen - West Virginia, Arizona, South Dakota, Kalifornien und schließlich Alaska - spiegeln sich die Vereinigten Staaten, ihre Menschen, ihre Weite und ihre grandiose Natur - gerade so als wolle Chris McCandless dreißig Jahre nach John Steinbecks klassischer Reise mit Charly" die tranksamerikanische Grand Tour auf eine neue Weise kreierten.
Das ist der eine, der ästhetisch ungemein ansprechende Teil des Films. Er macht Lust auf Ferne, Abenteuer und Neubeginn und all die Wunder, die die Welt für den bereithält, der sie wirklich aufsuchen will.
Sean Penns filmische Neuschöpfung der McCandless Sage aber zielt tiefer. Denn so freundlich der junge Held auch durch den Kontinent reist, so ersichtlich gefühllos verhält er sich gegenüber seinen Eltern. Die wohlsituierten McCandless erscheinen als ein gescheitertes, verlogenes Paar, das Alexander Supertramp in seinem eigenen Interesse weit hinter sich lassen und dadurch implizit auch bestrafen muss. "Du siehst aus wie ein geliebtes Kind", sagt eine Reisepartnerin einmal zu Alexander Supertramp, doch dieses geliebte Kind verschwendet keinen Gedanken an den Schmerz, den er seinen verlassenen Eltern zufügt. Kein Gedanke daran, dass es schwieriger sein kann, eine Ehe zu retten, als einen Winter in Alaska zu überstehen, behindert Alexander Supertramp auf seinem Egotrip. "Um glücklich zu werden, braucht man keine menschliche Gemeinschaft", sagt er am Ende zu einem großväterlichen Freund, ehe er auch ihn verlässt und nach Norden aufbricht.
Alaska sollte McCandless eines besseren belehren, und es gehört zu den besondern Pointen des vorliegenden Films, dass deutlicher als im Buch von Krakauer der jugendliche Weltenbummler sich am Ende, von der Natur zurechtgestutzt, wie ein kleines Kind nach Gesellschaft und Geborgenheit und sogar nach seinen Eltern sehnt. Es ist eine harte Strafe, die das Schicksal dem jungen McCandless für seinen seelischen Autismus auferlegte - elend und allein stirbt er in den Weiten Alaskas den Hungertod. In einer letzten Phantasie, die allerdings nur dem Drehbuch des Regisseurs entspringt, kehrt der verlorene Sohn in die Arme seiner glücklichen Eltern zurück.
Der Film hat mich an "Amerikanisches Idyll" von Philip Roth erinnert. Hier wie dort wenden sich geliebte Kinder von ihren Eltern ab, um einer Passion zu folgen. Hier wie dort bleiben die Eltern schuldlos schuldig zurück. Unbedingt sehenswert.
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95 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Interessant, gerade in der heutigen Zeit!", 22. Oktober 2008
Regissuer Sean Penn erwarb damals die Filmrechte an Jon Krakauers Erfolgsgeschichte "Into the Wild". (Die durch gefundene Tagebucheinträge, Postkarten und Erzählungen der Menschen die Chris auf seiner Reise traf, rekonstruiert wurde.) Bekam aber erst rund 10 Jahre später die Zustimmung der Eltern von Christopher McCandless für die Verfilmung. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte über einen jungen Mann der in reichen Verhältnissen aufwuchs, der im Sport wie in der Schule ein Überflieger war.
Er ist Anfang zwanzig und nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992 entschließt er sich, seine Ersparnisse (immerhin ca. 25.000 $) an die Hungerhilfe zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgerüstet mit dem Nötigsten beginnt er seine abenteuerliche Reise, in derer er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben und das seiner Wegbegleiter formt und prägt. Im Vordergrund steht hier eine selbstzerstörerische Suche eines Einzelgängers, eine Suche nach Freiheit...
Über mehrere Jahre entsagt er allen Besitztümern, welche ihn nur einengen würden. Während einiger Niederlagen auf seine Reise hin und hergerissen, sich doch wieder dem Wohlstand zu ergeben und zu seinen aus seiner Sicht spießigen Eltern zurück zu kehren, widersteht er diesem Gedanken und entwickelt dadurch ein ganz neues Gefühl des Starkseins, des Erhabenseins.
Die Umsetzung des Buches ist gelungen wenn auch nicht ganz so ausführlich, aber das macht ja Bücher schließlich aus. Der Film bietet beeindruckende Naturaufnahmen und zeigt wie verschieden doch die amerikanischen Landschaften und die damit verbundenen Menschen sind. Wir werden entführt in Wüstengebiete, über Kornfelder, bis hin zu den kalten Bergen Alaskas. Untermalt wird das ganze von einem stimmigen Soundtrack. Ein Glücksfall finde ich die Besetzung der Hauptrolle mit Emile Hirsch, der den Chris McCandless sensationell spielt. Man spürt die innere Zerissenheit, zwischen Wut auf der einen und der Suche nach Geborgenheit und Glück auf der anderen Seite. Auch sein Aussehen, sowie seine Gesichtszüge, die den Wohlstandszustand genauso wie das Abgehalfterte/Gezeichnete (er nahm viele Kilos während des Filmes ab) glaubwürdig erscheinen lassen. Wenn man das letzte Originalbild von Chris auf dem Buchrücken kennt und die gleiche Szene im Film sieht, wird klar wie gleich beide aussehen. Auch die übrige Besetzung mit Hal Hoolbrook, William Hurt, Vince Vaughn, Catherine Keener u.a. reiht sich nahtlos ein.
Die Laufzeit des Filmes die mit 142 minuten sehr lang ist, aber nie lang erscheint, lässt einem die Zeit für eigene Gedanken ohne dabei schleppend zu sein.
Insgesamt mal was ganz anderes, gerade in unserer schnellebigen und technisierten Welt , mal Menschen zu sehen die den ganzen bunten Bildern den Rücken kehren. Auch wenn es hier eher unvorbereitet und von jugendlicher Naivität geprägt ist. Chris McCandless war vom Idealismus besessen, der mit der heutigen Zeit nicht leicht zu vereinbaren ist.
Aber letzendlich lebte er seinen Traum...
Empfehlenswert für jeden, der sich um die Wertigkeiten in seinem Leben, und in der Gesellschaft Gedanken macht.
Interessant auch das 64 minütige Bonusmaterial mit vielen Interviews der Darsteller und das Regisseurs.
(DVD)
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